Rhabarber-Saison: Rhubarb Cookie Bars

Von , 26. Mai 2010, 4 Kommentare

Rhubarb Cookie Bars - angerichtet

Der kleine Bruder des Kuchens ist bekanntlich der Keks, der kleine Bruder des Rhabarberkuchens aber sind Rhabarber-Squares! Auf deutsch also Keksriegel? Geht gar nicht, drum verzeiht mir den amerikanischen Namen Rhubarb Cookie Bars! Anregungen für die Rhabarberküche gibt es ja eigentlich zur Genüge. Nach den ersten Rhabarberstangen pur in Zimtzucker gestippt, sollte es dieses Mal aber kein Rhabarberkuchen und kein Rhabarberkompott, sondern etwas Leckeres für Keksliebhaber werden.

Das hat geklappt, diese kleinen süßen Teilchen duften nicht nur verführerisch, sie schmecken auch so gut, dass man sie…

Rhubarb Cookie Bars - gestapelt

gut und gerne stapelweise verzehren möchte. Sogar meine Neigung, eher weniger als ausreichend Zucker zu verwenden, wurde mir hier verziehen. Die Rhabarberschicht ist sauer, liegt aber zwischen zwei süßen Teig- bzw. Streuselschichten. Die Squares sind trotzdem keine 2 cm hoch und daher wunderbar leicht und zart.

Beim Rezept habe ich mich vom Original stark inspirieren lassen und für die Füllung:

  • 3 Stangen Rhabarber geputzt, geschält und in 3cm große Stücke geschnitten, und mit
  • 2 Päckchen Vanillezucker und
  • 1 EL Zucker erst aufgekocht und dann auf kleiner Hitze einkochen lassen (15 Minuten etwa).

Die Füllung ein wenig abkühlen und über einem feinen Sieb abtropfen lassen, macht Sinn. Der aufgefangene Saft ergibt mit  Mineralwasser verdünnt ein erfrischendes Rhabarberschorle!

Jetzt den Ofen auf 180° Grad vorheizen! Für den Boden und die Streusel wurden:

  • 250g Mehl
  • 100g Zucker
  • 200g Butter
  • 1 Tl Zimt

zusammen geknetet. Die Hälfte davon wurde möglichst rechteckig auf ein backpapiernes Backblech ausgewellt, dann die Füllung darauf verteilt, gleichmäßig und bis an die Ränder. Schließlich aus dem restlichen Teig Streusel großzügig über die Füllung verteilt und dann das Blech für etwa 20-25 Minuten in den Ofen geben, bis die Streusel die gewünschte Bräune haben.  Und bevor sie wieder aus dem Ofen kommen und nach dem Abkühlen in Quadrate, Rechtecke oder Rauten geschnitten werden, ist Zeit für ein wenig Rhabarber, Rhabarber:

Fazit: Sehr ausgewogen im Geschmack und mal was anderes aus dem feinen Rhabarber. Süß und Sauer harmonieren hier klasse und tatsächlich ist es gelungen, etwas zumindest keksähnliches aus Rhabarber zuzubereiten. Für mich nächstes Mal aber gerne wieder einen dominanteren Rhabarber-Anteil!

Urteil: 8,5 von 10

First we take Berlin, then London and Paris

Von , 22. Mai 2010, 5 Kommentare

Eiffeltur, Big Ben, Brandenburger Tor

oder wie sich die Wahrzeichen dieser drei europäischen Metropolen auf meinem Backblech plötzlich gefährlich nahe kamen.

Form follows function. Naja, fast. Roberts Mailänderli-Teig macht jedenfalls auch als Eiffelturm eine tolle Figur! Dünner ausgewellt, die Form immer wieder mit viel Mehl bestäubt und etwas Übung, klappt auch das Brandenburger Tor. Ronald vermisst übrigens aufwändig dekorierte, Zuckerguß-glasierte Keks-Kunstwerke an dieser Stelle, aber angesichts dieser bunten Förmchenschar von phil goods musste ich einfach nochmal simple Butterkekse backen. Ich wollte mich weder durch Teig-Experimente noch durch übermäßigen Glitter-Flitter von der Form ablenken lassen.

Ausstechformen der Metropolen

tipp nr.1 – immer einen teig ohne backpulver wählen, dann bilden sich alle ausgestochenen konturen sehr gut ab.
tipp nr. 2 – teig direkt auf backpapier ausrollen und ausstechen, nur umliegenden teig entfernen, backpapier auf backblech heben.
tipp nr. 3 – form zwischen ausstechschritten zur entfettung in etwas mehl tauchen.“

sagt Phil, der selbst leidenschaftlich gerne bäckt und hey, Tipp nr. 2 klang für mich erschreckend überzeugend. Erschreckend, weil ich selbst nicht drauf gekommen war. Beim Test zeigte sich dann aber auch das Problem: Entweder man rollt den Teig zwar auf dem Backpapier aus, muss dann aber das mit den ausgestochenen Plätzchen belegte Backpapier aufs Backblech jonglieren. Oder man wellt den Teig direkt auf dem mit Backpapier belegten Blech aus, dann stößt man aber an den Rand. Bleibt wohl nur, großzügiger mit Blechen und Backpapier umzugehen?

Das Brandenburger Tor als Plätzchen

Fazit: Klasse sind Idee und  Optik, sowohl die Ausstecher, als auch als die gebackenen Köstlichkeiten überzeugen. Man erkennt den gebackenen Eiffelturm auf Anhieb, kann sich aber die Formen ebenso als Deko-Objekte vorstellen. Der Geschmack war hier zweitrangig, ich habe ja nicht auf die von Phil empfohlenen Rezepte zurückgegriffen. Nächstesmal. Aber die Größe irritierte mich, ich mag meine Kekse lieber klein und handlich. Gewöhnungsbedürftig ist auch die Haptik, Kunststoff-Ausstecher hatte ich vorher noch nie in Gebrauch. Die Handhabung ist aber gut, einzig beim Brandenburger Tor wurde es mit den kleinen Zwischenräumen etwas schwierig. Mich irritierte beim Ausstechen auch die weniger scharfe Schnittkante, die ich von Metall-Ausstechern gewohnt war, das gab sich aber während des Ausstech-Manövers.

Zutaten: hochwertiger Kunststoff, lebensmittelecht, spülmaschinengeeignet und lichtstabil und zu 100% made inBerlin in Zusammenarbeit mit der Spritzgießerei in Marienfelde und den Mosaik-Behindertenwerkstätten in Kreuzberg.

Bezugsquellen: direkt online, da gibt es auch noch andere Werke der Baukunst und viele weitere sollen noch dieses Jahr folgen, und in vielen Läden in Berlin als Duo-Pack (Fernsehturm und Brandenburger Tor) oder in den Geschenkautomaten von Berlinomat (Hauptbahnhof, Galeries Lafayette und Flughafen Tegel).

Urteil: 8 von 10.

Ungewöhnlich gut: Lakritz auf Keksen

Von , 19. Mai 2010, 10 Kommentare

Lakritzkekse

Endlich mal wieder Kekse backen! Im großen WWW finden sich ja mittlerweile für fast alles die tollsten Rezepte, da gibt es Butterplätzchen, Schokoladenkekse, Nusskekse, Doppelkekse, zweifachgebackene Kekse, Kekse mit Haferflocken, mit Cranberries, mit Smarties und mit Parmesan. Ich aber habe soeben meine Leidenschaft für echtes Lakritz wiederentdeckt!

Aber finde mal ein Rezept für leckere Lakritzkekse, dabei gibt es sie zumindest in Schweden zu kaufen.  So schwierig hatte ich mir das nicht vorgestellt, als ich im Potsdamer Lakritzkontor letzthin auf meine Frage nach einem empfehlenswerten Rezept den Tipp mit dem WWW bekam. Ich kaufte trotzdem eine große Tüte Lakritzstreusel und ein wenig Lakritzpulver, mit dem sich alles mögliche zubereiten ließe, wie man mir versicherte. Insbesondere für Fleischsoßen sei das Pulver gerne genommen. Aber ein Keksrezept wollte sich nicht so richtig finden lassen, ich meine, Anis ist kein Lakritz!

Lakritzkekse

Dann kam mir die glorreiche Idee, die Streusel erst einmal pur zu testen! Zum Glück, denn deren salzig-lakritzige Intensität sollte definitiv ausreichen, um straighte Butterplätzchen in leckere Lakritz-Kekse zu verwandeln.  So habe ich die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen, Roberts Mailänderli nachzubacken. Die schlicht- guten, buttrig-mürben Ausstechplätzchen sind eine der erklärten Favoriten des Mittesters. Ich habe tatsächlich nichts am Rezept geändert, außer die Ruhezeiten des Teiges zu verkürzen. Und wer Mailänderli oder Butterplätzchen backen möchte, möge doch bitte auf Roberts liebevolle Anweisungen zurückgreifen.

Wer wie ich einem Hauch Lakritz nicht abgeneigt ist und dem kulinarischen Erbe der Schweiz einen süßherbe Note Skandinavien verpassen möchte, wird hiermit freundlich dazu aufgerufen, die Plätzchen nicht noch ofenwarm von Backblech wegzunaschen. Vielmehr gilt es einen zarten Zuckerguß (2-3 EL Puderzucker und soviel Zitronensaft wie nötig) anzufertigen und dann nach Belieben Lakritzstreusel darüberzugeben. Halleluja!

Lakritzkekse

Fazit: Auch pure Butterplätzchen haben ihren Reiz, für mich gaben diesen Plätzchen aber die wirklich sehr intensiven Lakritz-Streusel den Kick. Farblich ein Hit, sind sie mir pur zu intensiv, mit einem feinen Mailänderli darunter aber goldrichtig. Die Zubereitung verlangt außer der Grundlage jeder Weihnachtsbäckerei auf Roberts Anraten noch ein wenig Geduld, die ich nicht hatte. Die Kekse sind trotzdem herrlich mürbe, süß und zart in Einem und nach meinem letzten Desaster mit Ausstechplätzchen bin ich froh um die Wahl dieses Rezepts!

Urteil: gute 8 von 10, ein wenig fehlte mir Raffinesse.

Keks-Kino: Punk, Blues und Splatter

Von , 16. Mai 2010, Noch keine Kommentare

Nummer 1 – Los geht es heute mit dem Cookie Blues des Gingerbread-Mannes und seiner Band! Manche mögen ihn noch aus den Shrek-Filmen kennen…?

Nummer 2 – Ja, Kekse haben eine Seele. Diese hier sogar ein Gesicht. Und Angst vor dem Nikolaus. Ein bißchen Keks-Splatter gefällig? Weihnachten ist ja zum Glück noch weit weg!

Nummer 3 – Die Abräumer! „Punky Chips Ahoy“ wollte ich euch eigentlich schon zum 1. Mai zeigen, aber dann kamen mir da der Cheesecake mit den Erdbeeren dazwischen.

Welchen Film wünscht ihr euch für die nächste Kinorunde? Vintage-Commercials? Backanleitungen? Oder vielleicht mal was Romantisches?

Skål! Schwedischer Sandwich Cake

Von , 13. Mai 2010, 11 Kommentare

Schwedischer Sandwich Cake

Erst wollte ich ja backen, doch dann kam mir wie so oft ein Foodblog dazwischen. Lorraine stellte nämlich in einem meiner liebsten Backblogs diesen herzhaften Schwedischen Sandwich Cake vor. Und was passte besser auf den Spätstückstisch an einem verregneten Herrentag, als ein mal nicht so süßer Kuchen? Somit ist dies auch mein zweiter Beitrag zum Jubiläumskochevent-Brunch!

Den Sandwich Cake gibt es in Schweden in unterschiedlichsten Variationen. Lorraines ist eindeutig eine amerikanische Variante mit reichlich Mayonnaise. Aber das tolle an einem ungebackenen Kuchen ist ja, das man ganz nach Geschmack Zutaten austauschen oder ergänzen kann.

Sandwich Cake - How To

Die Zubereitung ist denkbar einfach und optisch sind diese kleinen Kuchen frische Hingucker für besondere Annlässe und gern gesehen auf jedem Buffet. Dank der Radieschen versteht man auf den ersten Blick, dass nichts Süßes zu erwarten ist, so dass es beim ersten Bissen auch keine bösen Überraschungen geben kann.
Wichtigstes Tool ist ein runder Keks-Ausstecher, der im Durchmesser nicht größer als eine Scheibe Brot breit sein darf, aber auch nicht wesentlich kleiner sein sollte. Mir hatte Paula vor wenigen Wochen ein Set spacige Ausstecher zukommen lassen und der Planet (?) eignete sich hervorragend für diese Aufgabe.

Dann gilt es pro Kuchen

  • 4 Scheiben Brot, ich habe welche mit Vollkornbrot und welche mit Toastbrot gemacht, geht beides gut
  • 2 Scheiben Käse (ganz nach Geschmack Gouda, Edamer, Emmentaler…)
  • 2 Scheiben Koch-Schinken (oder Hähnchenbrust) auszustechen und mit
  • 2 EL Mayonnaise, Senf, Lieblingsaufstrichen (ich habe zu Paprika-Frischkäse und Dijon-Senf gegriffen, Lorraine empfiehlt Lachspaste) übereinanderzuschichten.

Schwedischer Sandwich Cake

Für die Deko wird dann vom Lieblingsaufstrich nochmals eine dünne Schicht über den gesamten Kuchen gezogen. Das ist nicht nur für den Geschmack wichtig, das ist auch die Klebeschicht für die finale Schicht. Denn jetzt kommt der Clou:

  • von einer ungeschälten Salatgurke werden mit einem Gemüseschäler etwa 2-3 pro KuchenLängs-Scheiben abgezogen und um den Kuchen gewickelt
  • 2 Radieschen werden in dünne Scheiben gehobelt und oben außen auf den Kuchen gefächert
  • 1/2 Cherrytomate dient als Zentrum

und fertig sind 1, 2, 3 Schwedische Sandwich Cakes, bereit zum Anbiss!

Jubiläums-Blog-Event LVI - Brunch & Giveaway (Einsendeschluss 15. Mai 2010)

Kambly Mont Choco „Orange“

Von , 9. Mai 2010, 5 Kommentare

Kambly Mont Choco

Alles begann mit einer Legende

Der junge Oscar Kambly trifft im Welschland ein gleichaltriges Mädchen aus Trubschachen, ohne das er fortan nicht mehr leben will. So führt ihn nach beendeter Schulzeit die Liebe in das Emmentaler Bauerndorf, wo er in der Dorfbäckerei das Handwerk eines Bäcker-Konditors erlernt.

Ein offensiv Schweizer Keks dieses Mal, leider in Deutschland nicht ganz so einfach zu beziehen. Aber immerhin die normalen Mont Choco, ohne Orange, und auch das übrige Kambly-Sortiment lassen sich im germanischen Lebensmittelhandel erbeuten. Tatsächlich findet sich das Schweizer Feingebäck auf allen 5 Kontinenten, denn 53% seines Umsatzes macht das Unternehmen mittlerweile im Ausland. Das Schweizer Bahlsen sozusagen.

Aber genug der hohlen Worte, zurück zum Keks, der ein feiner ist, nicht nur optisch! Knusprig ohne hart zu sein, bietet er eine optimale Basis für die dunkle Schokolade, die die herbe Süße der Orange mit sich trägt. Zwar lassen sich die Orangenstückchen gerade mal optisch ausmachen, Geschmack und Konsistenz aber sind sorgsam kombiniert.  Am besten, man öffnet die Packung nur zu zwei, denn ist sie einmal offen, und der erste Keks angebissen, möchte man das gesamte Alpenpanorama am liebsten auf einen Happs wegknuspern. Und dann ist es gut, einen kekserprobten Schokogipfelstürmer an der Seite zu haben!

Kambly Mont Choco

Zutaten: Schokolade 49% (Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Butterfett, Emulgator: Sojalecithin, Vanille, Kakao mind. 47%), Weizenmehl, Zucker, Butter, Fruchtzubereitung 3,5% (Orangenpulpe 1%, Zucker, Apfel, Nahrungsfasern, Traubenzucker, Säuerungsmittel: Zitronensäure, Calciumphosphat, Geliermittel: Natriumalginat, natürliche Aromen), Glucosesirup, Molkenpulver, Salz, Aromen: Vanille, Vanillin.
Kann Spuren von von Haselnüssen, Mandeln, Eiern und Sesam enthalten.

Preis: 2,39 € / 100g
Fazit: Wäre da nicht die Zutatenliste und die leider nicht ganz so präsenten Orangenstückchen, würde ich jetzt ein Loblied singen. Auf diese feinen Kekse, die im Mund buttrig-knusprig dahinschmelzen mit diesem dunkel-orangenen Schokoladengeschmack. So ist der gute Geschmack doch ein wenig getrübt von Nahrungsfasern und Apfel. Trotzdem eine Empfehlung!
Urteil: 8,5 von 10

Und eigentlich, eigentlich wollte ich heute ja Kuchen gebacken haben:

Food about you – Annecy festival 2010 from Alexandre DUBOSC
via

Rote Beete-Kekse mit Mango und Harissa

Von , 5. Mai 2010, 2 Kommentare

Rote Beete-Cookies vom Blech

Manchmal fragt man mich ja staunend, ob ich nicht elend zunehme, bei all den süßen Leckereien, die ich hier so verblogge. Aber ich esse gar nicht mehr Kekse, seit ich Kekstesterin bin. Ich backe nur mehr. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich weniger Kekse kaufe, und dass die Kekse, die ich esse, jetzt meist selbst gebacken sind: mit viel Liebe und noch mehr Experimentierlust. Das zeigt sich dann nicht an runden Hüften, sondern an einem breiten Lächeln im Gesicht!

Seine Kekse selbst zu backen hat aber auch den Vorteil, dass man spontan entscheiden kann, was in die Kekse rein soll, die man vernaschen will. Und zwar nicht nur zwischen Nuss und Schokolade, Weiß- oder Vollkornmehl. Nein! Man kann in seine Kekse all das reinbacken, auf das man gerade Lust hat. Bei mir war das heute eine ganze Menge.

Angefangen hatte alles vor ein paar Monaten, als mir Angelo von seinen herzhaften Rote Beete-Keksen erzählt und mir das Rezept gemailt  hatte. Seitdem spuken mir diese Kekse im Kopf herum und vorgestern habe ich tatsächlich auch Rote Beete gekauft. Aber als es nun tatsächlich ans Backen ging, hatte ich plötzlich keine Lust mehr auf herzhaftes Gebäck und durchforstete das Netz nach süßen Rote Beete-Keksen. Nachdem ich die Tiernahrung hinter mich gebracht hatte, fand ich schließlich auch ein Rezept für leckere Rote Beete-Kekse, bei denen die Rote Beete nicht nur als Färbemittel verwendet wird.

Rote Beete-Cookies mit extra Mandel

Während dem Backen fielen mir aber noch so viele Zutaten ein, so dass sich das Rezept leicht verändert hat:

Mein Rezept für Rote Beete-Kekse (2 Bleche):

  • 200g Butter
  • 150g Brauner Zucker
  • 150g Raffinierter Zucker
  • 350g Rote Beete, gekocht, geschält und püriert
  • 1 Ei
  • 2 TL Macadamia-Sirup
  • 100g Weissmehl
  • 100g  Dinkelmehl
  • 180g Basis-Müsli
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Muskat
  • 0,5 TL Salz
  • 1 TL Harissa-Gewürzmischung (So kalt wie es draußen immer noch ist, erlaube ich mir noch ein paar Gewürze.)
  • 50g gehackte Mandeln, geröstet
  • 50g Pinienkerne, geröstet
  • 50g getrocknete Mangos, klein geschnitten

Zubereitung: Als Allererstes den Ofen auf 175 °C heizen. Dann in einer Schüssel erst Butter und Zucker schaumig schlagen und als nächstes Rote Beete, Sirup und das Ei dazugeben. In einer zweiten Schüssel die restlichen Zutaten vermischen und schließlich alles gut zusammen vermischen.

Aus dem ziemlich klebrigen und erstaunlich unroten Teig (wie sollen da bitte solch dunkelrote Cookies bei rauskommen? Dunkelt Rote Beete noch nach?) werden mit dem Esslöffel dann Häufchen mit ausreichend Abstand aufs Backblech gesetzt und mit nassen Fingern rund und platt gedrückt, auf dass die fertigen Kekse wie die große amerikanische Cookies anmuten. Und nun für 20 Minuten ab damit in den Ofen!

Rote Beete-Cookies mit Harissa

Fazit: Holla, die Waldfee! Dank der Gewürze duftet die Wohnung schon bald ziemlich lecker! Sobald die Kekse aus dem Ofen sind, ist klar, dass es keine pinken Kekse mehr werden. Der erste Biss verzeiht das aber schnell, denn im Mund explodiert eine Vielfalt an Geschmacksnuancen, dass einem schwindelig wird. Da ist Süße, da ist die Rote Beete und die Mango und da ist die Schärfe und das Salz des Harissa-Experiments. Dazu kommen die knackigen Mandel- und Pinienstückchen und das Müsli, bei dem man auch ganz schön was zu beißen hat.
Unerklärlich bleibt mir, wie ihr alle diese knallrote Farbe hinbekommen habt? Meine Cookies sind wenn, dann eher zartrosé, altrosa möchte ich sagen, wie Rhabarberschorle.

Urteil: 9 von 10  – wegen der enttäuschenden Farbe und weil ich noch nicht weiß, wie die Kekse ausgekühlt schmecken :)

Cheesecake mit weißer Schokolade und frischen Erdbeeren

Von , 1. Mai 2010, 11 Kommentare

Ein Stückchen Weisse-Schokolade-Cheesecake mit Erdbeeren

Wenn der Käsekuchenfreund mal wieder harte Zeiten vor sich hat, hilft nichts besser als ein leckerer Käsekuchen. Das weiß ich aus mittlerweile langjähriger Erfahrung. Weil ich selbst ja aber nicht so der Käsekuchenliebhaber bin, sollte es wenigstens etwas raffinierteres werden. Mit etwas Geduld fand sich ein Rezept voll weißer Schokolade, das vielversprechend klang. Nicht, dass es nicht genug Rezepte für deutsche Käsekuchen oder amerikanische Cheesecakes gäbe, allein die Entscheidung ist das Schwierige!

Kekskrümelboden und weiße Schokolade klangen zwar verführerisch, ich wollte zusätzlich aber noch eine Schicht Erdbeeren versuchen. Eat seasonal, you know? Ein Boden aus feinen Keksen, darauf eine helle Crème mit dem Geschmack weißer Schokolade und obenauf eine großzügige Schicht frischer, süßer Erdbeeren!
Das Originalrezept war hinsichtlich der Mengenangaben mit Vorsicht zu genießen, und wie so oft habe ich auch ein wenig variiert und zwar wie folgt:

Cheesecake mit weißer Schokolade und Erdbeeren à la Kekstesterin:

(für eine kleine 20 cm Springform)

  • 100g Butterkekse, zerkrümelt ( Im Original 300!)
  • 50g Butter
  • 200g Frischkäse, ruhig den sahnigen
  • 200g Magerquark (der gleicht das wieder aus)
  • 200g weiße Schokolade, im Wasserbad geschmolzen
  • 2 Eier (das Original forderte 3)
  • Zucker nach Bedarf (mir hat die Schokoladensüße völlig gereicht)
  • 200g Erdbeeren
  • 1 Pck. Tortenguß (besser noch selbstgemachten Tortenguß, aber dafür fehlten mir die Zutaten)

Käsekuchen unter Erbeerhaube

Die Zubereitung ist, wie bei den meisten Käsekuchen, wundervoll einfach:
Als allererstes den Ofen auf 160° C vorgeheizt. Nun die Kekse in einer Plastiktüte zerbröselt und dann mit der Butter vermengt in die Form gedrückt. Dann die weiße Schokolade im Wasserbad schmelzen und mit dem Frischkäse und dem Quark gut verrühren. Erst jetzt die zwei Eier nacheinander unter die Quarkmasse geben. (Wer die Masse nachher lieber locker als sahnig hat, trennt die Eier und schlägt das Eiweiß erst noch auf.)

Wem die Masse nicht süß genug, schmeckt jetzt mit Zucker ab. Dann die Käsemasse auf den Krümelboden geben und für 50-60  Minuten ab in den Ofen. Nun kommt das Schwierigste: Der Kuchen sollte für 48 Stunden im Kühlschrank durchkühlen. Ich habe zwischendurch die Erdbeeren gewaschen, halbiert und auf dem Käsekuchen verteilt, der mittlerweile kalt, aber noch in der Form war. Wichtig ist, sobald die Früchte aufgeschnitten und verteilt wurden, einen Guss drüber zu geben, das versiegelt die Schnittkanten und hält die Früchte frisch. Dann aber: weiter warten, Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste aller Freuden!

Käsekuchen unter Erbeerhaube

Fazit: Die Zubereitung war einfach, die Zutaten bis auf den Tortenguß empfehlenswert. Hier gelobe ich Besserung. Sein größter Nachteil, sind die 48 Stunden Kühlschrank vor Verzehr, da gehört schon jede Menge Selbstdisziplin dazu. Die Optik ist klasse, und die Kombination aus frischen Erdbeeren und cremiger Quarkmasse passt sehr gut! Zu optimieren wären eventuell der Boden und der Schokoladengeschmack. Der Boden war mir nicht knusprig genug, das mit dem Kekskrümelboden muss ich entweder noch üben oder doch zurück zum Mürbeteig schwenken. Richtig enttäuscht, soweit das bei diesem leckeren Kuchen möglich war, hat mich die weiße Schokolade. Die kam nämlich kaum durch, und das obwohl ich mich bei dieser Zutat an die Angaben des Originalrezepts gehalten hatte. Schade.

Urteil: 8,5 von 10

Weil der kleine Kuchen so hübsch geworden ist, darf er nicht nur bei den kleinen Kuchen mitspielen, sondern auch aufs Brunchbuffet. Optisch überzeugt dieser Kuchen zu allen Tageszeiten, ich empfehle ihn ebenso als charmanter Türöffner bei (spontanen Besuchen) wie als leckeren Magenschließer nach einem ausgiebigen Sonntagsbrunch.

Jubiläums-Blog-Event LVI - Brunch & Giveaway (Einsendeschluss 15. Mai 2010)

Und jetzt sei mir die Frage erlaubt, welches ist euer zuverlässigstes, liebstes, unwiderstehlichstes Käsekuchenrezept?

Karlsbader Oblaten mit Schlagobers

Von , 28. April 2010, 7 Kommentare

Karlsbader Oblaten mit Schlagobers

Oder: wann ist ein Keks ein Keks?

Ich war noch nie in Karlsbad, ich wusste noch nicht einmal, wo das genau liegt, bzw. verortete es stets fälschlicherweise im Schwäbischen. Aber ich weiß, dass seine Oblaten meiner Oma schmecken. Und seit heute auch, dass die Oblaten, die ich dank meiner Oma schon als kleines Kind zu naschen bekam, weder aus Tchechien, noch aus Schwaben stammen, sondern im bayrischen Dillingen gefertigt werden.

Karlsbader Oblaten sind, verglichen mit Backoblaten oder Keksen, riesig: Ihr Durchmesser beträgt 18 cm und damit gingen sie schon fast als kleine Kuchen durch, wären sie nicht so hauchdünn. (Aber man kann sie natürlich mit Creme und Konfitüre zu einer Schichttorte drapieren.) Sie sind u.a. deshalb so fein, weil die knusprigen Teigschichten mit einer Mischung aus Zucker, gemahlenen Nüssen und Mandeln und Butter gefüllt sind. Mittlerweile gibt sie auch mit Schoko-, Nougat- oder Vanillecreme, aber die, die meiner Oma schmecken, sind die Klassischen.

Karlsbader Oblaten mit Schlagobers und Konfitüre

Karlsbader Oblaten bricht oder schneidet man zum Verzehr am Besten in handliche Stücke und knuspert sie – wie meine Oma – zum Kaffee, zum Tee oder zu einem Glas kalter Milch. Oder aber man bestreicht sie wie ich mit Konfitüre und für den, der Schlagsahne mag: auch diese steht ihnen gut zu Gesicht. Denn, und damit kommen wir zu einem kleinen Nachteil der Oblaten, es handelt sich um ziemlich trockene Gesellen.

Heute sind sie etwas aus der Mode geraten, aber man findet zumindest die Klassischen weiterhin bundesweit in Lebensmittelgeschäften. Ich habe meine sogar im Asia-Markt ums Eck gefunden und konnte nicht widerstehen. Außerdem lassen sie sich beim Hersteller in allen erdenklichen Variationen – allerdings nur in größeren Mengen – auch online bestellen.

Historisch ist nicht gesichert, ob sie zuerst von Mönchen in Böhmen gebacken wurden, ihre Verbreitung ging auf jeden Fall von dem Bäderdreieck um Karlsbad aus, dem sie den Namen verdanken.

deutet der Hersteller auf seiner Seite den jüngst entbrannten Kampf um die Herkunft der Oblaten leise an, immerhin 200 Jahre lang liegt ihre Erfindung wohl bereits zurück. Mittlerweile scheint zum Glück eine Einigung gefunden worden zu sein.

Karlsbader Oblaten


Eigentlich wollte ich die Oblaten auch einem Kekstest unterziehen, aber ich muss zugeben, dass es sich bei ihnen zwar um feines Gebäck, nicht aber um einen Keks im eigentlichen Sinne handelt. Eerst gestern war ich gefragt worden, ab wann ein Keks ein Keks eigentlich ein Keks sei, und wann ein Konfekt.

Das ist gar nicht so eindeutig zu beantworten, denn es ist auch eine kulturräumliche Frage.  Denn während man in Österreich und  der Schweiz unter dem Begriff „Konfekt“ Kleingebäck sammelt, ist dafür in Deutschland der Begriff „Keks“ gebräuchlich.  „Konfekt“ nutzt man in Deutschland eher als  Oberbegriff für alle Zucker- und Backwaren, insbesondere aber feine Pralinen, kandierte Früchte oder Fondants. Und so wäre die Karlsbader Oblate per definitionem ein Konfekt, aber das will mir erst recht nicht über die Lippen.

Frühlingsfrisch: Apfel-Müsli-Cookies

Von , 25. April 2010, 9 Kommentare

Schale Äpfel

Müsli mit reichlich Äpfeln schmeckt ja noch lange nicht nur zum Frühstück gut.  Und nachdem ich hier hatte ich von leckeren Haferflocken-Keksen gelesen hatte, stand fest, dass die nächste Ladung Kekse Müsli beinhalten sollte. Einfach nur Haferflocken war mir zu öde, außerdem habe ich nur mein Basis-Müsli im Haus. Das verzichtet idealerweise nämlich auf Rosinen, schmeckt aber dank Reisflocken, Amaranth, Sesam, Sonnenblumenkernen und Co auch ohne alles mit Milch, Buttermilch, Joghurt, Obst und/der Quark und erst recht leicht geröstet. Aber das nur am Rande.

Nach Schokolade war mir angesichts der sonnigen Tempreaturen nicht wirklich, lieber sollte es etwas Frisches sein. Vielleicht sogar mit Obst? Ein paar Äpfelchen warteten da in der Schale nur noch darauf verfeinert zu werden.

Äpfel und Cookies

Ich liebe Rezepte, die mit dem Vorheizen des Backofens beginnen, signalisiert dies doch, dass die Zubereitung nicht länger als eine Viertelstunde dauern wird. Dieses für heute von mir ausgewählte  Originalrezept fordert zu Beginn den Ofen auf 190 °C vorzuheizen. Die Zutatenliste lautet etwas anders, meine Apfel-Müsli-Kekse beinhalten folgendes:

  • 2 kleine Jonagold-Äpfel, grob geschält, entkernt und klein gewürfelt und mit ein paar Spritzern Zitronensaft am Bärunen gehindert
  • 150 g Dinkel-Vollkornmehl
  • 90g brauner Zucker
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Zimt
  • 1 Ei
  • einige EL Milch
  • 50g Doppelrahm-Frischkäse
  • 50g Margarine
  • 150g Müslimischung

Entgegen den Originalanweisungen habe ich alle Zutaten bis auf die Milch in einer Schüssel vermengt und dann noch so viel Milch hinzugefügt, dass alles gut zusammenhielt ohne zu klebrig zu werden. Aus dieser Masse wurden dann mittels eines Esslöffels Häufchen auf ein Backblech transferiert und für 15 Minuten in den auf 190 °C vorgeheizten Backofen geschoben.

Äpfel und Cookies

Fazit: Wie Apfel, Zimt und brauner Zucker duften, wenn sie so langsam warm werden, muss ich nicht extra erwähnen, oder? Direkt aus dem Ofen und noch gut warm schmecken die Cookies denn auch wie leckerstes Porridge und lassen sich perfekt  zum gemütlichen Sonntagsfrühstück vernaschen. Die Säure der Äpfel harmoniert erwartungsgemäß klasse mit dem Zimt, dem Müsli und der Süße des braunen Zuckers.

Leider schmecken sie kalt nicht mehr ganz so gut, sondern leider etwas sehr „gesund“.  Was bleibt ist der leckere Crunch und die Säure der Äpfel, auch die Feuchtigkeit, fast bin ich versucht von Cremigkeit der Cookies zu sprechen. Die Süße und die Ähnlichkeit mit Müsli allerdings nimmt etwas überhand. Aber gibt es eine bessere Ausrede dafür, alle Cookies direkt aus dem Ofen zu verputzen?

Urteil: 7,5 von 10