Oetker’s Frischkäse-Kekse to go

Von Anne, 8. März 2010, 5 Kommentare

Frischkäse-Kekse aus dem Glas

Dass ich dieses Buch haben musste, stand spätestens mit der Eröffnung dieser meiner KeksTest-Arena fest. Welches Plätzchen ich nun aber daraus zu erst backen würde, blieb durchaus einige Zeit unklar. Nach dem ersten Blättern durch die Rezepte, waren mir diese viel zu hausbacken erschienen. Beim zweiten Blick nach einigen Wochen hatte sich das komplett geändert, ich wollte Pinienkern-Makronen versuchen und Weinplätzchen. Schließlich hatte ich mich auf die Möhren-Gnocchi der Nonna festgelegt. Die heißen nicht nur so, die sehen tatsächlich zumindest im Backbuch auch so aus!

Dabei blieb es. Wochenlang. Aber ich kam nicht dazu, stattdessen wurde alles andere gebacken: erst Zucchini Brot, dann Rüblitorte und zuletzt Apfelkuchen. Und heute, da tatsächlich ein frühlingshafter Plätzchen-Backversuch möglich wäre, habe ich keine Möhren im Haus. Geschweige denn Pistazien.

Aber Frischkäse. Und während andere konsequent sind, kann ich improvisieren. Et voilà: Frischkäse-Kekse! Halb Frischkäse, halb Mandeln plus die üblichen Backzutaten. Dass die meinen etwas dunkler gerieten, liegt an meiner Verwendung von gemahlenen Mandeln mit statt ohne Schale:

Frischkäse-Kekse gestapelt

Morgen  hat nämlich ein Beuteltier Geburtstag und da gibt es standesgemäß kleinteilige Kekse statt schwergewichtiger Kuchen! Ich bin gespannt, ob sie gefallen, gebacken sind sie jedenfalls ratzfatz.

Zutaten to klickErst gilt es Frischkäse und Butterschmalz schaumig zu rühren, dann erst kommen Vanille-Zucker, Zucker und Bittermandel-Aroma (bei mir durch französisches Macadamia-Nuss-Aroma ersetzt). Schließlich das Eiweiß. Hier war ich mir unsicher, aber da im Rezept nichts weiter stand, kam mein Eiweiß direkt aus dem Ei in die Frischkäsemasse.

Ganz falsch schien das nicht gewesen zu sein. Zu guter Letzt Mehl, Backpulver, Mandeln und  geriebene Zitronenschale untermengen und fertig ist der Teig.  So mag ich das ja und formte rasch kleine Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech.

Dann allerdings stutzte ich erneut: Es galt die Teighäufchen bereits vor dem Backen mit Puderzucker zu bestäuben, das hatte ich ja noch nie! Aber gut, auch das versuchte ich und schob das Blech samt Puderzucker für 12 Minuten in den Ofen.

Well, ich habe nachträglich durchaus nochmal nachgestaubt, ich meine, halb gestaubt ist höchstens halb gewonnen! Das Ergebnis sind sehr saftige, und ebenso zarte wie milde und daher frühlingshafte Kekse. Deren Mandel-Macadamia-Flair erst mit dem zweiten Bissen auftrumpft. Dann aber ist man verloren, Keks für Keks für Keks…

Bewertung (1-10): 8,5
Pro: Kekse, die  wohl dank dem Frischkäse wie leckerer roher Keksteig schmecken: intensiv und saftig. Süß, aber nicht zu süß. Übersichtliche Zutatenauswahl. Leicht zuzubereiten. Überschaubarer zeitlicher Aufwand. Fast ohne Mehl.
Contra: Das Mandel/Macadamia-Aroma  ist mir noch nicht ausgeprägt genug und das liegt eher nicht daran, dass meine Mandeln nicht geschält waren. Nächstesmal werde ich  vorher auf jeden Fall rösten. Wenn ich nicht doch ein anderes  Rezept ausprobiere, da sind bestimmt noch so einige Schätze zu bergen.

Petit Beurre au chocolat au lait

Von Anne, 4. März 2010, 2 Kommentare

Petit beurre (chocolat au lait) - angeknabbert

Ein Klassiker, in Deutschland eher ohne Schokolade, in Frankreich fast ebenso häufig mit: der Butterkeks Oder eben auch “le petit beurre“. Hier im Test in einer Version des Schweizer Lebensmittel-Produzenten Midor, seinerseits langjährige Hausmarke der Migros-Gruppe.
Es gibt Petits Beurres aber genaus von anderen Keksfabrikanten, beispielsweise von Wernli oder aber LU , deren schokoladenüberzogene Version seit jeher als “petit ecoliers” firmiert, dessen Gründer Louis Lefèvre-Utile zumindest die Entdeckung des französische Butterkeks zugeschrieben wird.

Vor Jahren, nämlich bereits 2006, hatte Chocolate&Zucchini ein Rezept zum Selberbacken dieser Kekse gepostet, und Wie Gott in Deutschland brachte die Idee erfolgreich in die deutschen Foodblogs.
Das Schöne an den schweiz-französischen Versionen finde ich die wirklich leckere Schokoladenschicht, die es sowohl in der von mir bevorzugten Vollmilch- als auch in der von vielen anderen bevorzugten Zartbittervariante gibt. In die Schokolade ist nämlich je nach Marke und Saison ein Bildchen  eingeprägt und nicht wie bei Leibniz und Co nur schnödes Firmenlogo bzw. Name.

Petit beurre (chocolat au lait) - gestapelt

Wie man hier deutlich sehen kann, sind die Kekse ebenso knackig, ebenso krümelig wie ihre deutschen Pendants. Die Schokolade aber ist viel cremiger, ohne aber unangenehm in den Händen zu schmelzen. Und ohne zu dick aufzutragen.
Dass die Kekse auf den Fotos aber mit vielen, vielen Krümelchen, fast möchte ich sagen Keksstaubkörnern überzogen sind, liegt nicht an ihrer mangelnden Qualität oder Stabilität. Sondern schlicht daran, dass sie seit dem Weihnachtsurlaub in meiner Handtasche ihres Schicksal harrten und erst vorgestern durch Zufall wieder entdeckt wurden. Wie aus dem Ei gepellt wirken sie nicht mehr, aber schmecken tun sie noch unverändert gut.

Die hässlichsten Petit Beurres sind mir dagegen hier in Indien begegnet. Ich hoffe nur, sie schmecken nicht gar so fade wie sie aussehen. Sonst bekämen die Inder einen durch und durch falschen Eindruck!

Petit beurre (chocolat au lait) - mit Packung

Rezepte mit der schokoladenlosen Version gibt es natürlich viele, die möchte ich hier gar nicht alle aufzählen. Berührt hat mich aber allein schon die Zeichnung zum Gâteau Petit Beurre (Butterkekskuchen) von Maïté Wiltgen – es gilt bis fast bis ganz nach unten zu scrollen! Und erwähnte ich eigentlich bereits, dass ich den schlichten Butterkeks auf gebuttertem Vollkornbrot liebe?
Für die schokoladige Version gibt es alle Nährwerte wunderbar aufgeschlüsselt in der Fooddatabase und ansonsten gibt es wie stets die Fakten im Kleingedruckten:

Name: petit beurre chocolat au lait
Keksdealer: online oder im Migros
Packungsgröße: 8 x 2 Kekse à  25g, insgesamt also 200g
Preis: 3,80 SFR (im Online-Shop von Migros)
Zutaten: Milchschokolade 48% (Zucker, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Kakaomasse, Emulgator: Sojalecithin, Aroma), Weizenmehl, Weizenstärke, Zucker, Pflanzenöle und -fette, Invertzuckersirup, Butter 2,5%, Magermilchpulver, Glucosesirup, Kochsalz, Backtriebmittel: E 503, E 500, Kondensmilch, Aromen. Kochsalz insgesamt: 0.4%
Kann Haselnüsse enthalten.
Bewertung (1-10): 7,5
Pro: Feinste Schweizer Schokolade auf knackiger Keksgrundlage. Einzeln schmeckbar verschmelzen die beiden unterschiedlichen Schichten zu einem leckeren Ganzen, bleiben jedoch auch einzeln wunderbar genießbar. Verpackung und Aufmachung sind ebenso praktisch wie ansprechend, vor allem in der hier getesteten Version mit 2 Keksen pro Tütchen.
Contra: Gleichwohl handelt es sich hierbei um einen standartisierten Industriekeks ohne jede Raffinesse. Dafür mit diversen  Stoffen der Lebensmittelchemie. Und somit alles andere als für den täglichen Verzehr geeignet.