Herbstliches Baklava Light für Walnussjunkies und Birnenanbeterinnen

By , 15 September, 2012, 8 Comments

Baklava

Als Kind kannte ich nur Haselnüsse, Walnüsse, Erdnüsse und zur Weihnachtsbäckerei gehackte Pistazien.
Erst in meiner Jugend begegneten mir – ich glaube, es war im Reformhaus – Paranüsse. Tütenweise hätte ich diese dicken Dinger am liebsten weggemümmelt, aber der Preis für ein 200g-Tütchen war hoch und meine Mutter nörgelte über die Kalorienmengen. Auch so um den Dreh lernte ich Cashewnüsse kennen. Und hassen. Erst in den letzten Tagen habe ich diese erstaunlich weichen Nüsse schätzen gelernt. Pecan- und Macadamianüsse gelangten in den letzten Jahren in meine Wahrnehmung, Pecannüsse noch vor den Macadamianüssen, die kugelrund und unendlich teuer nur in Cookies oder Brötchen vom Lieblingsbäcker auftauchen. Und natürlich in Häagen Dasz Macadmia Nut Brittle. De Existenz von Pecannüsse habe ich tatsächlich nie verstanden – wo liegt der Unterschied zwischen ihnen und Walnüssen?

Genau, keiner! Außer vielleicht, dass sie weniger Eigenschmack haben. Und genau wegen ihres Eigengeschmacks liebe ich Walnüsse. Baumnüsse, wie der Schweizer sagt, eigentlich, denn zorra, unsere Schweizer Paradeblogköchin hat ein Walnuss-Event ausgerufen. Wahrscheinlich aus Angst, bei Baumnüssen würde keiner mitmachen! Jedenfalls wie für mich Walnuss-Liebhaberin gemacht, wenn man die Liste meiner Walnuss-Leckereien mal so ansieht.

Baklava

Ein Rezept war schnell gefunden, wollte ich doch die ganze Zeit schon Marions obstige Baklava-Version nachbacken. Dass man das echte, das wahre Baklava nicht selbst backt, sondern kauft, hatte ich im März in Istanbul gelernt. Dass man gutes Baklava auch in Berlin kaufen kann, bestätigen mir Sylee und Luisa. Ich selbst habe die Berliner Baklaveria noch nicht getestet, aber sie wird allseits gelobt.

Aber zurück in meine Backstube. Denn während ich mir noch die nötigen Zutaten zusammenschrieb, reichte Marion ihr bereits Jahre in meiner Nachbackliste schlummerndes Rezept kurzerhand selbst ein. Was nun? Ich habe leider keine Zeit für eine Alternativ-Backsession, sonst hätte es eine Feigen-Walnuss-Ziegenkäsetarte geben. (Und die wird es geben, und zwar bald!) Und so müsst ihr mit dieser Zweitversion vorlieb nehmen, die übrigens köstlich schmeckt, wenn auch nicht nach Baklava. Und das, obwohl ich noch beim Türkisch-Trainer vorbeigeschaut und mir ein Sirup-süßes Beispiel genommen habe: Reichlich tropfte zu Sirup eingekochtes Rosenwasser auf meine Version, aber lest selbst

Baklava

Zutaten:
150g Butter, geschmolzen und geklärt
1 Pckg. Yufka-Teig
3 große Birnen
2-3 Fäden Safran
Honig
1 EL Zitronensaft
1 TL Zimt
2 EL Rohrzucker
400g Walnüsse oder andere Nüsse, geröstet und fein gehackt
1 EL Rosenwasser
Pistazien, gehackt (oder andere Nüsse zum Verzieren)

Zubereitung
(1) Es geht alles erstaunlich schnell, das sei vorweg gesagt. Wenn die Nüsse dann mal angeröstet und fein gehackt (die Betonung liegt hier auf fein!) sind! Dann müssen die Nüsse nämlich nur noch mit dem Rohrzucker vermengt werden. Die Birnen schälen, ebenfalls fein hacken und mit dem Zimt, dem Zitronensaft, 1 El Honig und dem Safran glasig schmoren. Den Yufkateig entfalten, den Backofen auf 180°C vorheizen und eine Auflaufform bereithalten.

(2) Den Yufkateig etwa auf die Auflaufformgröße zuschneiden und in die Butter tauchen. Die erste Schicht Yufka in die Auflaufform legen, darauf eine Lage Nüsse schichten, dann eine Lage Birnen und wieder von vorn. Zum Schluss eine Lage in Butter eingelegtem Yufka, alles etwas festdrücken und mit den zur Deko zurückbehaltenen Pistazienhäckseln, Mohnsamen bestreuen. Für etwa 30 Minuten backen. Dann abkühlen lassen.

(3) In Der Zwischenzeit etwa 150g Honig mit ebensoviel Wasser und einem Schnapsglas Rosenwasser vermengen, erst aufkochen und dann abkühlen lassen. Das Sirup noch über die warme Baklava geben. Fertig!

Naja, fast fertig, nun braucht es noch etwas Geduld, damit alles gut durchzieht. Aber dann! Wer Birnen und Walnüsse mag, wird glücklich sein! Wer Vanilleeis liebt – es isst sich gut dazu. Walnusseis natürlich erst recht :-)

Fazit: Mach ich mal wieder, dann aber richtig. Denn so einiges habe ich falsch gemacht: Die Yufkablätter nur eingepinselt und nicht wirklich in Butter gewälzt. Zu wenige Yufkablätter übereinander geschichtet. Den Honig zu den Birnen erst nachträglich dazugegeben. Das Gute daran: Alles nicht schlimm, Baklava verzeiht und der Teig reichte dann eben noch für eine zweite Form mit Mandeln und Cashewnüssen :-)

Urteil: Herbstliche 8 von 10 und ab ins Event!

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8 Responses {+}
  • Anna

    Ein Rezept, dass ich sofort ins Herz geschlossen habe. Viele Walnüsse und Yufka-Teig das gibt von mir 10 Sterne von 10 möglichen Sternen.

  • zorra

    Deine light Version gefällt mir ausgezeichnet. Sag mal bist du Undercover-Schweizerin? Gib’s zu! ;-)

  • Schokozwerg

    Gestern noch hielt ich den Teig in der Hand und dachte mir, ich könnte doch mal wieder … Ja, kann ich! Dein Rezept! Perfekt! :)

  • Kekstesterin

    @Anna, ich sehe, wir liegen geschmacklich voll auf einer Linie :-)

    @zorra, im Herzen ganz bestimmt!

    @Schokozwerg, und ich finde, wir sollten unbedingt mal zusammen kochenbackenbrutzeln!

  • Anja

    nom nom! Nüsse sind toll.

  • Schokozwerg

    JA, FINDE ICH AUCH, UNBEDINGT! :)

  • Ernst

    Wenn ich solche Bilder sehe, bekomme ich immer tierischen Hunger und Lust… Dann regiert der Bauch und nicht mehr der Kopf :)

  • Kimono From Japan

    Ohh, sieht das lecker aus! Jetzt muss ich mal schauen, wo ich in Tokyo Yufka-Teig herbekommen kann ;)

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