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Bäckereien im Porträt Berlin Individualisten Kekse im Test Kekspolitik Rezensionen / Backbücher

Sweet Berlin: Eine Stadt und ihre Krümel!

Individualistenfc

Berlin hat seine süße Seiten, dem bin ich mir schon lange bewusst. Jetzt aber gibt es auch das Buch, das genau diese Seiten aufschlägt und die Süßkramdealer und Verführer und inmitten ihrer verführerischsten Krümel vorstellt.

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Kekspolitik Kunst am Keks Rezensionen / Backbücher

Krümelige Geschenke: Nächste Kekse – Talking Cookies – Krümelmonster to go

Titelblatt Kekskalendarium

Zeit für Plätzchen ist es, Zeit für Kekse. Zeit für mehr Kekse. Zeit für Nächste Kekse. Seit 4 Jahren backe und brutzele ich hier jetzt und halte euch die Keksrezepte vor die Nase. Da hat Anna mich zurecht darauf hingewiesen, dass es höchste Zeit ist, für einen Ausdruck. Für Kekse auf 12 Seiten. Kekse mit Texten. Gereimte Krümel, gerahmte Bilder. Zum Aufhängen, Blättern, Weiterbacken. Zum Schmunzeln, Staunen und – Verschenken!

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Rezensionen / Backbücher

Food Change: 7 Leitideen für eine neue Esskultur und ein Zukunftsmenü

"Food Change" - Wie schmeckt die Zukunft?

Um unser Essverhalten und unsere Lebensmittel ist dieser Tage so einiges an Themen im Gespräch.  Allerorten wird die Macht der Verbraucher beschworen und an unsere Gewissen appeliert. Keine Tiere mehr essen, nur noch regional gewachsene Zutaten einkaufen, Bioläden statt Supermarktketten, Einzelhändler statt Discounter konsultieren. Zurecht.

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Kekse im Test Rezensionen / Backbücher

Cornelia Funke: Kein Keks für Kobolde

Cover des Kinderbuchs Kein Keks für Kobolde von Cornelia Funke

Schon lange liegt dieses Buch hier bei mir ganz oben auf dem Stapel und doch kam ich nie dazu, wenigstens einen kurzen Beitrag darüber zu schreiben. Aber dann kam es doppelt: Ich liege krank im Bett und kann nichts tun außer lesen, tippseln und Filmchen gucken und prompt kam die Tage ein kleines Porträt der Schrifstellerin Cornelia Funke im Fernsehen.

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Rezensionen / Backbücher

Warum wir essen, was wir essen?

Feine Nahrungsmittel

Auch ich esse ja beileibe nicht nur Kekse. Aber warum mag ich zum Beispiel Kekse und andere lieber Pasta oder Chili con Carne? Warum brauche ich meine tägliche Banane und andere ihr Schnitzel? Warum liebe ich Tomaten und Gurken schon immer in allen Variationen, Auberginen aber erst seit vorletztem Jahr? Und wieso wird mir beim Eier-Verzehr regelmäßig übel?

Die österreichische Ernährungswissenschaftlerin Eva Derndorfer hat sich diesen und noch vielen anderen Fragen dankenswerter Weise mit jeder Menge Ausdauer, Humor und Lust am Essen und Entdecken gewidmet. In dem eher ratgeberhaft anmutenden Büchlein gibt es viele populärwissenschaftliche Häppchen. Die Bilder dazu beschränken sich meist auf kleine Formate, bieten Bild zum Text, aber nicht mehr.

Schmauen Sie schon oder essen sie noch? Das Auge isst mit und Genuss braucht Zeit. Der Begriff “Schmauen” beinhaltet nicht nur das Schauen, er vereint auch Schmecken mit Kauen und er spricht von Genuss. Nicht umsonst liebe ich es also, meine Kekse selbst zu backen und dabei mit allen Sinnen zu erfahren und gebe mir Mühe, dass sie hernach nicht nur gut aussehen sondern auch mit Genuss und Respekt verspeist werden. (s. S.51)

Warum wir essen - Headlines

Viele Fragen, auf die man selbst noch immer keine zufriedenstellende Antwort gefunden hat,  werden gestellt, manche davon auch eindeutig beantwortet. Sind viele kleine Mahlzeiten besser als drei große oder umgekehrt, große dicke Kekse also besser als dünne kleine Kekse? (s. S. 49) Und was heißt besser? Sättigender, zufrieden stellender, oder gar der Gewichtsabnahme zuträglich? Welche Aufgabe hat Ernährung überhaupt und wieso klingt “Ernährung” immer gleich furchtbar gesund und überhaupt nicht glücklich machend?

Ist Foodbloggen eine Krankheit?

Wieso schmecken manche Lebensmittel, wie Brot oder Kartoffeln, jeden Tag, andere nur 2 Mal im Jahr (Spargel?) und wieder andere so gar nicht? (s. S. 51) Wieso können Kinder wochenlang immer das gleiche essen (Nudeln mit Soße, Fischstäbchen, Nudelauflauf, Pommes), uns Erwachsene aber verlangt es viel öfter nach Abwechslung. Wieso schmeckt im Urlaub das gleiche Gericht, der gleiche Wein um Längen besser als zu Hause? Gelernt habe ich auch, dass sich nicht nur das Gehör und die Sehstärke mit dem Alter verändert, sondern auch der Geschmackssinn: Vanille schmeckt weniger intensiv und süße Waffeln weniger fettig, wer hätte das gedacht? (s. S. 57)

Dass der Verzehr von Knoblauch zu unangenehmen Gerüchen führt ist allgemein bekannt, dass aber auch der Verzehr von rotem Fleisch den Körpergeruch von Personen verändert, und zwar negativ, wusste ich nicht. (S. 72) Kochen und das Wissen um Kochzutaten, -techniken und -zutaten und der Genuss guten Essens, was immer das für den einzelnen sein mag, macht attraktiv. Wer sich aber übermäßig, und das beginnt bei 3 Stunden täglich, mit Essen und insbesondere gutem und gesundem Essen beschäftigt, gilt manchen bereits als krank. Orthorexia nervosa heißt diese weniger gefährliche aber doch das gesellschaftliche Leben beeinträchtigende Krankheit (S. 53) 3 Stunden, das schaffen wir Foodblogger doch mit links! Auch wenn es uns wohl weniger ums gesunde als ums leckere Essen geht :)

Cover Warum

“Beim Konsum von Schokolade geht es um uns selbst” schreibt Frau Derndorfer im Kapitel Psychofood. Ehrlich gesagt, geht es mir bei allem, was ich esse, in erster Linie um mich selbst. Ob und wie Schokolade und Psyche interagieren wird hingegen allerorts diskutiert. Frau Derndorfer trägt einige Ergebnisse aus den unterschiedlichsten Untersuchungen auf diesem Gebiet zusammen. So sollen Frauen lieber dunkle, Männer, vor allem junge, lieber zu Milchschokolade greifen. Stimmt das für euch, bin ich die alleinige Ausnahme?
Mein Highlight jedenfalls war die Beschreibung des Kekstestes, bei dem Probanden je mehr Kekse aßen (sie sollten Schokokekse bewerten!), je weniger sie zuvor von anderen Probanden für sympathisch beurteilt wurden. (s. S.74) Seid also bloß nicht zu nett zu mir, sonst vergeht mir noch die Kekslust. :)

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Besondere Kekse Makronen Rezensionen / Backbücher

Eischnee und Zitronensaft: Brutti ma buoni

Brutti ma buoni

Nachdem die letzten Kekse optisch zwar super ankamen, aber leider geschmacklich nicht so ganz mithalten konnten, wollte ich dieses Mal beim Geschmack kompromisslos bleiben. Auf die inneren Werte des Feingebäcks setzen, sozusagen. Und was eignet sich für diesen Ansatz besser als  italienische Brutti ma buoni? Niente!

“Brutti ma buoni” heißt nämlich nichts anderes als “hässlich, aber gut”, und  außen pfui, innen hui lautete damit die entspannende Devise für den Backvorgang. Diese Kekse müssten hinterher nicht dekorativ glänzen, sondern einzig durch ihren Geschmack überzeugen.

Seit ich bei bell’alimento über das Rezept gestolpert war, wollte ich diese italienische Spezialität aus dem Piemont unbedingt selbst einmal backen. Das lag einerseits daran, dass die Bruttis hier so gar nicht hässlich daher kamen, sondern eher wie eine einfachere Version der Macarons, andererseits  reizte mich die Übersichtlichkeit der Zutaten (bei bell’alimento genau 5 an der Zahl) und die ungewöhnliche Zubereitung im Wasserbad.

In der Pfanne: Brutti ma buoni

Als ich mich im Netz weiter umsah, entdeckte ich viele Abweichungen und Improvisationen um ein traditionelles Grundrezept herum, wie das ja bei vielen Gerichten über die Jahre der Fall ist. Und bald wusste ich, wie meine Version aussehen würde. Zunächst aber galt es zwischen der Zubereitung im Wasserbad und der in der Pfanne zu entscheiden.

Da traf es sich gut, dass just zu diesem Zeitpunkt das neue Backbuch der Züricherin Karin Messerli mit dem programmatischen Titel “Eischnee & Zitronensaft” zu mir fand, das die Pfannenzubereitung bevorzugte.

Karin Messerli, Journalistin und freischaffende Autorin, und hat bereits einige Koch- und Backbücher zu verantworten, insbesondere den Vorgänger “Eigelb & Puderzucker“, der sich der klassischen (schweizer) Weihnachtsbäckerei widmete. Gemein ist ihren Bücher ihre klare, unaufgeregte Ästhetik, sowohl was Text als auch Bild betrifft.  Und was ich ganz wunderbar finde:  Die Kapitel orientieren sich an der Konsistenz der Backwaren, eines zu “von luftig bis buttrig-karamelisiert” ein anderes für ” von zartschmelzend-luftig bis würzig-hart”.

Eischnee & Zitronensaft: Brutti ma buoni

“Die 51 Guetsli im Buch sind eine kleine persönliche Sammlung meiner liebsten Guetsli”

schreibt sie im Vorwort, und entsprechend finden sich zu fast jedem Rezept Varianten mit anderen Zutaten, Dekorvorschläge und Hinweise zu den einzelnen Zutaten.

Rezept: Brutti ma buoni *) nach Karin Messerli, allerdings musste ich ob der Eierarmut in meinem Kühlschrank die Teigmenge reduzieren und habe gleich noch ein paar Variationen hinzugefügt:

  • 2 Eiweiß (im Original 3)
  • einige Tropfen Zitronenaroma (eigentlich Zitronensaft)
  • 85g Zucker (im Original 125)
  • 1 Msp Vanillemark (eigentlich 1/8 TL Vanillepaste)
  • 1 Msp Salz
  • 50 g gemahlene Haselnüsse und
  • 50g Mandelblättchen, beides geröstet (im Original 150g Haselnüsse, geröstet, geschält und fein gehackt)
  • 1 Riegel Shokomonk zartbitter Haselnuss-Crêpe (50g dunkle Schokolade verlangte das Rezept), gehackt
  • Walnussöl (oder auch: Fett für die Pfanne)

Fest steht: Schoko- und Nussanteile können weggelassen, getauscht und ergänzt werden, der Zucker durch Puderzucker, die Vanille durch Zimt ersetzt werden.

Brutti ma buoni

Die Zubereitung gelingt, wenn erst das Eiweiß mit der Zitrone steif und dann mit dem einrieselnden Zucker final geschlagen wird. Dann Nüsse, Salz und Vanille unterheben. Jetzt kommt der Trick für die feine Konsistenz: Zu je nach Rezept unterschiedlichen Zeitpunkten, hier vor der Schokoladenzufügung und in einer gefetteten Pfanne, wird die Masse unter Rühren erhitzt, bis sie leicht Farbe annimmt. Dann kurz abkühlen lassen und die Schokostücke unterziehen. Mir gefiel der Marmoreffekt, so habe ich die Schokolade tatsächlich nur kurz untergehoben.

Anschließend den Backofen auf 160°C vorheizen, haselnussgroße Häufchen abstechen, auf einem Backblech platzieren und für 20-30 Minuten backen. Wer mag, kann sie noch warm mit Puderzucker bestäuben, mir genügte die Grundsüße und die Optik gefiel mir ohne Puderzucker auch besser.

1) Fazit, Das Rezept Das Rezept ist gelungen, es ist gut nachvollziehbar und ohne aufwendige Gerätschaften zu bewerkstelligen. Die fertigen Brutti ma buoni sind weniger hässlich als der Name vermuten lässt und von der Konsistenz her tatsächlich “von weich bis zart krokant”. Einerseits zergeht das doppelt gebackene Eiweiß auf der Zunge, die gerösteten Nüsse geben krokantigen Biss, innen wartet amerikanisch “chewy” ein geschmacksintensiver Kern. Die Schokolade ist stark ohne überhandzunehmen und die Kekse wohl schneller weg, als ich meinen Traum von italienischen Momenten zu Ende geträumt hätte.

2) Fazit, Das Buch: Leider ist das Buch in Deutschland noch nicht verfügbar, denn bereits dieses erste Rezept daraus hat mir viel Spaß gemacht. Viele weitere wirken auf den ersten Blick ebenso machbar wie verführerisch. Für mich Sehnsuchtsschweizerin gibt es Zusatzpunkte für die Schweizer Guetsli (=Plätzchen)-Rezepte, die simple aber alles andere als sterile Sachlichkeit der Aufmachung und die variable Rezeptgestaltung.

*) Eigentlich sind es ja einfach etwas feinere Schokoladen-Nuss-Makronen, aber pssst!

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Besondere Kekse Kekse im Test Rezensionen / Backbücher

Oetker’s Frischkäse-Kekse to go

Frischkäse-Kekse aus dem Glas

Dass ich dieses Buch haben musste, stand spätestens mit der Eröffnung dieser meiner KeksTest-Arena fest. Welches Plätzchen ich nun aber daraus zu erst backen würde, blieb durchaus einige Zeit unklar. Nach dem ersten Blättern durch die Rezepte, waren mir diese viel zu hausbacken erschienen. Beim zweiten Blick nach einigen Wochen hatte sich das komplett geändert, ich wollte Pinienkern-Makronen versuchen und Weinplätzchen. Schließlich hatte ich mich auf die Möhren-Gnocchi der Nonna festgelegt. Die heißen nicht nur so, die sehen tatsächlich zumindest im Backbuch auch so aus!

Dabei blieb es. Wochenlang. Aber ich kam nicht dazu, stattdessen wurde alles andere gebacken: erst Zucchini Brot, dann Rüblitorte und zuletzt Apfelkuchen. Und heute, da tatsächlich ein frühlingshafter Plätzchen-Backversuch möglich wäre, habe ich keine Möhren im Haus. Geschweige denn Pistazien.

Aber Frischkäse. Und während andere konsequent sind, kann ich improvisieren. Et voilà: Frischkäse-Kekse! Halb Frischkäse, halb Mandeln plus die üblichen Backzutaten. Dass die meinen etwas dunkler gerieten, liegt an meiner Verwendung von gemahlenen Mandeln mit statt ohne Schale:

Frischkäse-Kekse gestapelt

Morgen  hat nämlich ein Beuteltier Geburtstag und da gibt es standesgemäß kleinteilige Kekse statt schwergewichtiger Kuchen! Ich bin gespannt, ob sie gefallen, gebacken sind sie jedenfalls ratzfatz.

Zutaten to klickErst gilt es Frischkäse und Butterschmalz schaumig zu rühren, dann erst kommen Vanille-Zucker, Zucker und Bittermandel-Aroma (bei mir durch französisches Macadamia-Nuss-Aroma ersetzt). Schließlich das Eiweiß. Hier war ich mir unsicher, aber da im Rezept nichts weiter stand, kam mein Eiweiß direkt aus dem Ei in die Frischkäsemasse.

Ganz falsch schien das nicht gewesen zu sein. Zu guter Letzt Mehl, Backpulver, Mandeln und  geriebene Zitronenschale untermengen und fertig ist der Teig.  So mag ich das ja und formte rasch kleine Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech.

Dann allerdings stutzte ich erneut: Es galt die Teighäufchen bereits vor dem Backen mit Puderzucker zu bestäuben, das hatte ich ja noch nie! Aber gut, auch das versuchte ich und schob das Blech samt Puderzucker für 12 Minuten in den Ofen.

Well, ich habe nachträglich durchaus nochmal nachgestaubt, ich meine, halb gestaubt ist höchstens halb gewonnen! Das Ergebnis sind sehr saftige, und ebenso zarte wie milde und daher frühlingshafte Kekse. Deren Mandel-Macadamia-Flair erst mit dem zweiten Bissen auftrumpft. Dann aber ist man verloren, Keks für Keks für Keks…

Bewertung (1-10): 8,5
Pro: Kekse, die  wohl dank dem Frischkäse wie leckerer roher Keksteig schmecken: intensiv und saftig. Süß, aber nicht zu süß. Übersichtliche Zutatenauswahl. Leicht zuzubereiten. Überschaubarer zeitlicher Aufwand. Fast ohne Mehl.
Contra: Das Mandel/Macadamia-Aroma  ist mir noch nicht ausgeprägt genug und das liegt eher nicht daran, dass meine Mandeln nicht geschält waren. Nächstesmal werde ich  vorher auf jeden Fall rösten. Wenn ich nicht doch ein anderes  Rezept ausprobiere, da sind bestimmt noch so einige Schätze zu bergen.

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Kuchen Rezensionen / Backbücher

Es muss nicht immer Keks sein

Barcomi's Zucchini-Walnut-Bread - Zum Reinbeissen
Oder frei nach Marie Antoinette: „Wenn ihr keine Kekse habt, esst doch Kuchen!“
Wenn die Freundin sich nach einigem Zögern doch noch entschließt, den 32. Geburtstag feierlich zu begehen, darf ein Geburtstagskuchen nicht fehlen. Mein verlässlichster Kuchen ist, neben Käsekuchen,  das Zucchini-Walnut-Bread von Cynthia Barcomi. Das gelingt, schmeckt, ist angemessen originell und je nach vorhandenen Lebensmitteln varriierbar.

Mit einigen Dekosternchen wird daraus ein formidabler, weil saftiger Geburtstagskuchen, der schon während des Backens so gut riecht, dass ich alle Mühe hatte, ihn unangeschnitten zur Party mitzubringen!

Barcomi's Zucchini-Walnut-Bread - 32

Das Rezept findet sich in Cynthia Barcomis Backbuch, das uns schon so einige Schlemmerorgien beschert hat:
Meine Abwandlungen beschränkten sich dieses Mal auf Vollkorn- statt Weißmehl, Block- statt Zartbitterschokolade und drei Karotten an Stelle der zweiten Zucchini! Statt der Kastenform eine runde Backform zu verwenden hatte sich bereits beim letzten Backversuch bewährt!
Blockschokolade ist für mich schließlich Kindheitserinnerung, Backvergnügen und genussvoller Ersatz für Zartbittersorten, mit denen ich einfach nicht warm werde. Und nicht zuletzt: Blockschokolade habe ich immer im Haus!

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Kekspolitik Rezensionen / Backbücher

Ein Keks ist ein Keks ist ein…

…Keks? – Warum nicht alle Kekse glücklich machen!

Hans-Ulrich Grimm, Die Kalorienlüge Die meisten Leute essen Kekse, schlichterdings weil ihnen Kekse gut schmecken. Weil sie süß und knusprig sind, weil sie verführerisch duften und/oder edel verpackt sind. Zur Weihnachtszeit besteht der eine oder andere auf selbstgebackene Kekse, die dann auch Plätzchen, Guetsle, Brötle etc. heißen dürfen. Viele backen tatsächlich selbst, andere weichen aus langjähriger Überzeugung auf die Podukte der Mama, Oma oder Nachbarin aus.
Den Rest des Jahres allerdings backt kaum jemand Kekse, wir kaufen unsere krümeligen Verführer stattdessen im Supermarkt und greifen spontan verführt im Cafe oder Feinkostladen zu einer angepriesenen Packung Gebäck. Und glauben, wir äßen auch dann Kekse aus Mehl, Butter, Zucker und Gewürzen. Aber Pustekuchen!

Das Buch

Davon, dass diese Kekse nicht nur den Charme des Selbstgemachten vermissen lassen, sondern sich geradezu fundamentale Unterschiede in den Zutaten aufweisen, davon handelt “Die Kalorienlüge” von Hans-Ulrich Grimm!
Trotz des eher reißerischen Titels, sind die Protagonisten dieses Werks nämlich nicht etwa nur die Kalorien, die manch einer auch beim nachmittäglich Keksgenuß zählt, sondern die Zusatz– bzw. Ersatzstoffe, die künstlichen Aromen, modifizierten Stärken, Hormone, Weichmacher, Geschmacksverstärker etc. , die sich in diesen industriell gefertigten Lebensmitteln tummeln. In zunehmendem, bereits erschreckenden Maß. Unkontrollierbar, weil noch lange nicht wirklich erforscht, und mit einer unüberschaubaren Menge an Eigenschaften, Signalen und Nebeneffekten behaftet.

Entsprechend der Dr. Watson Prinzipien warnt das Buch nicht etwa vor bestimmten Lebensmitteln, noch bietet es konkrete Handlungsvorschläge. Stattdessen informiert uns Grimm über die Tatsachen und inherenten Risiken, und das umfassend, aber fast möchte man sagen anekdotengleich. Aber natürlich es geht auch um unsere Gesundheit und dass Diäten nicht alles sind.

Was das alles mit Keksen (und mir) zu tun hat?

Ich möchte meine Kekse genießen können, als Kekse aus Mehl, Butter, Zucker, Kakao, Zimt und Vanille, und nicht als Chemie-Konglomerate aus Plastikmolekülen und Schwermetallen unbestimmter Art. Ich möchte wissen, dass mich übermäßiger Keksgenuß nicht nur möglicherweise dick, sondern vielleicht ganz nebenbei auch noch unersättlich, allergisch, rheumatisch und unfruchtbar macht. Und um nicht hinterrücks manipuliert zu werden, lese ich Bücher von Leuten wie Grimm, der nichts von hysterischen Zucker-und-Fett-Paniken hält, sondern stattdessen Krümel für Krümel der appetitverderbenden Machenschaften der Nahrungsmittelchemie öffentlich macht.

Hans-Ulrich Grimm
Die Kalorienlüge
Über die unheimlichen Dickmacher aus dem Supermarkt
Dr. Watson Books 2009
2. Auflage
228 Seiten, € 19,80
Gebunden, Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN: 978-3-9810915-4-0
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Rezensionen / Backbücher Weihnachtsbäckerei

Pfeffernüssle im Schnee

Pfeffernüsse im Schnee

2010 wird das Jahr der  Hershey Buttons, 2009 aber war das Jahr der Pfeffernüsse! Und auch wenn Weihnachten eigentlich schon fast vorbei ist, auf Pfeffernüsse wollte und konnte ich nicht verzichten!
Die “Leckereien aus der Weihnachtsbäckerei” von  Marie-Theres Wiener, das Buch, das mich seit Kindertagen erfolgreich zum vorweihnachtlichen Plätzchenbacken führt und verführt, ist im Handel leider nicht mehr erhältlich. Aber auch das erwählte Pfeffernüssle-Rezept stammt aus seinen abgegriffenen Seiten. “Weisse Pfeffernüsse” heißen sie hier, gibt es denn tatsächlich auch dunkle, braune, schwarze oder graue?

Das Backen jedenfalls fand während heftigen Schneetreibens statt, umso schöner war es, sich in der warmen Küche aufzuhalten, die mit fortschreitender Zeit immer intensiver nach Kardamom, Zimt und Anis duftete. Tausend und eine Nacht waren gar nicht mehr so fern, nur eben unter einer wachsenden Schneedecke geborgen, wie der Blick aus dem Küchenfenster zeigt:

Schnee der auf Wunderlampen fällt
Schnee, der auf Wunderlampen fällt

Für den Teig benötigt man:

  • 500 gr Mehr
  • 3 TL Backpulver
  • 325 gr Zucker (ich habe nur 280 gr genommen)
  • abgeriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone
  • 1 EL Zimt
  • je 1 TL Kardamom, Nelken- und Anispulver (großzügig!)
  • 1 PRise Salz
  • 2 Eier
  • 6 El Milch (ich brauchte mindestens 12!!)
  • 50 gr gemahlene Mandeln ( ich habe Mandelplättchen im Morser zerrieben)
  • 50 gr Zitronat (habe ich geflissentlich überlesen)

Und dann dürfen alle diese  Zutaten zu einem glatten Teig verknetet werden.  Ich liebe ja Back-Rezepte, bei denen einfach alle Zutaten vermengt werden müssen ( beim Kochen liebe ich entsprechend Eintopf-Gerichte)!
Wie beim Rezept bereits angemerkt, benötigte ich mindestens 12 EL Milch und habe das Rezept einige Male lesen müssen, um glaben zu können, dass da so rein gar kein Fett reinkommt. (Kennt ihr das auch so?)

Von dem Teig direktemang (sprich ohne vorherirges Kühlen) haselnuss- bis walnussgroße Stücke abteilen und daraus Kugeln formen. Diese, ruhig mit wenig Zwischenraum, auf ‘s Backblech legen und im vorgeheiztem Ofen bei 175° Grad etwa 15 Minuten backen. (Möglichst nicht länger und auch die abgekühlten Pfeffernüsse in Blechdosen aufbewahren,  sonst werden sie arg hart! Meine Oma hat so schon beim Reinbeissen gejammert…)

Paradiesisch: Blechweise Leckereien

Obwohl die Dänen konsequent auf  jegliche Dekoration bei Pfeffernüssen verzichten, darf anschließend wer mag natürlich verzieren. Klassischerweise mit einem Zuckerguß aus Puderzucker (250 g) und Zitronensaft (1 Zitrone) oder Rum, und halben Mandeln;  ich habe dieses Mal zu schwarzweißen Schokostreusel gegriffen. Hauptsache, es gefällt!

Und damit verabschiede ich mich endgültig ins Offline für dieses Jahr, wir lesen uns an dieser Stelle im nächsten. Guten Rutsch allerseits und  ein freundlich gesonnenes 2010!