Heute mal herzhaft brasilianisch: Milhebrot oder pão de milho (und ein Hauch Fenchel)

By , 14 August, 2011, 2 Comments

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Vor einigen Monaten bereits brachte mir eine Freundin wilde Fenchelsamen aus Italien mit, seit sie hier auf dem Blog von den legendären Weinkringeln gelesen hatte. Eine andere Freundin wartete letzte Woche mit diesem köstlichen Maisbrotrezept à la Sabine Hueck auf. Zufälle, die Konsequenzen haben mussten!

Milhebrot heißt auf deutsch Maisbrot (milho ist brasilianisch für Mais) Korrekterweise aber handelt es sich bei dem hier vorgestellten Gebäck um Mais-Kartoffel-Brot mit Fenchelnote. Das kam genau richtig, nachdem ich jetzt seit Monaten immer mal wieder Brot nach Isa’s Rezept backe. Die Zeit war reif für eine eine neue Brotherausforderung.

Rezept und Zubereitung sind auch hier denkbar einfach, das Ergebnis aber ist alles andere als Brot. Es ist ein köstlicher Solitär, ein Zwitterwesen aus herzhaftem englischen Cake und portugiesischem Maisbrot. Ebenso gehaltvoll und feucht wie locker und geschmackvoll. Und es sind reichlich Kartoffeln drin – mehr als gute Gründe für einen sonntäglichen Backversuch!

Zutaten:
2TL Fenchelsamen, gemörsert
1EL italienische Kräuter (im Original Koriander)
300ml Milch, lauwarm
80ml Pflanzenöl
je EL Zucker und Salz
1 Würfel Hefe (42g)
200g Weizenmehl
200g Maismehl
200g Kartoffeln, gekocht, geschält, zermanscht

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Zubereitung:

(1) Fenchel, Kräuter, Zucker und Salz, Milch und Öl verrühren, dann die Hefe zugeben und schließlich das Mehl untermengen. Danach muss der Teig etwa eine Stunde zugedeckt wachsen.

(2) Backofen 1uf 180 °C vorheizen und den ausgewachsenen Teig mit den Kartoffeln vermengen und in eine eingefettete Kastenform geben (Springform geht sicher auch, dann aber bitte die Backzeit runterregulieren).

(3) Brot für etwa 50 Minuten auf der untersten Schiene backen, auskühlen lassen und pur oder mit frischen Obst und oder Käse genießen. Wein passt ebenso dazu wie Bier oder Cola, auch ein Glas kalte Milch kann ich mir gut vorstellen.

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Fazit: Kein Keks, dafür gutes Brot, das geschmacklich hält was es an Gewicht verspricht. Durch die viele Hefe wird es trotz der schweren Kartoffeln locker leicht. Dank des Fenchels und der Kräuter ist es geschmacklich so dicht, dass es auch pur wunderbar schmeckt. Es ist kein Alle-Tage-Brot sondern mehr ein Besondere-Gelegenheit-Gäste-zum-Brunch-oder-Wein-Brot und bestimmt auch Gewürztechnisch unendlich variabel :)

Urteil: 9 von 10

PS: Sabine Hueck war übrigens bei Valentina’s Kochbuch im Interview und hat noch ein wenig mehr über die Verschmelzung von deutscher und brasilianischer Backkunst erzählt …

2 Responses {+}
  • katjanka

    Sieht köstlich aus. Das werde ich bestimmt nachbacken, wenn ich nächsten Monat in Deutschland bin. Hier ist es momentan einfach viel zu heiß;)

    Liebe Grüße
    katjanka

  • Kekstesterin

    Stöhn du nur von wegen von zu heiß :)

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