Advent 2018 mit Backzutaten, die kein Vanillekipferl bisher auch nur geahnt hat!

By , 2 Dezember, 2017, No Comment

Der Advent 2018 beginnt für mich in einem Farbenmeer! Statt im grauen Berlin darf ich in ein Meer aus Farben, Aromen und Licht tauchen und werde täglich zu neuen Backorgien inspiriert. Aber dazu später mehr, heute will ich euch mit ein wenig Exotik für eine Weihnachtsbäckerei jenseits von Zimtstern und Vanillekipferl begeistern.

  1. Himbeerpulver

Bereits im letzten Beitrag in Anwendung erprobt: gefriergetrocknete Himbeere. Hier in Marokko sind es eher Erdbeeren, die in Nougatmasse eingearbeitet werden, Fakt ist, Farbe und Aroma sind in Kombination der Knaller. Im teig färbt es etwas weniger, aber alles was ihr glasiert könnt ihr so in einen fruchtigen Augenschmaus verwandeln, ich sag nur #pinkmatters. Mit Stückchen oder ohne, entscheidet ihr durch den Mahlgrad selbst.

Dealer: Ich empfehle den Markt eurer Wahl, einen guten Gewürzhändler, oder für die die selber mahlen auch jeden Biomarkt.
Rezeptideen: In amerikanischen Blogs findet ihr jede Menge und ersetzt einfach die Chemie durch Geschmack, ob Bäumchen, Christbaumkugeln oder Weiss-Pink-Gebäck!

go sake and soj sauce

2. Sake

Backen mit Spirituosen ist ja immer so eine Sache bzw. ich kein großer Fan davon, außer natürlich bei der Schwarzwälder Kirschtorte. In der Weihnachstbäckerei ist es dann auch noch meist Rum, der bei mir nur bei Rum-Trauben-Nuss-Schokolade darf oder in eine heiße Schokolade, nicht aber in Teige. Umso toller finde ich die Idee, die asiatischen Geschmacksrichtungen auch bei der Weihnachtsbäckerei Einzug halten zu lassen.

Abgesehen davon, dass Japaner keine ausgeprägte Weihnachtsbäckerei-Kultur haben (Deutsche in Japan helfen sich mit japanischen Abwandlungen bekannter Rezepte!), lohnt es sich immer wieder nach japanischen Cookies zu googeln, um auf neue Ideen zu kommen, was Formen und Farben anbelangt. Meine Liebe zu Matcha ist ja längst kein Geheimnis mehr. Und ja, theoretisch könnte man vermutlich auch mit de Sojasauce backen, allerdings weniger weihnachtlich. Was hingegen wunderbar mit Sake geht ist zum Beispiel Endlich mal mit Reismehl backen – Reismehl, Sake und Mohn ist für mich die neueste Geschmackskombination, fernab von Aromenkitsch sondern ganz zart und optisch ein echtes Schneebällchen, oder was meint ihr?

Das Bild stammt von Sams grossartigem Blog Ahead of Thyme, wo es auch das glutenfreie Originalrezept zu entdecken gibt! Was ich getan, aber leider nicht fotografiert habe, bevor ich nach Marokko bin, ist das Rosenwasser, von dem ich kein großer Fan bin, mit Sake zu ersetzen – Halleluja, bzw. Go Sake!

3. Frische Nussbutter

Die nächste Entdeckung ist  für alle, die gerne mit Nüssen „arbeiten“ bzw. so Nussmus-Süchtiger ist wie ich. Heyqnut ist ein Startup, dass im Allgäu eine schonend mahlende Nussmühle entwickelt hat. Wer einmal das Produkt gekostet hat, isst nie mehr Erdnussbutter, I swear. Selbst gekaufte Mandelbutter wird es schwerhaben und hätte ich hier in Marokko nicht gerade Amlou, das traditionelle Mandelmus mit Arganöl in Bioqualität aufgetischt bekommen, hätte ich Abhängigkeit deklariert.

heyqnut - nutbutter grinder

Gute Zutaten, das predige ich ja seit Anbeginn, möglichst unvermischt und in guter Verarbeitung, mehr braucht auch ein guter Keks nicht. Und wo ich das so schreibe und hier in Marokko die Gewürze in reinster Qualität um mich habe, träume ich von einer Kekstester-Heyqnutbutter-Kollektion mit Gewürz-Nussmischungen, namely Cashew-Kurkuma, Mandel-Zimt, oder auch Macadamia-Sternanis, Pistazie-Tonkabohne?

Dealer:  Im Zweifelsfalle bekniet euren Bioladen, sich so eine Mühle anzuschaffen.
Rezepte: Ernsthaft, bißchen Mehl, bißchen Süße und im Zweifelsfall ein Eis zum binden und ihr erhaltet grossartige mürbe Plätzchen, alles wo viel Mandelmehl oder gemahlene Nüsse oder Mandeln im Rezept stehen, könnt ihr hiermit zum Geschmacksknaller machen, bei dem tatsächlich die Nuss im Vordergrund steht, Zimsterne zum Beipiel oder alles Arten von müben Mandelplätzchen oder Makronen.

Guermello Roasted Nuts from Morocco

Und nennt es Kismet, aber prompt entdecke ich gestern inmitten des Atlasgebirges den Stand eines marokkanischen Startups namens Guermello mit gerösteten, zum Teil karamellisierten, zum Teil gesalzen und mit Kräutern und Gewürzen gewürzten Mandeln und Nüssen, namentlich: Mandeln, Erdnüsse und Cashewnüsse mit Rosmarin,  Thymian, gemischten Kräutern oder – Achtung: Nussträume eines Anisliebhabers wurden wahr! – Anis, Sesam oder Kokos.

In diesem Sinne euch ein genussvolles erstes Advent-Wochenende aus dem Bergen Marokkos! Und muss ich erwähnen, dass und wie sehr ich mich freuen würde, von euren Backabenteuern in den Kommentaren zu lesen? Please!

On a Sidenote: Keine der hier genannten Firmen hat mich für die Erwähnung bezahlt, heyqnut habe ich kontaktiert und verschiedene Nussbuttersorten – Macadamia, Pistazie, Haselnuss – verkosten dürfen.

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