ISM 2010 revisited

Von , 2. Februar 2010, 4 Kommentare

Too much sweets will kill you

Gestern war der süßeste Tag des Jahres. Meiner jedenfalls, denn ich war von morgens bis abends auf der ISM unterwegs.  Ich habe viel gesehen, gegrübelt, gestaunt und gelernt. Zum Beispiel,

  • dass Süßigkeiten heute nicht nur zucker- und glutenfrei, sondern mindestens auch nussfrei, transfettfrei und am besten sowieso gesund sein sollten.
  • Dass aus Hong-Kong federleichte Frühlingszwiebel-Cracker kommen, die so intensiv schmecken, dass ich mir eine Packung Frischkäse herbeigewünscht hätte.
  • Dass Pepperidge Farm-Cookies am besten nach einem 20-30sekündigen Aufenthalt in der Mikrowelle schmecken.
  • Dass Süßwaren häufig aus generationenübergreifenden Familienunternehmen stammen.
  • Dass eine dänische Firma Popcorn Riegel produziert, die, obwohl mit Karamell zusammengeklebt, nicht zu süß schmecken.
  • Dass es bald auch in Deutschland solch unendlich süßen, in kreischend bunten Zuckerfarben dekorierten Cookie-Varianten gibt, die bisher nur Amerikanern vorenthalten waren.
  • Oder, dass Dirk Bach ein Faible für die Kombination Schokolade/ Curry Ananas hat.

Cookies, Kekse, Feingebäck - in Überlebensgröße

Es gab zwar viele, viele Kekse zum Probieren, aber leider muss ich sagen, dass enttäuschenderweise die Kekse nicht das Beste dieser ISM waren!  Denn diese tauchten allzu häufig in Form massenproduzierter Kaffeekekse auf, wie man Sie in jedem Café, in jedem Meeting  als Zugabe zum favorisierten Heißgetränk  bekommt. Originell ist anders. Leider bin auch kein explizieter Fan von Waffelgebäck, denn auch davon gab es jede Menge. Ich mag Waffeln, wenn, dann frisch gebacken, mit Obst oder Eis oder Apfelmus.

Meine persönlichen Highlights der diesjährigen Süßwarenmesse sind daher buntgemischt, soll mir ja keiner nachsagen, ich schaute nicht rechts noch links:

  1. Schokoladige Patronenhülsen Schokoladige Patronenhülsen – als edel-aromatische Eyecatcher nicht nur originell sondern auch jedes Bondfilms würdig. Ich ließ mir Apple-Tatin auf der Zunge explodieren bzw. zergehen, aber ich bin mir sicher, auch Tequila 007 und Caramel Sea Salt schmecken.
  2. Power Breakfast Cookies American-Style Cookies, produziert in Großbritannien, verkostet in Deutschland: Urteil gut. Und zwar insbesondere der Granola bzw. Power Breakfast Cookie à 55g!
    (Kekse zum Frühstück? Das nenne ich mal eine gute Idee!)
  3. Chocolate Frites Keine optische Täuschung sind diese Schokoladen-Pommes mit Mayo! Die Idee mag schon älter sein, ich bin ihr hier zum ersten Mal verfallen! Mit Ketchup kann ich sie mir zwar nicht vorstellen, diese Pommes. Umso besser allerdings aus Keksteig. Der passt doch von der Konsistenz her noch viel besser!
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Grapefruit Sandwich Cookies!

Von , 29. Januar 2010, 9 Kommentare

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Schöne Schuhe, leckere Kekse und der Tag ist dein Freund. Wenn die Schuhe dann noch petrolfarben und die Kekse erfolgreich zartbitter die Grapefruit zelebrieren, dann kann sich draußen der Schneematsch türmen, dann geht es mir gut.

Solch ein Tag wollte der heutige Tag werden und kredenzte mir beim frühmorgendlichen Einkauf ein paar unwiderstehliche Pumps. Und dann lauerte da ja noch die Herausforderung der erstmaligen Teilnahme an einem FoodBlogger-Event, für die ich mir das Grapefruit-Koch-Event des Gärtner-Blogs auserkoren hatte:

Garten-Koch-Event

Als ich das erste Mal davon las, gluckste mein Magen selig: Grapefruit, wie wundervoll! Wie ich sie liebe, diese frische Bitternis, diese herbe Herausforderung, diese fruchtfleischigen Wachmacher auch nach durchzechter Nacht!
Erst dann kamen die Zweifel: Grapefruit, was in Gottes Namen kocht oder bäckt man mit Grapefruit?! Mir fiel nichts ein. Nichts! Ein Gericht mit Grapefruit war mir bis dato nicht untergekommen. Sicher, man könnte einen Salat mit Grapefruit-Filets bereichern, aber erstens genügte mir das nicht und zweitens wollte ich wenn schon, denn schon Kekse einreichen!

Die Rettung brachte mir eine Koryphäe der amerikanischen Küche, Martha Stewart, mit ihren, gegenüber meinen Nussstängeli doch schon deutlich raffinierteren, Pink Grapefruit Sandwich Cookies:

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Die klangen überzeugend, wenn auch alles andere als simpel. Im Gegenteil, das klang nach Aufwand und es traf sich äußerst gut, dass just vorgestern erst ein Mixer in unseren Haushalt Einzug gehalten hatte. Den würde ich brauchen. Und frisch ans Werkt gemacht, sah die Küche bald alles andere als jungfräulich aus, aber der Reihe nach:

Zuerst galt es den Teig zuzubereiten, und zwar aus (ja, ich habe das Rezept nach meinem Geschmack abgewandelt, die amerikanischen Vorgaben ungefähr nur übersetzt und nach meiner Intuition auch verändert, beispielsweise weniger Zucker genommen):

  • Geriebener Schale einer unbehandelten Grapefruit Ruby Red und gut 100ml Saft
  • 100g Zucker
  • 250g Weißmehl
  • 1TL Backpulver
  • 0,5TL Salz
  • 125g Margarine
  • 2 Eigelb

Eigelb, Schalenabrieb, Salz, Zucker und Butter habe ich schaumig gerührt und dabei den Mixer eingeweiht. Dann habe ich Mehl und Backpulver untergerührt, den Teig zu einer Kugel zusammengeknetet und zum Kühlen, für eine halbe Stunde etwa, auf den Balkon verfrachtet.

Derweil ging es an die Füllung. Dass hierfür nochmal Butter benötigt werden würde, hatte ich ungeschickterweise übersehen. Da ich aber zwischenzeitlich auch diese Variation mit Ingwer entdeckt hatte, der auch nicht vorhanden war, lohnte sich der kurze Einkaufsausflug wenigstens. Jedenfalls freut sich die Füllung über:

  • 125g Butter
  • 125g Puderzucker (Achtung das Original-Rezept spricht von deutlich mehr)
  • 1TL Honig
  • 3El Grapefruitsaft (das Original spricht von 3 TL, das war mir zu wenig)
  • 1TL Ingwer (nächstes Mal nehme ich mehr, den schmeckt man kaum raus)

Alle Zutaten bis auf den Honig und den Saft werden schaumig geschlagen, dann der Honig und nach und nach der Saft untergemixt. (Ruhig kräftig mixen, da sich der Saft nicht freiwillig mit der Butter vermengt.)  Danach sollte man unbedingt probieren, ob Süße und Grapefruitgeschmack ausreichen und kühl stellen.
Jetzt ist die Zeit gekommen, sich ein wenig Vorfreude zu gönnen, die passende Ausstechform auszuwählen und sich zu überlegen, was man mit den fertigen Keksen alles anstellen könnte, einen vorzeitigen Valentinsgruß etwa?…

Vierblättriger keksiger Valentinsgruß (mit Zitrusnote)

Erwähnte ich bereits, dass die Kekse nicht ganz unkompliziert sind? Beim Auswellen und Ausstechen der Kekse bin ich zumindest kurz ins Zweifeln gekommen, ob ich mit diesem Rezept die richtige Wahl getroffen hatte. Der Teig war sehr feucht und klebte entsprechend nicht nur an den Ausstechformen. (Ich hatte zuerst Palmen im Sinn, diese erwiesen sich aber als eindeutig zu filigran für die Konsistenz des Teigs).
Dünn sollte man ihn auswellen – leichter gesagt als getan. Ich entschied mich für die Zuhilfenahme jeder Menge Mehl, einer einfachen runden, nicht zu großen Form und portionsweises Vorgehen. Der Plan ging auf und mit viel Geduld füllte sich das erste Blech, das sogleich für 20 Minuten in den 180°Grad heißen Ofen wanderte. Nahtlos folgte ein zweites, und beim Dritten wagte ich dann, Herzen auszustechen.

Die fertigen Kekslein sollten blass bleiben und nur am Rand leicht golden anbräunen. Hernach müssen sie abkühlen bevor man sie zu Paaren zusammenfügt und mittels reichlich Creme zusammenklebt. Die Creme reichte bei mir gut für alle, da also nicht zu sparsam sein, das würde man später nur bereuen :-)

Und ja, jetzt sind sie fertig, jetzt darf angebissen werden. Und lecker sind die! Auch wenn ich zugeben muss, dass man um die Grapefruit wissen muss, um sie eindeutig zu identifizieren.  Die Plätzchen schmecken aber deutlich nach Zitrusfrucht, säuerlich herb und angenehm erfrischend. Einen tollen Kontrast bieten die zitruscremige Füllung mit den mürben, zarten Plätzchen.

Übrigens: Alle Überlebenden Cookies  sollte man unbedingt luftdicht verschlossen im Kühlschrank aufbewahren und auch das nur wenige Tage. Durch die Buttercreme ist die Haltbarkeit deutlich begrenzt.

Red-Grapefruit-Cookies in Herzform

Name: Pink Grapefruit Sandwich Cookies
Preis: vernachlässigbar
Zutaten: Mehl, Zucker, Butter, Puderzucker, Grapefruit, Ingwer
Bewertung (1-10): 9,5
Pro: Dank toller Inspiration durch das Gärtnerblog und professioneller  guter Rezeptvorlagen gelangen diese raffinierten Kekse zu den besten, die ich bisher gebacken habe.
Contra: Einzig, dass die Grapefruit nicht eindeutig zu identifizieren war, bzw. ihr Geschmack nicht dominant genug. Dass die Zubereitung nicht kinderleicht war, möchte und kann ich ihnen schlecht zum Vorwurf machen.

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Nussstängeli sind toll

Von , 26. Januar 2010, 3 Kommentare

Nussstängeli-Türmli

Falls Sie es noch nicht wussten, Nussstängeli sind toll. Punkt aus. Und sollte tatsächlich  jemand zu zweifeln wagen, ziehe ich spontan folgende schlagkräftigen Argumente aus der Schürzentasche:

  1. Schweizer Nusstängeli sind trotz der vielen Nüsse keine Weihnachtsplätzchen, sondern Ganzjahreskekse!
  2. Nussstängeli dienen ob der vielen Nüsse als ideales Nervenfutter.
  3. Nussstängeli beruhen auf einem wundervoll einfachen Rezept, dass sich zudem auf die anwesenden Cerealien anpassen lässt.
  4. Sie passen perfekt zu aromatischem Tee, Cappuccino und heißer Schokolade, ebenso aber auch zum Bier. (Pur genießen geht natürlich auch.)
  5. Kross wie sie sind, eignen sie sich hervorragend zum Tunken.
  6. Es sind so ziemlich die uneitelsten Plätzchen, die ich kenne. Alles andere als platt kommen die robusten, quaderförmige Barren sehr gut ohne irgendwelchen Schnickschnack aus, einzig ein wenig Eigelb bringt ihre Oberseite zum Glänzen.
  7. Migros-Goodie für Schweizer Ohren und zorra!

Nussstängeli mit Sternli

Ok, zugegeben, auch Nusstängeli haben Nachteile. Eingefallen sind mir diese drei:

  1. Es umgibt sie die unwiderstehliche “Nehm-ich-eines-muss-ich-alle-vernaschen-Aura”.
  2. Wegen der massiven Nussnote würde ich sie im Hochsommer nicht gegen Eis antreten lassen.
  3. Um in den vollen Genuss ihres Aromas zu kommen, muss man sie mindestens eine Woche in einer Keksdose ruhen lassen. – Nur gut, dass ich dieses Mal zum Verschenken gebacken hatte, und dass zumindest meine Version auch frisch aus dem Ofen genießbar war!

Als ich letzthin nämlich vor der Frage stand, welche Kekse ich für mein Lieblingspraxisteam backe, erinnerte ich mich dieser nicht zu süßen Knabberstängelchen und machte mich sogleich auf die Suche nach einem Rezept. Fündig wurde ich bei swissmilk, deren Nussstängeli-Rezept mich optisch und inhaltlich gleichermaßen zu überzeugen wusste.
Angepasst auf die bei mir vorhandenen Zugaben ergab sich folgender Weg zum nussigen Erfolg (die Originalzutaten in Klammer):

  • 75g weiche Butter und 50g Margarine (125g weiche Butter)
  • 80g Zucker und ein Päckchen (125g Zucker)
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • 100g Mehl (175g Mehl)
  • je 100g gemahlene Haselnüsse und Mandeln (125g gemahlene Haselnüsse)
  • 1 Eigelb mit 1 TL Milch und 1 EL kalter Kaffee (1-2 Eigelb, mit 1 TL Milch verdünnt)

1. Schritt: Butter mit Zucker, Salz und Eiern schaumig schlagen. Haselnüsse, Mandeln und Mehl zugeben und rasch zu einem Teig zusammenrühren. Diesen in Folie gewickelt, etwa 1 Stunde auf dem eisigen Balkon deponieren (Das Original verlangte nach dem Kühlschrank).

2. Schritt: Teig auf wenig Mehl 7 mm dick auswellen (nächstes Mal nehme ich mindestens 1 cm, auf dass die Stängeli nachher auch wirklich eine quadratische Schnittfläche haben), in Stängeli von 5 x 1,5 cm schneiden, auf das mit Backpapier belegte Blech legen. Dann mit der Eigelb-Kaffeelösung bestreichen.

3. Schritt: In der Mitte des auf 200 °C vorgeheizten Ofens 8-10 Minuten backen. Unbedingt aufpassen, dass sie nicht zu lange backen und dadurch austrocknen!

PS: Erwähnte ich bereits, dass ich gute 3-Schritt-Rezepte zutiefst verehre und eifrigst sammle?

Nussstängeli mit Sternli (in line)

Da ich sie zum Verschenken gebacken hatte, verzierte ich die etwas zu platt geratenen Stängeli mit Sternchen aus weißer Schokolade und den restlichen gemahlenen Mandeln. Es sollte zu ihrem Schaden nicht sein.

Name: Nussstängeli, zuweilen auch Schweizer oder gar Appenzeller Nussstängeli
Preis: vernachlässigbar
Bewertung (1-10): 9
Pro: Was bleibt mir, als für die gute Rezeptvorlage zu danken und die Empfänger vielleicht wenigstens anonym zu zitieren: “…und die Kekse……….hmmmmmmmmmmmmm… danke :-) !!”
Contra: Etwas zu platt und entgegen dem oben noch hochgelobten puristischen Diktat dekoriert :-)

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Olivenölkekse von Gustini

Von , 20. Januar 2010, 2 Kommentare

Deseo Biscotti all'Olio Extravergine, Cacao e Pistacchi di Bronte

Stand da doch tatsächlich eine Packung Toskanischer Olivenölkekse vor mir auf dem Tisch. Nur gut, dass die Verpackung so hübsch und die Pistazien darauf so verführerisch blinzelten, dass mir auf den ersten Blick die namensgebende Zutat Olivenöl glatt entgangen war. Denn sonst hätte es das Päckchen Kekse nie auf meinen Tisch geschafft. Wo ich doch Jahre benötigt hatte, um Olivenöl auch nur in meiner Salatsoße zu dulden.

Die Verpackung versprach einiges, doch als ich das schillernden grünen Siegel ausreichend verletzt hatte, um den Deckel zu öffnen, fanden sich darin natürlich nicht sofort die Kekse.

Toskanische Olivenölkekse mit Kakao und PistazienNein, es galt eine weitere Verpackung zu öffnen, aromadicht versteht sich. Kaum war diese auch nur minimal angerissen, entströmte ihr ein reichhaltiger, dichter Schokoladenduft. Dieser eine, den ich von den dickflüssigen italienischen Trinkschokoladen kenne:
schokoladig-herb!
Der erste Blick in das Tütchen barg zwar Enttäuschung: so klein hatte ich mir die Kekse nicht vorgestellt (zum Größenvergleich siehe die Tulpenblüte oben auf dem Bild). Trotzdem habe ich natürlich zugegriffen – Gott sei Dank! Und dabei festgestellt, dass die Kekse nicht nur kleiner als gedacht, sondern auch extrem leicht sind.
Denn sie sind unsagbar mürbe, geradezu kross gebacken, ideal also zum Tunken in cremigen Cappuccino. Und der Duft bewahrheitet sich in zweierlei Hinsicht: sie sehen nicht nur gut, fast wie selbst gebacken aus, sie schmecken auch intensivst nach guter, nicht zu süßer Schokolade.

Nahaufnahme mit PistazienDie Pistazien allerdings sehen zwar auch an den tatsächlichen Keksen gut aus, man schmeckt sie aber nur bei höchster Konzentration. Und so bleibt mein diesmaliger Keksgenuß  zwiespältig aber lehrreich:

1) Man kann mit Olivenöl (und Kräutern bzw. Wein) auch leckerst süß backen!

2) Das hat natürlich mediterrane Tradition, nicht nur in Italien, auch in Griechenland!

3) Die Optik der Kekse – dunkler Schokoladenkeks kombiniert mit reichlich Pistazienkernen – stimmt für mich nicht ganz mit dem Geschmack überein, aber der Reihe nach:

Name: Deseo Olivenölkekse mit Kakao und Pistazien / Deseo Biscotti all’Olio Extravergine, Cacao e Pistacchi di Bronte
KeksdealerGustini – köstlich italienisch
Preis: 8,95 EUR

Packungsgröße: 160 g (1 Keks hat etwa 15 Gramm)
Zutaten: Weizenmehl,Zucker, Natives Olivenöl Extra 14 %, Pistazienkerne aus Bronte 7 %, Kakaopulver 5 %, Meersalz, Backtriebmittel (Ammoniumbikarbonat)
Bewertung (1-10):  9
Pro:
Einen Pluspunkt gibt es für die elegante Verpackung mit dem pistazienfarbenen Glanzlacksiegel! Einen weiteren für das Olivenöl – das hat meinen Horzont erweitert und mich als Butteralternative überzeugt. Schmecken tut man es allerdings nicht. Außerdem eröffnen diese Kekse ganz ohne tierische Inhaltsstoffe (keine Milch, keine Eier, keine Butter)  Allergikern neue Möglichkeiten. Auch die Konsistenz der Kekse hat ebenso überzeugt wie der Duft.  Toll ist der tiefschokoladige Geschmack, obwohl laut Zutatenliste gar mehr Pistazien als Kakao enthalten sein sollen.
Contra: Eindeutig fehlte mir geschmacklich der Pistazienanteil.

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WunschKeks im KeksTest

Von , 18. Januar 2010, 2 Kommentare

Glückskeks oder Wunschkeks?

Im Keks-Universum geht der Trend 2010  eindeutig Richtung Glückskeks. Und wen wundert es – Glück und Süße machen gerade in diesem, bereits im Januar durch Finanzlöcher und andauernden Schneefall schwer geschüttelten, Neuen Jahr so einiges leichter erträglich!

Dabei ist die Herkunft der  Glückskekse bislang nicht endgültig geklärt. Sicher ist nur, dass es sich entgegen aller romantischen Vermutungen nicht um eine überlieferte Tradition aus dem alten China, sondern vielmehr um eine Marketing-Idee aus den USA handelt. Vor etwa 100 Jahren kamen findige Manager auf die Idee, ihre Werbebotschaften massenhaft – und erfolgreich –  in süße Kekse zu verpackt unters Volk zu bringen. Der Film “The Fortune Cookie” von Billy Wilder (1966) erzählt dann auch die Geschichte eines Glückspilzes, jemandem, “dem viel Glück beschieden ist”.

Beim Sturmkind lässt sich gerade eine handgenähte Version der Glückskekse gewinnen – nicht essbar dafür unbegrenzt haltbar! Ich weiß nicht, wie sie einzeln wirken, aber so ein bunt gemischter Korb voll, macht durchaus einiges her.

Die “individuellen Kekse” von Sweet & Lucky versprechen Erfolg – biozertifiziert und mit Mehl aus  der familieneigenen Getreidemühle, der HECK-Mühle! Allerdings sind die Kekse nur in Stückzahlen ab 250 zu bestellen und eignen sich daher eher für Unternehmen als für Einzelpersonen.

In unseren KeksTest haben es letztendlich aber die Wunschkekse von Kai und Alexander geschafft.

Wunschkeks im Kekstest

Das rheinische Startup bietet personalisierbare Glückskekse im Online-Versand. Mit wenigen Klicks lassen sich auf wunschkeks.de Botschaften in Kekse verpacken. Bunt und verspielt macht die Website Lust, die Texte in kursiv gestelltem Pink oder neongrünem Fettdruck zu verfassen,  statt schnödem schwarz auf weiß.

Wunschkeks mit Profil

Und wie man sieht, überzeugt dabei auch der Versand: schlicht, aber pragmatisch gut. Die Kekse lassen sich kennzeichnen, so dass man, auch wenn man wie ich 5 Kekse auf einmal bestellt, weiß, welcher die Liebeserklärung und welcher die Gratulation enthält!
Schön, dass die beiden Macher auch in ihrer Nische Mut zum Profil beweisen und Unternehmen, die Großbestellungen zu Marketingzwecken tätigen möchten, an Ihre Partner von Sweet & Lucky verweisen. Das ermöglicht es ihnen, tatsächlich den Einzelnen und sein ganz persönliches Anliegen anzusprechen.

Wunsch- statt Glückskeks

Und da unterscheidet sich der Wunsch- vom Glückskeks: Während sich im Glückskeks werbewirksame Slogans oder allgemein gültige Plattitüden finden, versteckt sich im Wunschkeks die auf den Empfänger zugeschnittene Botschaft, der “gute Wunsch” des Senders. Und dafür sind ihm keine Grenzen gesetzt: ob Liebesbekundung,  Heiratsantrag,  Mutzusprechung, Orakelspruch oder Verfluchung!

Kekstest? bestanden!

Unser Wunschkeks enthielt das heutige Urteil. Und das lautete einstimmig:

KeksTest bestanden!

Name:  Wunschkekse
Keksdealer: Wunschkeks.de
Preis: 3,50 EUR/ Einzelkeks – je mehr, desto günstiger
Packungsgröße: 1 Keks
Bewertung (1-10): 9
Zutaten: Weizenmehl, Zucker, Glucosesirup, Emulgator: Sojalecithin, pflanzl. Öl, Aroma, Speisesalz, Natriumhydrogencarbonat, Farbstoff: Riboflavin
Pro:  Das Unternehmen: Tolle Idee, sympathische Aufmachung, hohe Usability und unkomplizierter Umgang. Die Kekse: in der schlichten Chinanudelpfannen-Schachtel optimal für den Versand verpackt; individuell betextbar (der Text ist auch style- und farbmäßig variierbar); knuspriger Teig, der sich sowohl zum Aufbrechen als auch zum Verzehr eignet.
Contra: Einzig kritisch anzumerken bleiben mir die künstlichen Aromastoffe und Emulgatoren und naja, für einen Glückskeks mögen die ja gut schmecken, aber ein KeksTester ist eben doch andere Kekse gewöhnt :-)

PS: Wem das alles noch nicht individuell genug ist: Ja, man kann Glückskekse auch selber machen.

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Mini Cookies von Griesson

Von , 14. Januar 2010, 2 Kommentare

Griesson Minis - Cookies Classic w/ Penguin

Spontan auf einem wärmenden Tee vorbei gekommen, brachte die Freundin ein Tütchen Mini Cookies mit. Eine gute Idee!

Als “Mürbegebäck-Kekse mit großen Schokoladen Stückchen im Miniformat.” bewirbt der Hersteller sein Werk nicht nur im Internet.  Aus der Tüte befreit, sorgten die Kekslein allerdings erst einmal für heruntergezogene Mundwinkel: zu verstaubt kamen die Cookies daher, kaum sah man die, auf der Packung so deutlich hervorstechenden, Schokoladenstückchen! Der erste Biss versöhnte uns dann etwas, ja, da ist ehrlich viel Schokolade drin, aber ob die 40 %  stimmen? Erstaunlicherweise hält sich die Gesamt-Süße in Grenzen!
Trotzdem, diese Minis sehen nicht nur staubig aus, sie schmecken auch leicht pappig oder doch zumindest alles andere als frisch.

Griesson Minis - Cookies Classic

Positiv aufgefallen ist mir persönlich das Keksformat Mini, das ich gerade bei Cookies oft sehr vermisse. Zuweilen sind die im Handel erhältlichen ja gar mit einem Stück Kuchen vergleichbar! Allerdings kostet das “Spezial-Format” auch extra – 90 statt 59 Cent.

Name: Griesson Chocolate Mountain Cookies Minis mit 40 % Schokolade (Zartbitter)
Keksdealer: Freundin
Preis: 0,90 EUR
Packungsgröße: 125 g
Bewertung (1-10): 3
Inhaltsstoffe: Zucker, Weizenmehl, Kakaomasse, pflanzliches Fett, flüssiges Vollei, Kakaobutter, Magermilchpulver, Glukosesirup, Weizenstärke, Backtriebmittel: Dinatriumdiphosphat und Natriumhydrogencarbonat, Butterreinfett, Salz, Emulgator: Sojalecithine, Aroma, Karamelzuckersirup, Vollmilchpulver, Hühnereiklarpulver. Hinweis für Allergiker: Kann Spuren enthalten von: Nüssen, Mandeln, Erdnuss.
Pro: Schokoladige Kekse im praktischen Mini-Format für unterwegs. Nicht zu süß.
Contra: Angefangen vom wohl zu bröseligen und daher ungeeigneten Teig für Kekse “für unterwegs”, der für staubige Kekse sorgte. Über die nicht wiederverschließbare Tüte – für unterwegs also auch nur bedingt geeignet, scheint das Kekskonzept hier nicht ganz ausgereift. Bin hin zum Geschmack – zwar schokoladig aber alles andere als frischer, knuspriger Mübeteig.

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Vernasch’ mich

Von , 13. Januar 2010, Noch keine Kommentare

Manchmal darf es auch “etwas” mehr sein.
Nicht ein Stückchen Schokolade, nein, eine ganze Tafel! Mindestens.
Nicht ein Törtchen, nein, hunderte, und zwar von den besonders cremigen!
Nicht ein Keks, nein tausenderlei: schokoladen-überzogen und doppelt gefüllt!

Eine lustvoll spielerische, dekadent genießerische Version der Schlacht am süßen Buffet präsentieren die Acid Girls: mit und für alle Sinne!

Für alle hauptberuflichen Schleckermäuler: Vom 31.01. – 03.02.2010 ist wieder Internationale Süßwarenmesse (ISM) in Köln. Sehen wir uns dort?

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“Erst Gaudy”: Cantuccini

Von , 10. Januar 2010, 2 Kommentare

Cantuccini

Als ich kurz vor Weihnachten die Schönhauser Allee entlang stolperte, auf der Suche nach letzten Geschenken, fiel mir glücklicherweise trotz der vielen Menschen ein schlichtes Hinweisschild zum neu eröffneten Café “Erst Gaudy” auf. Da es sich nur in wenigen Metern Distanz zum Schild befand, entschloß ich mich zum Spontan-Test!
Hereingestolpert, fiel mein Blick sofort auf die zentrale Theke, auf der es sich Tütchen mit selbstgemachten Keksen neben Croissants gemütlich gemacht hatten. Ansonsten wirkte das Café noch nicht allzu einladend auf mich –  war ich zu sehr in Eile oder war die mangelnde Atmosphäre der anfänglichen Improvistaion und Unsicherheit geschuldet?
Cantuccini noch verpackt

Riesen-Cantuccinis gab es jedenfalls, und Kekse mit Hafer, erinnere ich mich heute dunkel. Und ein Tütchen klassischer Cantuccini nahm ich mit. Es gab zwar auch welche mit Schokolade statt Mandeln, aber da ich sie meinem Cantuccini-liebenden Mitbewohner und nicht chocoholic me mitbringen wollte, griff ich zu den klassischen. Cantuccini gigantesque müßten die ja eigentlich heißen, waren sie doch mindesten dreimal so groß, oder besser so lang, wie die üblichen!
Da Weihnachten mit all seinen Plätzchen, Lebkuchen und Spekulatius vor der Tür stand, freute sich der Mitbewohner zwar sehr, sehr, sehr, die Cantuccini wurder aber ersteinmal in der Speisekammer zwischengelagert.

Heute nachmittag aber war Weihnachten definitiv passé und der Kekshunger des Mitbewohners frisch erwacht, und so durften die Cantuccini aus ihrer Verpackung auf den Keksteller flüchten, um von dort, zuweilen über einen kleinen Umweg durch die Kaffeetasse, verspeist zu werden. Wie konnten wir damit nur so lange gewartet haben?!
Cantuccini

Nicht nur der Mitbewohner und leidenschaftlicher Mittester, nein, auch ich, die ich ja eigentlich gar keine Cantuccinis mag, waren spontan überzeugt, geradezu verliebt und eifrigst am Krümeln!


Name: Cantuccini, selbstgebacken
Keksdealer: Café Erst Gaudy, Gaudystr. 1, 10437 Berlin / Prenzlauer Berg
Preis: ~ 2 EUR

Packungsgröße: 10 Stück
Bewertung (1-10): 9
Pro: Schmeckbar selbst gebacken, mit vielen Mandeln, warneediese Cantuccinis auch nach 4 Wochen unfreiwilliger Zwischenlagerung ein Garant für einen sonntagnachmittäglichen italienischen Moment. Intensiv mandlig auch das Aroma und nicht zu süß, dabei knackig, fast möchte ich sage, krachig, ohne hart zu sein. Ideal auch von der Größe, die sich viel besser zum Tunken eignet als die üblichen Verdächtigen ;-) Preislich dabei vollkommen in Ordnung und charmant, ohne jedes Gehabe serviert.
Contra: Einen Minuspunkt muss ich wegen der mangelnden Café-Atmosphäre geben. Ich wünsche mir sehr, dass sich das möglichst schnell ändert. Montagabends gibt es übrigens Tango.

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Es muss nicht immer Keks sein

Von , 7. Januar 2010, 1 Kommentar

Barcomi's Zucchini-Walnut-Bread - Zum Reinbeissen
Oder frei nach Marie Antoinette: „Wenn ihr keine Kekse habt, esst doch Kuchen!“
Wenn die Freundin sich nach einigem Zögern doch noch entschließt, den 32. Geburtstag feierlich zu begehen, darf ein Geburtstagskuchen nicht fehlen. Mein verlässlichster Kuchen ist, neben Käsekuchen,  das Zucchini-Walnut-Bread von Cynthia Barcomi. Das gelingt, schmeckt, ist angemessen originell und je nach vorhandenen Lebensmitteln varriierbar.

Mit einigen Dekosternchen wird daraus ein formidabler, weil saftiger Geburtstagskuchen, der schon während des Backens so gut riecht, dass ich alle Mühe hatte, ihn unangeschnitten zur Party mitzubringen!

Barcomi's Zucchini-Walnut-Bread - 32

Das Rezept findet sich in Cynthia Barcomis Backbuch, das uns schon so einige Schlemmerorgien beschert hat:
Meine Abwandlungen beschränkten sich dieses Mal auf Vollkorn- statt Weißmehl, Block- statt Zartbitterschokolade und drei Karotten an Stelle der zweiten Zucchini! Statt der Kastenform eine runde Backform zu verwenden hatte sich bereits beim letzten Backversuch bewährt!
Blockschokolade ist für mich schließlich Kindheitserinnerung, Backvergnügen und genussvoller Ersatz für Zartbittersorten, mit denen ich einfach nicht warm werde. Und nicht zuletzt: Blockschokolade habe ich immer im Haus!

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Ein Keks ist ein Keks ist ein…

Von , 5. Januar 2010, 2 Kommentare

…Keks? – Warum nicht alle Kekse glücklich machen!

Hans-Ulrich Grimm, Die Kalorienlüge Die meisten Leute essen Kekse, schlichterdings weil ihnen Kekse gut schmecken. Weil sie süß und knusprig sind, weil sie verführerisch duften und/oder edel verpackt sind. Zur Weihnachtszeit besteht der eine oder andere auf selbstgebackene Kekse, die dann auch Plätzchen, Guetsle, Brötle etc. heißen dürfen. Viele backen tatsächlich selbst, andere weichen aus langjähriger Überzeugung auf die Podukte der Mama, Oma oder Nachbarin aus.
Den Rest des Jahres allerdings backt kaum jemand Kekse, wir kaufen unsere krümeligen Verführer stattdessen im Supermarkt und greifen spontan verführt im Cafe oder Feinkostladen zu einer angepriesenen Packung Gebäck. Und glauben, wir äßen auch dann Kekse aus Mehl, Butter, Zucker und Gewürzen. Aber Pustekuchen!

Das Buch

Davon, dass diese Kekse nicht nur den Charme des Selbstgemachten vermissen lassen, sondern sich geradezu fundamentale Unterschiede in den Zutaten aufweisen, davon handelt “Die Kalorienlüge” von Hans-Ulrich Grimm!
Trotz des eher reißerischen Titels, sind die Protagonisten dieses Werks nämlich nicht etwa nur die Kalorien, die manch einer auch beim nachmittäglich Keksgenuß zählt, sondern die Zusatz- bzw. Ersatzstoffe, die künstlichen Aromen, modifizierten Stärken, Hormone, Weichmacher, Geschmacksverstärker etc. , die sich in diesen industriell gefertigten Lebensmitteln tummeln. In zunehmendem, bereits erschreckenden Maß. Unkontrollierbar, weil noch lange nicht wirklich erforscht, und mit einer unüberschaubaren Menge an Eigenschaften, Signalen und Nebeneffekten behaftet.

Entsprechend der Dr. Watson Prinzipien warnt das Buch nicht etwa vor bestimmten Lebensmitteln, noch bietet es konkrete Handlungsvorschläge. Stattdessen informiert uns Grimm über die Tatsachen und inherenten Risiken, und das umfassend, aber fast möchte man sagen anekdotengleich. Aber natürlich es geht auch um unsere Gesundheit und dass Diäten nicht alles sind.

Was das alles mit Keksen (und mir) zu tun hat?

Ich möchte meine Kekse genießen können, als Kekse aus Mehl, Butter, Zucker, Kakao, Zimt und Vanille, und nicht als Chemie-Konglomerate aus Plastikmolekülen und Schwermetallen unbestimmter Art. Ich möchte wissen, dass mich übermäßiger Keksgenuß nicht nur möglicherweise dick, sondern vielleicht ganz nebenbei auch noch unersättlich, allergisch, rheumatisch und unfruchtbar macht. Und um nicht hinterrücks manipuliert zu werden, lese ich Bücher von Leuten wie Grimm, der nichts von hysterischen Zucker-und-Fett-Paniken hält, sondern stattdessen Krümel für Krümel der appetitverderbenden Machenschaften der Nahrungsmittelchemie öffentlich macht.

Hans-Ulrich Grimm
Die Kalorienlüge
Über die unheimlichen Dickmacher aus dem Supermarkt
Dr. Watson Books 2009
2. Auflage
228 Seiten, € 19,80
Gebunden, Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN: 978-3-9810915-4-0
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