Pragmatische Blitz-Bagels im Miniformat

By , 22 Juli, 2010, 2 Comments

Bagels in Zweierreihen - Marsch!

“Ein Bagel ist ein kreisrundes Gebäck mit einem Loch in der Mitte; er ist weich, zäh und knusprig zugleich.” Entstanden aus dem polnischen Obwarzanek, wurden Bagels  seit Mitte des 16. Jahrhundert insbesondere von den Wiener Juden sehr geschätzt. Heute meint man fälschlicherweise fast, sie seien amerikanischer Herkunft, so fest sind sie dort Bestandteil der Bistro- und Snack-Küche, mit Lachs und Creamcheese als feiste Kalorienbömbchen zelebriert.

Traditionell ist die Bagelzubereitung eine zeitaufwändige, ehrfurchteinflößende. Ein Hefeteig, der mehrmals gehen und dann zu Ringen geformt werden muss. Die Rohlinge werden einmal in Honigwasser gekocht und dann nochmal gebacken. Erst so erhalten sie die ursprünglichen Charakteristika, was Konsistenz, Färbung und Form betrifft.  Gut also, dass Küchenlatein, Einfach Guad, Topf & Löffel und DeliciousDays pragmatische Lösungswege für extra schnelle, New Yorker Originale oder kleine süße aufzeigen.

Mutig voran, entschied ich mich für eine originäre Mischung aus den genannten Rezepten auf der Basis von 200 Gramm Mehl. Dann verlor ich die Zeit aus dem Blick und statt Hefeteig anzusetzen verbrachte ich den gestrigen Abend höchst royal: im Prinzessinengarten!

Bagels - Making of

So wurden es heute morgen dann eben doch Blitz-Bagels. Und zwar mit folgenden Zutaten:

  • 100g Weißmehl
  • 100g Vollkornmehl
  • 0,5 TL Salz
  • 21g frische Hefe
  • 1,5 El Olivenöl
  • 1 El Ahornsirup
  • 125g lauwarmes Wasser
  • 2-3 Liter Salzwasser
  • 1 Eiweiß ( die Hälfte reicht auch, oder alternativ Eigelb, kalter Kaffe oder Wasser)
  • je eine Handvoll schwarzenSesam, Sonnnblumenkerne, Mandelblättchen etc. pepe

Zubereitung:

1) Mehlsorten in eine Schüssel sieben, Vertiefung bilden und darin Hefe und Salz in lauwarmem Wasser auflösen. Dann Mehl, die Hälfte des Ahornsirups und Olivenöl unterkneten. Glatt sollte der Teig sein, den ihr zu einer Kugel geformt und mit Mehl bestäubt an einem ruhigen Örtchen eine Stunden gehen lasst.

2) Ist der Teig auf das Doppelte aufgegangen, nochmals kräftig kneten und in 5-9 Stücke teilen. ( Bei mir wurden es 8 Handtellergroße, also etwa halb so große wie die im Laden üblichen). Stücke mit dem Löffelende  löchern und dann zu bagelähnlichen Teigringen formen. Darauf achten, dass das Loch groß genug, wir arbeiten mit Hefeteig! Die Teigringe für eine Viertelstunde in ein warmes Eckchen Stellen, derweil den Ofen auf 210° C vorheizen und im größten Topf Salzwasser mit dem restlichen Ahornsirup zum Kochen bringen. Die Teigringe je nach Topfgröße alle zusammen oder nacheinander blanchieren, dh. für 40-60 Sekunden in das siedende Wasser geben, bis sie leichte Runzeln schlagen. Zum Abkühlen und Abtropfen auf ein Kuchengitter platzieren.

3) Nun kommt die Dekosache. Wer es puristisch mag, lässt diesen Schritt aus. Alle anderen bestreichen ihre Bagels mit einer Feuchtigkeit, in meinem Fall Eiweiß und dekorieren nach Lust und Laune mit allem, was die Küche hergibt.

4) Finale: Bagels für 15-20 Minuten im Ofen backen, die Zeit richtet sich nach der Größe, bzw. Dicke der Bagels. Bei mir waren es 20 Minuten.

Bagel - fertig zum Anbeissen

Die fertigen Bagels schmecken frisch gebacken und pur zum Milchkaffee am frühen Morgen.  Dem Liebsten am Besten deftig belegt zum späten Frühstück und mir gerade die mandeligen mit Lemoncurd wie Scones zum Nachmittagspäuschen. Am nächsten Morgen getoasted und mit Butter und Obst fast nochmal so gut und edel-klassisch mit Lachs natürlich sowieso. Einfrieren und Aufbacken geht aber auch, sollten welche übrig bleiben.

Fazit: Viel weniger schwierig oder tricky als gedacht, trotzdem durch die vielen Schritte aufwändig und nichts für mal eben frisch zum Frühstück. Höchstens die Aufbackvariante.  Geschmacklich gut, aber das ließe sich durch die langsame Methode bestimmt noch steigern. Ich bin froh, mal was herzhaftes außer Pizza oder Flammkuchen, ja fast schon Brot-artiges gebacken zu haben, davor hatte ich nämlich tatsächlich Ehrfurcht. Durch das Dekorieren kommt auch der Spaß nicht zu kurz.

Urteil: solide 8 von 10

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2 Responses {+}
  • Gourmet

    Oh sehr lecker, Bagel mag ich immer gerne. Sehen einfach cool aus und man kann sie auch für Buffets gut verwenden.

    Gruß vom Gourmet,
    Dirk

  • Anne

    Ideal für Buffets, du sagst es. Gerade die kleinen.

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