Eine Torte für die Hosentasche: Carrot Cake Cookies mit Creamcheese Glaze

Von , 3. Juni 2010, 5 Kommentare

Carrot Cake Cookies mit Creamcheese Icing

Das war Liebe auf den ersten Blick. So ein Stück amerikanischer Carrot Cake mit Creamcheese Icing kann ganz schön mächtig sein. Solch ein Carrot Cake Cookie hingegen passt in jede Lunchbox und wunderbar zum Espresso danach.  Und dann hat auch noch die Rüblikuchen-liebende Freundin für morgen zum Picknick geladen – braucht es mehr Anlass? Mitnichten! Und weil bestimmt auch andere gerne mal eine Torte, so richtig schön mit Glasur, einfach so mitnehmen möchten, sind diese Kuchen-Kekse ein Fall für das Blogevent LVII:

Blog-Event LVII - Essen für unterwegs (Einsendeschluss 15. Juni  2010)

Das Rezept erfreut hoffentlich nicht nur Valentina, die sich gerade an Möhren austobt, ich jedenfalls fand es angenehm einfach und gelungen. Ich habe mich an das Original gehalten, die Mengen jedoch halbiert und eingedeutscht:

Carrot Cake Cookies mit Creamcheese Icing

Folgende Zutaten

  • 113g Butter
  • 1TL Zimt
  • 1 Messerspitze Salz
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • 1 kleines Ei
  • 1 Mark einer Vanilleschote
  • 35g weißer Zucker
  • 35g brauner Zucker

bitte schön schaumig schlagen (das Original verlangt mind. 2 Minuten!) und erst dann

  • 1 Möhre, geschält und fein gerieben, und
  • 50g  Vollkornmehl

unterheben. Jetzt möchte die Masse für 15-20 Minuten kühl gestellt werden. Zeit also etwas über die Aufzucht von Mohrüben zu erfahren. Der Carrot Cake ist bestimmt eine der ungesündesten Weisen, dieses Gemüse zu verzehren :) Ist der Teig fest geworden, wird der Backofen auf 190° C vorgeheizt. Der Teig wird mithilfe von Teelöffeln als walnußgroße Häufchen mit reichlich Abstand auf ein backpapiernes Backblech gegeben und für 12-16 Minuten zu typisch amerikanisch großen Cookies gebacken.

Diese schmecken übrigens jetzt schon hervorragend, aber pssst! , denn wir wollen sie ja noch mittels eines Creamcheese Glaze zur Torte unter den Cookies erheben. Dazu bitte folgende Zutaten:

  • 113g Frischkäse
  • 4 gehäufte TL Puderzucker
  • 2 TL Milch
  • Vanillemark oder Pulver nach Belieben, ich habe hier zu Zitronenschale gegriffen, weil ich nicht so der Vanillefan bin

gut verrühren und mit einem Messer auf die etwas abgekühlten, aber noch warmen Cookies streichen. Dabei einen etwa 0,5 cm breiten Rand lassen und wer mag kann die fertigen Törtchen noch mit ein wenig Zimtpulver bestreuen. Denn jetzt kommt das Gemeine: Klar schmecken sie noch lauwarm, aber am besten schmecken sie erst nach einem Tag Kühlschrankaufenthalt! Da ist es gut, wenn man am nächsten Tag ein Picknick plant, oder sonst einen guten Grund hat, die Finger in der Tasche zu lassen :)

Carrot Cake Cookies mit Creamcheese Icing

Fazit: Definitiv etwas Besonderes sind diese schnell und leicht gemachten Cookies, die aus dem Einerlei an Schoko- und Nussvariationen deutlich hervorstechen. Geschmacklich sehr nahe am Carrot Cake dran, auch wenn sie natürlich nicht die Feuchte, damit aber eben auch nicht die Mächtigkeit erreichen. Ich bevorzuge ja eigentlich noch kleinere Kekse, aber diese sind ja nicht für alle Tage, sondern für einzelne Anlässe und da lass‘ ich die Größe mal durchgehen :) Dank der Zitrone im Guss erhalten sie noch eine frühlingshafte Frische, die ihnen gut zu Gesicht steht! Mir fehlen eigentlich nur die Nüsse aus dem Kuchen, aber die kriegt man bestimmt auch noch irgendwie unter beim nächsten Mal. Auch das halbierte Rezept gibt reichlich Cookies, wer aber Doppeldecker machen möchte, sollte vielleicht doch die Mengenangaben vedoppeln!

Urteil: Noch ruhen sie im Kühlschrank aber….Moment…mmmmhmm, oh doch, das ist eine 9,5 für dieses erfreulich aus der Reihe tanzende Rezept!

Kleine Gugls statt großer Torten

Von , 31. Mai 2010, Noch keine Kommentare

Der Gugl - Kuchenpraline mit Geschmack

Auf die Spur gekommen bin ich dem Gugl bei GetMyStyle. Von da an hat mich das kleine Kuchen- Glück nicht mehr losgelassen, bis ich endlich meine 9 handgemachten Kuchenpralinen in der Hand hielt. Die kamen ganz schnörkel- aber mitnichten stillos, mit persönlichem gruß und tollerweise über Nacht in einer gut versiegelten Pralinenbox aus dem Internet bzw. aus München :)

Beim Öffnen der Schachtel war ich erstaunt über die Vielfalt der Farben, beim Anschneidenbeissen fand sich diese Vielfalt in den Geschmacksrichtungen bestätigt. Nix ist mit Schoko, Vanille, Erdbeer! Und nix ist auch mit künstlichen Aromen! Stattdessen lockt die asiatische Grüntee-Pflaume oder  die amerikanisch Cranberry-Schokolade-Variante! Vielleicht lassen sich die Sorten nicht auf den ersten Blick bestimmen, nach dem Reinbeißen weiß man sofort welchen Kandidaten man vor sich hat:

Gugl-Kuchenpralinen im Porträt

„Wir möchten Ihnen kein Mega-XXL vormachen. Wir versprechen Ihnen nur Kleines. Vor allem natürlich das kleine Glück, den Gugl. Denn wir sind entschlossen, die kreativen Spezialisten zu sein für das kleine Glück. „

steht in der Gugls-Schachtel. Das Glück darf auch mal klein sein, dem stimme ich gerne zu. Nicht umsonst mag ich Kekse!  Vor allem darf es unbedingt so süß daherkommen und dann so lecker schmecken! Eine kleine Bitte hätte ich da übrigens noch an die Schachteldesigner: Wäre es möglich die Sorten nicht auf den Boden der Schachtel zu schreiben, sondern so, dass ich sie lesen kann, während ich die Gugls taxiere?

Neun kunterbunte Kuchenpralinen

Fazit: Der Gesamteindruck teilt sich hier ja ausnahmsweise in 9! Einzelgeschmäcker, nämlich  Passionsfrucht (mit sehr intensivem Fruchtgeschmack einer der TOP 3), Zitrone-Eierlikör (schade, den Eierlikör schmeckt man kaum; dafür schmeckt’s wie frischer Kuchenteig), Kokos-Zitronengras (Ich mag kein Kokos, daher hier kein Kommentar), Kaffee-Kardamom (bietet intensiven Kaffee-Geschmack, edel-herb), Schokolade (da habe ich nur mit Mühe einen Bissen abbekommen, das darf als dickes Kompliment gewertet werden),  Haselnuss-Sauerkirsche (mein erster Biss und einer der TOP 3: Sauerkirschen passen erstaunlich gut in nussigen Teig), Grüntee-Pflaume ( knallgrün, asiatisch-gewöhnungsbedürftige Kombination, die auf den zweiten Bissen sehr gut), Schokolade-Cranberry (der knallrote, fruchtig-schokoladige unter den TOP 3), Rose-Physalis (der Verlierer,  da leicht seifig im Abgang). Bis auf den letzten möchte ich ihnen allen einen hohen Genussfaktor bestätigen, der von den guten Zutaten, der liebevollen Handarbeit – auch von der Form gleicht kein Gugl dem anderen) und der Lust etwas Altbewährtes neu zu entdecken, zeugt.

Zutaten: Eier, Zucker, Butter, Mandeln, Weizenmehl, Haselnüsse, Kokosraspeln, Dunkle Schokoladenkuvertüre (Kakaomasse, Zucker, Kakaobutter, Emulgator, Sojalecithin, natürliche Vanille), Pflaumen, Eierlikör 20% vol, Passionsfrucht, Sauerkirschen, Cranberries, Marzipan (Mandeln, Zucker, Invertzuckersirup, Wasser), Marsala 17% vol, Zitronengras, Physalis, Rote Beete, Zitronenschale, Ingwer, Kaffee, Grüntee Matcha, Orangenschale, Rosenblüten, Limettenschale, Gianduja Nougat (Haselnüsse, Zucker, Vollmilchpulver, Glycerin), Vanille, Pistazien, Rosenwasser, Kardamom, äth. Bittermandelöl
Kann Spuren enthalten von: Nüssen, Erdnüssen, Sesam

Gugl-Dealer: online und im ausgewählten Einzelhandel in seiner Heimat München und im Mutterland-Stammhaus in Hamburg

Urteil: 8,5 von 10

Zum Wochenende: Schokoladige Erdbeer-Tartelettes mit Pistazien-Sprenkeln

Von , 28. Mai 2010, 11 Kommentare

Schokoladen-Erdbeer-Tartelettes

Mit Erdbeeren geht es mir wie mit Spargel oder Artischocken: Ich möchte sie am liebsten gar nicht verarbeiten. Wahrscheinlich käme ich erst im Besitz von Erdbeerfeldern und Artischockenplantagen auf die Idee, Erdbeermarmelade oder Artischockensuppe zu kochen. Zu diesen Erdbeercookies jedenfalls konnte ich mich nicht überzeugen. Nur ein Tag Haltbarkeit und Erdbeeren, die als solche nicht mehr zu erkennen sind, ließen mich Abstand nehmen. Dabei ist die Idee durchaus reizvoll.

Monatlicher Blog-Event bei Low Budget Cooking: Kleine Kuchen

Gerade recht kam es mir da, dass Susi Wilkat dieser Tage auf Effilee.de ihre Erdbeer-Tartelettes präsentierte. Eine Erdbeer-Zelebration der schokoladigen Art mit Pistaziensprenkeln. Schon optisch versprach das ein Fest! Allein, ich besitze keine Tartelette-Förmchen! Ich beschloss, es mit Muffinformen zu versuchen, und damit das Rezept noch möglichst viele  Nachahmer findet, reiche ich es beim Dauerevent kleine Kuchen ein.

Schokoladen-Erdbeer-Tartelette

Die Zutaten für 6 Tartelettes-Förmchen in Anlehnung an das Original:

  • 125 g dunkle Schokolade (die Chance für meine dunkle Schokolade, die sonst gern allzulang in Schubladen dahinvegetiert)
  • 125g Butter
  • 3 Eier, getrennt
  • 100g brauner Zucker
  • eine Prise Zimt
  • eine Prise Salz
  • 120g Mehl (habe ich mir erlaubt, dazuzufügen, Mehl war im Original nicht vorgesehen)
  • 200 g Frischkäse
  • 4 EL Puderzucker
  • Zitronenschale einer Zitrone
  • 6 schöne Erdbeeren (im Gegensatz zum Original sollten die bei mir viel mehr als Dekoration sein, aber leider passten nicht mehr auf die Törtchen)
  • 8 Pistazienkerne

Erdbeer und Schokolade

Zubereitung: Zuerst wurde der Backofen auf 160° Grad vorgeheizt, dann habe ich nach Susies Anweisungen Butter in einem Topf mit der klein gehackten Schokolade und dem Zimt geschmolzen. Dann in einer Schüssel Eigelb und Zucker schaumig, in einer anderen das Eiweiß mit der Salzprise steif geschlagen. Jetzt die drei Massen und das Mehl  zu einem Teig zusammen gerührt, vorsichtshalber probiert :), und in die Muffinförmchen gegossen. Etwa 1-2 Esslöffel voll Diese kamen für 30 Minuten in den Ofen. Währenddessen habe ich Frischkäse mit Puderzucker und Zitronenschale glatt gerührt, Erdbeeren geviertelt und Pistazienkerne gehackt. Sobald die Böden abgekühlt waren, wurden sie mit der  Creme bestrichen, die ein sahniges Nest bot für die Erdbeerviertel. Und ganz zum Schluss wurde mit den grünen Pistazienkerne für den optischen Kick gesorgt!

Schokoladen-Erdbeer-Tartelette

Fazit: Sehr feine Tartelettes sind das geworden. Unten der schokoladige Teig, der nur einen Hauch süß. Darüber die sahnige Frischkäsecreme mit dem Zitronenhauch. Und darauf frische Erdbeeren, süß und rot, und ein paar Pistazienkerne, die in meinem Fall leicht salzig. Fehlt nur noch die Maisonne! Abzug gibt es für die nicht ausreichend schokoladige Note des Teigs, der mich auch zu wenig knusprig, da werde ich beim nächsten Backen die Dosis erhöhen!

Urteil: 8,5 von 10

Rhabarber-Saison: Rhubarb Cookie Bars

Von , 26. Mai 2010, 4 Kommentare

Rhubarb Cookie Bars - angerichtet

Der kleine Bruder des Kuchens ist bekanntlich der Keks, der kleine Bruder des Rhabarberkuchens aber sind Rhabarber-Squares! Auf deutsch also Keksriegel? Geht gar nicht, drum verzeiht mir den amerikanischen Namen Rhubarb Cookie Bars! Anregungen für die Rhabarberküche gibt es ja eigentlich zur Genüge. Nach den ersten Rhabarberstangen pur in Zimtzucker gestippt, sollte es dieses Mal aber kein Rhabarberkuchen und kein Rhabarberkompott, sondern etwas Leckeres für Keksliebhaber werden.

Das hat geklappt, diese kleinen süßen Teilchen duften nicht nur verführerisch, sie schmecken auch so gut, dass man sie…

Rhubarb Cookie Bars - gestapelt

gut und gerne stapelweise verzehren möchte. Sogar meine Neigung, eher weniger als ausreichend Zucker zu verwenden, wurde mir hier verziehen. Die Rhabarberschicht ist sauer, liegt aber zwischen zwei süßen Teig- bzw. Streuselschichten. Die Squares sind trotzdem keine 2 cm hoch und daher wunderbar leicht und zart.

Beim Rezept habe ich mich vom Original stark inspirieren lassen und für die Füllung:

  • 3 Stangen Rhabarber geputzt, geschält und in 3cm große Stücke geschnitten, und mit
  • 2 Päckchen Vanillezucker und
  • 1 EL Zucker erst aufgekocht und dann auf kleiner Hitze einkochen lassen (15 Minuten etwa).

Die Füllung ein wenig abkühlen und über einem feinen Sieb abtropfen lassen, macht Sinn. Der aufgefangene Saft ergibt mit  Mineralwasser verdünnt ein erfrischendes Rhabarberschorle!

Jetzt den Ofen auf 180° Grad vorheizen! Für den Boden und die Streusel wurden:

  • 250g Mehl
  • 100g Zucker
  • 200g Butter
  • 1 Tl Zimt

zusammen geknetet. Die Hälfte davon wurde möglichst rechteckig auf ein backpapiernes Backblech ausgewellt, dann die Füllung darauf verteilt, gleichmäßig und bis an die Ränder. Schließlich aus dem restlichen Teig Streusel großzügig über die Füllung verteilt und dann das Blech für etwa 20-25 Minuten in den Ofen geben, bis die Streusel die gewünschte Bräune haben.  Und bevor sie wieder aus dem Ofen kommen und nach dem Abkühlen in Quadrate, Rechtecke oder Rauten geschnitten werden, ist Zeit für ein wenig Rhabarber, Rhabarber:

Fazit: Sehr ausgewogen im Geschmack und mal was anderes aus dem feinen Rhabarber. Süß und Sauer harmonieren hier klasse und tatsächlich ist es gelungen, etwas zumindest keksähnliches aus Rhabarber zuzubereiten. Für mich nächstes Mal aber gerne wieder einen dominanteren Rhabarber-Anteil!

Urteil: 8,5 von 10

First we take Berlin, then London and Paris

Von , 22. Mai 2010, 5 Kommentare

Eiffeltur, Big Ben, Brandenburger Tor

oder wie sich die Wahrzeichen dieser drei europäischen Metropolen auf meinem Backblech plötzlich gefährlich nahe kamen.

Form follows function. Naja, fast. Roberts Mailänderli-Teig macht jedenfalls auch als Eiffelturm eine tolle Figur! Dünner ausgewellt, die Form immer wieder mit viel Mehl bestäubt und etwas Übung, klappt auch das Brandenburger Tor. Ronald vermisst übrigens aufwändig dekorierte, Zuckerguß-glasierte Keks-Kunstwerke an dieser Stelle, aber angesichts dieser bunten Förmchenschar von phil goods musste ich einfach nochmal simple Butterkekse backen. Ich wollte mich weder durch Teig-Experimente noch durch übermäßigen Glitter-Flitter von der Form ablenken lassen.

Ausstechformen der Metropolen

tipp nr.1 – immer einen teig ohne backpulver wählen, dann bilden sich alle ausgestochenen konturen sehr gut ab.
tipp nr. 2 – teig direkt auf backpapier ausrollen und ausstechen, nur umliegenden teig entfernen, backpapier auf backblech heben.
tipp nr. 3 – form zwischen ausstechschritten zur entfettung in etwas mehl tauchen.“

sagt Phil, der selbst leidenschaftlich gerne bäckt und hey, Tipp nr. 2 klang für mich erschreckend überzeugend. Erschreckend, weil ich selbst nicht drauf gekommen war. Beim Test zeigte sich dann aber auch das Problem: Entweder man rollt den Teig zwar auf dem Backpapier aus, muss dann aber das mit den ausgestochenen Plätzchen belegte Backpapier aufs Backblech jonglieren. Oder man wellt den Teig direkt auf dem mit Backpapier belegten Blech aus, dann stößt man aber an den Rand. Bleibt wohl nur, großzügiger mit Blechen und Backpapier umzugehen?

Das Brandenburger Tor als Plätzchen

Fazit: Klasse sind Idee und  Optik, sowohl die Ausstecher, als auch als die gebackenen Köstlichkeiten überzeugen. Man erkennt den gebackenen Eiffelturm auf Anhieb, kann sich aber die Formen ebenso als Deko-Objekte vorstellen. Der Geschmack war hier zweitrangig, ich habe ja nicht auf die von Phil empfohlenen Rezepte zurückgegriffen. Nächstesmal. Aber die Größe irritierte mich, ich mag meine Kekse lieber klein und handlich. Gewöhnungsbedürftig ist auch die Haptik, Kunststoff-Ausstecher hatte ich vorher noch nie in Gebrauch. Die Handhabung ist aber gut, einzig beim Brandenburger Tor wurde es mit den kleinen Zwischenräumen etwas schwierig. Mich irritierte beim Ausstechen auch die weniger scharfe Schnittkante, die ich von Metall-Ausstechern gewohnt war, das gab sich aber während des Ausstech-Manövers.

Zutaten: hochwertiger Kunststoff, lebensmittelecht, spülmaschinengeeignet und lichtstabil und zu 100% made inBerlin in Zusammenarbeit mit der Spritzgießerei in Marienfelde und den Mosaik-Behindertenwerkstätten in Kreuzberg.

Bezugsquellen: direkt online, da gibt es auch noch andere Werke der Baukunst und viele weitere sollen noch dieses Jahr folgen, und in vielen Läden in Berlin als Duo-Pack (Fernsehturm und Brandenburger Tor) oder in den Geschenkautomaten von Berlinomat (Hauptbahnhof, Galeries Lafayette und Flughafen Tegel).

Urteil: 8 von 10.

Ungewöhnlich gut: Lakritz auf Keksen

Von , 19. Mai 2010, 10 Kommentare

Lakritzkekse

Endlich mal wieder Kekse backen! Im großen WWW finden sich ja mittlerweile für fast alles die tollsten Rezepte, da gibt es Butterplätzchen, Schokoladenkekse, Nusskekse, Doppelkekse, zweifachgebackene Kekse, Kekse mit Haferflocken, mit Cranberries, mit Smarties und mit Parmesan. Ich aber habe soeben meine Leidenschaft für echtes Lakritz wiederentdeckt!

Aber finde mal ein Rezept für leckere Lakritzkekse, dabei gibt es sie zumindest in Schweden zu kaufen.  So schwierig hatte ich mir das nicht vorgestellt, als ich im Potsdamer Lakritzkontor letzthin auf meine Frage nach einem empfehlenswerten Rezept den Tipp mit dem WWW bekam. Ich kaufte trotzdem eine große Tüte Lakritzstreusel und ein wenig Lakritzpulver, mit dem sich alles mögliche zubereiten ließe, wie man mir versicherte. Insbesondere für Fleischsoßen sei das Pulver gerne genommen. Aber ein Keksrezept wollte sich nicht so richtig finden lassen, ich meine, Anis ist kein Lakritz!

Lakritzkekse

Dann kam mir die glorreiche Idee, die Streusel erst einmal pur zu testen! Zum Glück, denn deren salzig-lakritzige Intensität sollte definitiv ausreichen, um straighte Butterplätzchen in leckere Lakritz-Kekse zu verwandeln.  So habe ich die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen, Roberts Mailänderli nachzubacken. Die schlicht- guten, buttrig-mürben Ausstechplätzchen sind eine der erklärten Favoriten des Mittesters. Ich habe tatsächlich nichts am Rezept geändert, außer die Ruhezeiten des Teiges zu verkürzen. Und wer Mailänderli oder Butterplätzchen backen möchte, möge doch bitte auf Roberts liebevolle Anweisungen zurückgreifen.

Wer wie ich einem Hauch Lakritz nicht abgeneigt ist und dem kulinarischen Erbe der Schweiz einen süßherbe Note Skandinavien verpassen möchte, wird hiermit freundlich dazu aufgerufen, die Plätzchen nicht noch ofenwarm von Backblech wegzunaschen. Vielmehr gilt es einen zarten Zuckerguß (2-3 EL Puderzucker und soviel Zitronensaft wie nötig) anzufertigen und dann nach Belieben Lakritzstreusel darüberzugeben. Halleluja!

Lakritzkekse

Fazit: Auch pure Butterplätzchen haben ihren Reiz, für mich gaben diesen Plätzchen aber die wirklich sehr intensiven Lakritz-Streusel den Kick. Farblich ein Hit, sind sie mir pur zu intensiv, mit einem feinen Mailänderli darunter aber goldrichtig. Die Zubereitung verlangt außer der Grundlage jeder Weihnachtsbäckerei auf Roberts Anraten noch ein wenig Geduld, die ich nicht hatte. Die Kekse sind trotzdem herrlich mürbe, süß und zart in Einem und nach meinem letzten Desaster mit Ausstechplätzchen bin ich froh um die Wahl dieses Rezepts!

Urteil: gute 8 von 10, ein wenig fehlte mir Raffinesse.

Keks-Kino: Punk, Blues und Splatter

Von , 16. Mai 2010, Noch keine Kommentare

Nummer 1 – Los geht es heute mit dem Cookie Blues des Gingerbread-Mannes und seiner Band! Manche mögen ihn noch aus den Shrek-Filmen kennen…?

Nummer 2 – Ja, Kekse haben eine Seele. Diese hier sogar ein Gesicht. Und Angst vor dem Nikolaus. Ein bißchen Keks-Splatter gefällig? Weihnachten ist ja zum Glück noch weit weg!

Nummer 3 – Die Abräumer! „Punky Chips Ahoy“ wollte ich euch eigentlich schon zum 1. Mai zeigen, aber dann kamen mir da der Cheesecake mit den Erdbeeren dazwischen.

Welchen Film wünscht ihr euch für die nächste Kinorunde? Vintage-Commercials? Backanleitungen? Oder vielleicht mal was Romantisches?

Skål! Schwedischer Sandwich Cake

Von , 13. Mai 2010, 11 Kommentare

Schwedischer Sandwich Cake

Erst wollte ich ja backen, doch dann kam mir wie so oft ein Foodblog dazwischen. Lorraine stellte nämlich in einem meiner liebsten Backblogs diesen herzhaften Schwedischen Sandwich Cake vor. Und was passte besser auf den Spätstückstisch an einem verregneten Herrentag, als ein mal nicht so süßer Kuchen? Somit ist dies auch mein zweiter Beitrag zum Jubiläumskochevent-Brunch!

Den Sandwich Cake gibt es in Schweden in unterschiedlichsten Variationen. Lorraines ist eindeutig eine amerikanische Variante mit reichlich Mayonnaise. Aber das tolle an einem ungebackenen Kuchen ist ja, das man ganz nach Geschmack Zutaten austauschen oder ergänzen kann.

Sandwich Cake - How To

Die Zubereitung ist denkbar einfach und optisch sind diese kleinen Kuchen frische Hingucker für besondere Annlässe und gern gesehen auf jedem Buffet. Dank der Radieschen versteht man auf den ersten Blick, dass nichts Süßes zu erwarten ist, so dass es beim ersten Bissen auch keine bösen Überraschungen geben kann.
Wichtigstes Tool ist ein runder Keks-Ausstecher, der im Durchmesser nicht größer als eine Scheibe Brot breit sein darf, aber auch nicht wesentlich kleiner sein sollte. Mir hatte Paula vor wenigen Wochen ein Set spacige Ausstecher zukommen lassen und der Planet (?) eignete sich hervorragend für diese Aufgabe.

Dann gilt es pro Kuchen

  • 4 Scheiben Brot, ich habe welche mit Vollkornbrot und welche mit Toastbrot gemacht, geht beides gut
  • 2 Scheiben Käse (ganz nach Geschmack Gouda, Edamer, Emmentaler…)
  • 2 Scheiben Koch-Schinken (oder Hähnchenbrust) auszustechen und mit
  • 2 EL Mayonnaise, Senf, Lieblingsaufstrichen (ich habe zu Paprika-Frischkäse und Dijon-Senf gegriffen, Lorraine empfiehlt Lachspaste) übereinanderzuschichten.

Schwedischer Sandwich Cake

Für die Deko wird dann vom Lieblingsaufstrich nochmals eine dünne Schicht über den gesamten Kuchen gezogen. Das ist nicht nur für den Geschmack wichtig, das ist auch die Klebeschicht für die finale Schicht. Denn jetzt kommt der Clou:

  • von einer ungeschälten Salatgurke werden mit einem Gemüseschäler etwa 2-3 pro KuchenLängs-Scheiben abgezogen und um den Kuchen gewickelt
  • 2 Radieschen werden in dünne Scheiben gehobelt und oben außen auf den Kuchen gefächert
  • 1/2 Cherrytomate dient als Zentrum

und fertig sind 1, 2, 3 Schwedische Sandwich Cakes, bereit zum Anbiss!

Jubiläums-Blog-Event LVI - Brunch & Giveaway (Einsendeschluss 15. Mai 2010)

Kambly Mont Choco „Orange“

Von , 9. Mai 2010, 5 Kommentare

Kambly Mont Choco

Alles begann mit einer Legende

Der junge Oscar Kambly trifft im Welschland ein gleichaltriges Mädchen aus Trubschachen, ohne das er fortan nicht mehr leben will. So führt ihn nach beendeter Schulzeit die Liebe in das Emmentaler Bauerndorf, wo er in der Dorfbäckerei das Handwerk eines Bäcker-Konditors erlernt.

Ein offensiv Schweizer Keks dieses Mal, leider in Deutschland nicht ganz so einfach zu beziehen. Aber immerhin die normalen Mont Choco, ohne Orange, und auch das übrige Kambly-Sortiment lassen sich im germanischen Lebensmittelhandel erbeuten. Tatsächlich findet sich das Schweizer Feingebäck auf allen 5 Kontinenten, denn 53% seines Umsatzes macht das Unternehmen mittlerweile im Ausland. Das Schweizer Bahlsen sozusagen.

Aber genug der hohlen Worte, zurück zum Keks, der ein feiner ist, nicht nur optisch! Knusprig ohne hart zu sein, bietet er eine optimale Basis für die dunkle Schokolade, die die herbe Süße der Orange mit sich trägt. Zwar lassen sich die Orangenstückchen gerade mal optisch ausmachen, Geschmack und Konsistenz aber sind sorgsam kombiniert.  Am besten, man öffnet die Packung nur zu zwei, denn ist sie einmal offen, und der erste Keks angebissen, möchte man das gesamte Alpenpanorama am liebsten auf einen Happs wegknuspern. Und dann ist es gut, einen kekserprobten Schokogipfelstürmer an der Seite zu haben!

Kambly Mont Choco

Zutaten: Schokolade 49% (Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Butterfett, Emulgator: Sojalecithin, Vanille, Kakao mind. 47%), Weizenmehl, Zucker, Butter, Fruchtzubereitung 3,5% (Orangenpulpe 1%, Zucker, Apfel, Nahrungsfasern, Traubenzucker, Säuerungsmittel: Zitronensäure, Calciumphosphat, Geliermittel: Natriumalginat, natürliche Aromen), Glucosesirup, Molkenpulver, Salz, Aromen: Vanille, Vanillin.
Kann Spuren von von Haselnüssen, Mandeln, Eiern und Sesam enthalten.

Preis: 2,39 € / 100g
Fazit: Wäre da nicht die Zutatenliste und die leider nicht ganz so präsenten Orangenstückchen, würde ich jetzt ein Loblied singen. Auf diese feinen Kekse, die im Mund buttrig-knusprig dahinschmelzen mit diesem dunkel-orangenen Schokoladengeschmack. So ist der gute Geschmack doch ein wenig getrübt von Nahrungsfasern und Apfel. Trotzdem eine Empfehlung!
Urteil: 8,5 von 10

Und eigentlich, eigentlich wollte ich heute ja Kuchen gebacken haben:

Food about you – Annecy festival 2010 from Alexandre DUBOSC
via

Rote Beete-Kekse mit Mango und Harissa

Von , 5. Mai 2010, 2 Kommentare

Rote Beete-Cookies vom Blech

Manchmal fragt man mich ja staunend, ob ich nicht elend zunehme, bei all den süßen Leckereien, die ich hier so verblogge. Aber ich esse gar nicht mehr Kekse, seit ich Kekstesterin bin. Ich backe nur mehr. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich weniger Kekse kaufe, und dass die Kekse, die ich esse, jetzt meist selbst gebacken sind: mit viel Liebe und noch mehr Experimentierlust. Das zeigt sich dann nicht an runden Hüften, sondern an einem breiten Lächeln im Gesicht!

Seine Kekse selbst zu backen hat aber auch den Vorteil, dass man spontan entscheiden kann, was in die Kekse rein soll, die man vernaschen will. Und zwar nicht nur zwischen Nuss und Schokolade, Weiß- oder Vollkornmehl. Nein! Man kann in seine Kekse all das reinbacken, auf das man gerade Lust hat. Bei mir war das heute eine ganze Menge.

Angefangen hatte alles vor ein paar Monaten, als mir Angelo von seinen herzhaften Rote Beete-Keksen erzählt und mir das Rezept gemailt  hatte. Seitdem spuken mir diese Kekse im Kopf herum und vorgestern habe ich tatsächlich auch Rote Beete gekauft. Aber als es nun tatsächlich ans Backen ging, hatte ich plötzlich keine Lust mehr auf herzhaftes Gebäck und durchforstete das Netz nach süßen Rote Beete-Keksen. Nachdem ich die Tiernahrung hinter mich gebracht hatte, fand ich schließlich auch ein Rezept für leckere Rote Beete-Kekse, bei denen die Rote Beete nicht nur als Färbemittel verwendet wird.

Rote Beete-Cookies mit extra Mandel

Während dem Backen fielen mir aber noch so viele Zutaten ein, so dass sich das Rezept leicht verändert hat:

Mein Rezept für Rote Beete-Kekse (2 Bleche):

  • 200g Butter
  • 150g Brauner Zucker
  • 150g Raffinierter Zucker
  • 350g Rote Beete, gekocht, geschält und püriert
  • 1 Ei
  • 2 TL Macadamia-Sirup
  • 100g Weissmehl
  • 100g  Dinkelmehl
  • 180g Basis-Müsli
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Muskat
  • 0,5 TL Salz
  • 1 TL Harissa-Gewürzmischung (So kalt wie es draußen immer noch ist, erlaube ich mir noch ein paar Gewürze.)
  • 50g gehackte Mandeln, geröstet
  • 50g Pinienkerne, geröstet
  • 50g getrocknete Mangos, klein geschnitten

Zubereitung: Als Allererstes den Ofen auf 175 °C heizen. Dann in einer Schüssel erst Butter und Zucker schaumig schlagen und als nächstes Rote Beete, Sirup und das Ei dazugeben. In einer zweiten Schüssel die restlichen Zutaten vermischen und schließlich alles gut zusammen vermischen.

Aus dem ziemlich klebrigen und erstaunlich unroten Teig (wie sollen da bitte solch dunkelrote Cookies bei rauskommen? Dunkelt Rote Beete noch nach?) werden mit dem Esslöffel dann Häufchen mit ausreichend Abstand aufs Backblech gesetzt und mit nassen Fingern rund und platt gedrückt, auf dass die fertigen Kekse wie die große amerikanische Cookies anmuten. Und nun für 20 Minuten ab damit in den Ofen!

Rote Beete-Cookies mit Harissa

Fazit: Holla, die Waldfee! Dank der Gewürze duftet die Wohnung schon bald ziemlich lecker! Sobald die Kekse aus dem Ofen sind, ist klar, dass es keine pinken Kekse mehr werden. Der erste Biss verzeiht das aber schnell, denn im Mund explodiert eine Vielfalt an Geschmacksnuancen, dass einem schwindelig wird. Da ist Süße, da ist die Rote Beete und die Mango und da ist die Schärfe und das Salz des Harissa-Experiments. Dazu kommen die knackigen Mandel- und Pinienstückchen und das Müsli, bei dem man auch ganz schön was zu beißen hat.
Unerklärlich bleibt mir, wie ihr alle diese knallrote Farbe hinbekommen habt? Meine Cookies sind wenn, dann eher zartrosé, altrosa möchte ich sagen, wie Rhabarberschorle.

Urteil: 9 von 10  – wegen der enttäuschenden Farbe und weil ich noch nicht weiß, wie die Kekse ausgekühlt schmecken :)