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Kekse im Test Klassiker

Byron Bay Triple Choc Fudge und White Choc Chunk & Macadamia Nuts

Byron Bay: Triple Choc Fudge

Wer glaubt das Monopol für dekadente Cookies läge bei den Amerikanern, der irrt. Auch Australien produziert hervorragende Cookies, Brownies und Fudges. Bekannt sind hier in Europa wenige, mindestens einen Versuch wert sind die von  Byron Bay Cookie Company, die mit ihren White Choc Chunk & Macadamia Nuts vom malerischen Byron Bay aus auch die internationalen Keksliebhaber eroberten. Und das seit sage und schreibe 20 Jahren!

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Kekse im Test Neuheiten

Sonnentor – Bio Kekse aus Österreich

Sonnentor - Alles Liebe Kekse

Schon damals, als ich noch zur Schule ging, 19hundertirgendwann, gehörten Kekse zu meinen Leibgerichten. Neben Cordon Bleu und Lasagne übrigens.  Meine Eltern lebten so alternativ wie irgend möglich, und das bedeutete nicht nur, dass meine Kekse selbst gebacken, der Joghurt selbst gemacht, sondern natürlich auch, dass meine Schulhefte nicht durch glänzende Plastikumschläge, sondern durch Recyclingpapier geschützt wurden.

Warum ich das erzähle? Weil mich die Sonnentor-Kekse, die sich heute auf meinem Teller zusammen fanden, binnen Minuten in diese Zeit zurück beamten. Schlichte Mürbeteig-Kekse, die wie selbst gebacken daher kommen: Nicht einer gleicht dem anderen. So ist der eine ein wenig dunkler geraten, dem anderen fehlt ein Stückchen. Und die so biologisch wertvoll schmecken, wie es damals nur die tatsächlich selbst gebackenen taten, während die kaufbaren Markenprodukte – chemisch süß und perfekt dekoriert – (leider) unerreichbar blieben.

Sonnentor - Schutzengel Kekse auf Nutellabrot

Die Schutzengelkekse beinhalten laut Packungsangaben Blütenpollen, Rosenblüten, Sonnenblumenblätter gar und Korn- und Ringelblumen. Leider schmeckt man diese weder, noch fallen sie optisch ins Gewicht. Stattdessen finden sich in der Tüte mürb-würzige Keks- Flügel, die sich wunderbar in Milchkaffee tunken lassen oder aber, das war meine erste Idee, mit einem noch warmen Nutellatoast ergänzen lassen.  Denn Zimt, Ingwer und Nelken der Kekse passen für mich ideal zu warmem, cremigen Speisen. In der Kombination stellen die Dinkelvollkornkekse so einen leckeren Wintersnack dar!

Die mit rosa Streifen glasierten Herzen der Alles Liebe Kekse sind weitaus lieblicher im Geschmack und süßer. Auch hier bleiben die Erd- und Himbeerstückchen leider im Verborgenen. Durch die Farbakzente der Glasur und die fruchtigen Bestandteile bieten auch diese Kekse ein durchaus angenehmes Geschmackserlebnis. Ich empfehle dazu ein Glas frische Milch, kalt oder warm, mit Kakao, Honig oder ohne, oder einen milden Tee.

Was bleibt, ist das Gefühl etwas Gutes gegessen zu haben, kaum möchte man von Süßware sprechen.  Und genau damit reihen sich diese beiden Kekssorten in die Sonnentor-Produktpalette ein,  zu der unter anderem auch feine Tees und Gewürzmischungen zählen. Um Gesundheit geht es, um Nachhaltigkeit und Authentizität.


Sonnentor - Kekse zum Lieben und Fliegen

Name: “Sonnentor Alles Liebe Kekse – Weizenmehlkekse” und “Sonnentor Schutzengel Kekse – Dinkelvollkornkekse”
Keksdealer: online oder im Bioladen
Packungsgröße: 125g
Preis: 3,35 EUR (im Online-Shop von Sonnentor)
Zutaten: Alles Liebe: Weizenmehl* 45%, Margarine*, Rohrzucler*, Staubzucker*, Mandelmehl*, Vollei*, Rote Beete*,rosa Pfeffer*, Backpulver Reinweinstein, Bio-Aroma Erdbeere*, Zitronenöl*, Eiweißpulver*, Rosenblüten*, Erdbeerstücke*, Koriander*, Bourbon Vanille*, Himbeerstücke*
Schutzengel: Dinkelvollkornmehl* 46,7%, Margarine*, Rohrzucker*, Haselnüsse*, Honig*, Piment*, Vollei*, Rübenzucker*, Blütenpollen* 5%, Backpulver Reinweinstein, Rosenblüten*, Sonnenblumenblätter*, Ringelblumen*, Kornblumen*, Zimt-Cassia*, Nelken*, Ingwer*, nat. Bio Vanille Aroma mit Bourbon-Extrakt*.
* = aus kontrolliert biologischem Anbau
Bewertung (1-10): 6,5
Pro: Ehrliche Kekse ohne Schnickschnack, die nicht vorgeben etwas anderes zu sein als sie sind, bei denen man ihre Zubereitung mit Vollkornmehl sieht und schmeckt. Außerdem durchweg natürliche Zutaten, keine Konservierungsstoffe, kaum Aromastoffe und trotzdem viel Würze. Plus eine geradezu nostalgische Anmut.
Contra: Ja, die Zutatenlisten lesen sich toll, nur leider schmeckt man von all den Köstlichkeiten viel zu wenig. Stattdessen herrscht eine gewisse Trockenheit vor, die mich dazu brachte, die Kekse auf mein Nutellatoast zu drapieren.

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Kekspolitik Kunst am Keks

Kekskrümel to go – Vol. 1

Life's short... - Eat Cookies

(Dank an M.)

Bei meinen Streifzügen durch das Netz stolpere ich oft über lustige, interessante, beeindruckende Fundstücke zum Thema Keks. Diese möchte ich nicht weiter ungeteilt lassen, sondern eröffne mit der ersten Folge “Kekskrümel to go – (m)eine subjektive Hitlist”! Wie es aussieht werden der heutigen Ausgabe in unregelmäßigen, aber nicht allzu seltenen Abständen weitere folgen…

  • Stichwort Ernährung: Katha von esskultur.at schreibt durchaus lesenswert über Zuckersorten und ihre Eigenarten. Vielleicht nicht erschöpfend, sicher aber anregend: Des Zuckers weiße Weste!
  • Süße Männlichkeit: Kraska philosphiert angenehm uneitel über Neue Männer: In der Naschanlage und stellt die Frage nach  einer die Verbindung zwischen Männlichkeit und ausgeprägter Naschlust.

You're my favourite Cookie

  • Süß oder Salzig: Drei Rezepte hinterließen beim alltäglichen Keks-Blog-Surfen einen tieferen Eindruck:
  1. Die ebenso herzhaften wie Herzigen Parmesankekse bei Einfach Guad ! Die kommen nicht nur der aufdringlichen Süßlichkeit des Valentinstags mit rotem Pfeffer und intensivem Rosmarinduft bei, sondern erinnern mich auch angenehmst an jene ebenfalls herzhaften Sablés. Wo mich alles Scharfe in Schokolade stört, kommt es mir im Keks erstaunlicherweise zuweilen regelrecht gelegen.
  2. Umgekehrt überraschten mich die Süßen Polentasterne der Süßen Hex, kenne ich Polenta bisher doch nur in der deftigen Variante. Sie aber hat sie nicht nur Apfelsaft gekocht und mit Rosinen verfeinert, sondern auch noch liebevollst mit Kiwi (1) dekoriert. Respekt! (Es gibt wohl weit mehr süße Polentagerichte, z.B. diesen verführerischen Polentakuchen bei Deichrunners)
  3. Die nächste Blog-Hexe dachte sich zu recht, Kalter Hund war gestern, ich probiere dessen Prinzip an Schokoladenpudding. Und Zack, postete sie letzten Freitag das Rezept für Schokoladenpudding mit Butterkeks, das wundervoll opulent daher kommt und sich mit anderen Keksen sowie Puddingsorten sicherlich endlos variieren lässt!
  • Keks ‘n’ Gadgets: Auch Keksbäcker lieben ihre Tools, allem voran solche, die das Endprodukt origineller, schöner oder leckerer zu machen wissen.  Keines davon braucht man wirklich, haben will man jedes aber ersteinmal  sofort.  Diese zwei stechen dabei ihre Konkurrenten spielend aus:
  1. Tool 1 macht Kekse zu Früchten, und zwar ganz nach Wunsch zu Äpfeln, Birnen, Pflaumen oder Erdbeeren. Also gesund, also jederzeit ohne schlechtes Gewissen genießbar.
  2. Tool2 lässt Kekse sprechen. Egal ob Liebesschwüre, Witze, Slogans oder ihren Mörder to be direkt bei seinem Namen nennend. Und das in 4 verschiedenen Formen.
  • Wetten dass?! Amerikanische Wissenschaftler haben eine elektronische Nase , prosaisch ausgedrückt einen Sensor entwickelt, die zehn verschiedene, im Handel erhältliche Kaffee sorten erkennen kann. Hattet ihr das auch gelesen? (Ich stelle mir bei einer solchen Nachricht ja gleich einen etwas steifen Roboter vor, der sich über eine Kaffeetasse beugend deren malerische Duftwölkchen in die metallene Nase fächelt. Der sich nach wenigen Sekunden aufrichtet, um mit blecherner Stimme  das Ergebnis, die zeitgleich auf dem flackernden Display auf seiner Brust, zu verkünden: 2 Stunden lang geröstete Melitta Krönung aus West- Ecuador to go…)

Das Highlight ist aber zweifellos dieses kleine Filmchen, in dem eine unschlagbare Idee mit viel Geduld und noch mehr Liebe zum Detail umgesetzt wurde. Stellt euch einfach vor, mit Adobe Photoshop könnte man in Zukunft nicht nur digitale Bildbearbeitung betreiben, sondern auch ganz andere Dinge. Beispielsweise Kekse backen…

Übrigens handelt es sich bei jeder einzelnen Vorstellung um tatsächliche Fundstücke und nicht etwa um bezahlte Schleichwerbung. Solche würde und wird auf Kekstester.de natürlich jeweils gekennzeichnet.

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gekaufte Kekse Kekse im Test

Sa(b)lés de Michel et Augustin

Petits sa(b)lés de Michel Et Augustin
Erstmalig: Ausländer in “da House” – Pariser Kekse stellen sich dem KeksTest! Mit Michel et Augustin wagen sich zwei französische Keksbäcker in den Ring um die KeksKrone 2010!

Ihr Trumpf? Feinste Sablés, alias französische Butterplättzchen, einmal in süßer und einmal in salziger Version. Die Salzigen gibt es mit Thymian und Rosa Pfeffer, die Süßen wurden mit Orangenblüten verfeinert.

Aber was sind eigentlich Sablés? Und wer sind Michel und Augustin?
Sablés, um mit der einfachen Frage zu beginnen, sind die klassischen französischen Plätzchen. In der Urform schmecken sie umwerfend buttrig, vanillig und zart, aus Butter, Zucker, Mehl, Vanille und einem Hauch Salz gebacken. Und es gibt viele Überzeugte, die sie nur in dieser Form akzeptieren!
Nichtsdestotrotz gibt es sie auch in allen nur erdenkliche Variationen. Mit Schokoladestückchen, Nüssen, Mandeln, kandierten Früchten, Schalenabrieb von Zitrusfrüchten etc. pepe. Und es gibt sie eben auch in herzhaften Varianten. Dann sind sie genauso zart, schmecken aber besser zum Bier oder Wein, als zum Kaffee oder Tee. Oder zur “trinkbaren Kuh“, wie Michel et Augustin ihre Trinkjoghurts betiteln.

Petits Salés ronds au thym et aux baies roses

Humor ist eine ihrer Stärken. Eine andere ihre Lust auf der Beziehung zu ihren Konsumenten. In der Kombination führt das dazu, dass Verpackungsdesign und Marketing insgesamt erfrischend ideenreich daherkommen, und, was im Kekskontext ja wirklich selten ist, nicht nur knallig bunt, sondern voller Fotos, echten und erfundene Geschichten, Mailadressen und Comics sind. Dass sogar ein Blog geführt wird, es eine Facebook-Gruppe gibt, ja sogar einen aktiven Twitter-Account. Und lustige Videos, eines sogar mit Bill Gates.
So werden ihre leckeren Produkte zu Liebhaber-Artikeln, die Spaß machen, zu wunderbaren Geschenken, denn natürlich sind die Kekse mit Liebe und vor allem nach einfachen Rezepten gebacken, deren genaue Zutatenliste (alles frisch und ohne Konservierungsstoffe) man übrigens auch direkt auf der Packung findet.

Die schlechte Nachricht: c’est tout en français! Alles nur auf französisch!

Petits Sablés fleur d'oranger

Name: “Petits sablés ronds et bons, fleur d’oranger” und “Petits salés ronds et bons au thym et aux baies roses”
Preis: 1,95 EUR / 120g / 25 Stück
Keksdealer: Michel et Augustin, in Deutschland im ausgewählten Feinkosthandel erhältlich, z.B. im KaDeWe oder den Galerie Lafayette
Zutaten: Für 6 “Petits sablés ronds et bons, fleur d’oranger” braucht man z.B. 2 Suppenlöffel Weizenmehl, 1 walnussgroßes Stück frische Butter, 1Esslöffel Rohrzucker, 1 Tropfen Eigelb und 1 Tropfen Ei, 1 Tropfen natürliches Orangenblütenaroma (0,4%), 1 Prise Fleur de Sel (Guérande) .
Bei den Herzhaften finden sich übrigens ganze Rosa Pfefferkörner im Teig, die sowohl sichtbar als auch schmeckbar, und sich fein mit dem Thymian ergänzen.
Bewertung (1-10): 9,5
Pro: Top im Geschmack (wirklich nahe dran am selbst gebacken), top in der Konsistenz, natürliche Zutaten, 1A Verpackung, sympathisches humorvolles Konzept, frische Ideen, französischer Charme. In der Folge: Viel Lust auf mehr!
Contra: Ganz klar, dass ich nicht weiß,  wie ich ad hoc nicht-französisch-sprechenden Freunden den Charme der Michel-et-Augustin-Ideen beibringe.

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Kekspolitik

ISM 2010 revisited

Too much sweets will kill you

Gestern war der süßeste Tag des Jahres. Meiner jedenfalls, denn ich war von morgens bis abends auf der ISM unterwegs.  Ich habe viel gesehen, gegrübelt, gestaunt und gelernt. Zum Beispiel,

  • dass Süßigkeiten heute nicht nur zucker- und glutenfrei, sondern mindestens auch nussfrei, transfettfrei und am besten sowieso gesund sein sollten.
  • Dass aus Hong-Kong federleichte Frühlingszwiebel-Cracker kommen, die so intensiv schmecken, dass ich mir eine Packung Frischkäse herbeigewünscht hätte.
  • Dass Pepperidge Farm-Cookies am besten nach einem 20-30sekündigen Aufenthalt in der Mikrowelle schmecken.
  • Dass Süßwaren häufig aus generationenübergreifenden Familienunternehmen stammen.
  • Dass eine dänische Firma Popcorn Riegel produziert, die, obwohl mit Karamell zusammengeklebt, nicht zu süß schmecken.
  • Dass es bald auch in Deutschland solch unendlich süßen, in kreischend bunten Zuckerfarben dekorierten Cookie-Varianten gibt, die bisher nur Amerikanern vorenthalten waren.
  • Oder, dass Dirk Bach ein Faible für die Kombination Schokolade/ Curry Ananas hat.

Cookies, Kekse, Feingebäck - in Überlebensgröße

Es gab zwar viele, viele Kekse zum Probieren, aber leider muss ich sagen, dass enttäuschenderweise die Kekse nicht das Beste dieser ISM waren!  Denn diese tauchten allzu häufig in Form massenproduzierter Kaffeekekse auf, wie man Sie in jedem Café, in jedem Meeting  als Zugabe zum favorisierten Heißgetränk  bekommt. Originell ist anders. Leider bin auch kein explizieter Fan von Waffelgebäck, denn auch davon gab es jede Menge. Ich mag Waffeln, wenn, dann frisch gebacken, mit Obst oder Eis oder Apfelmus.

Meine persönlichen Highlights der diesjährigen Süßwarenmesse sind daher buntgemischt, soll mir ja keiner nachsagen, ich schaute nicht rechts noch links:

  1. Schokoladige Patronenhülsen Schokoladige Patronenhülsen – als edel-aromatische Eyecatcher nicht nur originell sondern auch jedes Bondfilms würdig. Ich ließ mir Apple-Tatin auf der Zunge explodieren bzw. zergehen, aber ich bin mir sicher, auch Tequila 007 und Caramel Sea Salt schmecken.
  2. Power Breakfast Cookies American-Style Cookies, produziert in Großbritannien, verkostet in Deutschland: Urteil gut. Und zwar insbesondere der Granola bzw. Power Breakfast Cookie à 55g!
    (Kekse zum Frühstück? Das nenne ich mal eine gute Idee!)
  3. Chocolate Frites Keine optische Täuschung sind diese Schokoladen-Pommes mit Mayo! Die Idee mag schon älter sein, ich bin ihr hier zum ersten Mal verfallen! Mit Ketchup kann ich sie mir zwar nicht vorstellen, diese Pommes. Umso besser allerdings aus Keksteig. Der passt doch von der Konsistenz her noch viel besser!
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Individualisten Kekse im Test

Olivenölkekse von Gustini

Deseo Biscotti all'Olio Extravergine, Cacao e Pistacchi di Bronte

Stand da doch tatsächlich eine Packung Toskanischer Olivenölkekse vor mir auf dem Tisch. Nur gut, dass die Verpackung so hübsch und die Pistazien darauf so verführerisch blinzelten, dass mir auf den ersten Blick die namensgebende Zutat Olivenöl glatt entgangen war. Denn sonst hätte es das Päckchen Kekse nie auf meinen Tisch geschafft. Wo ich doch Jahre benötigt hatte, um Olivenöl auch nur in meiner Salatsoße zu dulden.

Die Verpackung versprach einiges, doch als ich das schillernden grünen Siegel ausreichend verletzt hatte, um den Deckel zu öffnen, fanden sich darin natürlich nicht sofort die Kekse.

Toskanische Olivenölkekse mit Kakao und PistazienNein, es galt eine weitere Verpackung zu öffnen, aromadicht versteht sich. Kaum war diese auch nur minimal angerissen, entströmte ihr ein reichhaltiger, dichter Schokoladenduft. Dieser eine, den ich von den dickflüssigen italienischen Trinkschokoladen kenne:
schokoladig-herb!
Der erste Blick in das Tütchen barg zwar Enttäuschung: so klein hatte ich mir die Kekse nicht vorgestellt (zum Größenvergleich siehe die Tulpenblüte oben auf dem Bild). Trotzdem habe ich natürlich zugegriffen – Gott sei Dank! Und dabei festgestellt, dass die Kekse nicht nur kleiner als gedacht, sondern auch extrem leicht sind.
Denn sie sind unsagbar mürbe, geradezu kross gebacken, ideal also zum Tunken in cremigen Cappuccino. Und der Duft bewahrheitet sich in zweierlei Hinsicht: sie sehen nicht nur gut, fast wie selbst gebacken aus, sie schmecken auch intensivst nach guter, nicht zu süßer Schokolade.

Nahaufnahme mit PistazienDie Pistazien allerdings sehen zwar auch an den tatsächlichen Keksen gut aus, man schmeckt sie aber nur bei höchster Konzentration. Und so bleibt mein diesmaliger Keksgenuß  zwiespältig aber lehrreich:

1) Man kann mit Olivenöl (und Kräutern bzw. Wein) auch leckerst süß backen!

2) Das hat natürlich mediterrane Tradition, nicht nur in Italien, auch in Griechenland!

3) Die Optik der Kekse – dunkler Schokoladenkeks kombiniert mit reichlich Pistazienkernen – stimmt für mich nicht ganz mit dem Geschmack überein, aber der Reihe nach:

Name: Deseo Olivenölkekse mit Kakao und Pistazien / Deseo Biscotti all’Olio Extravergine, Cacao e Pistacchi di Bronte
KeksdealerGustini – köstlich italienisch
Preis: 8,95 EUR

Packungsgröße: 160 g (1 Keks hat etwa 15 Gramm)
Zutaten: Weizenmehl,Zucker, Natives Olivenöl Extra 14 %, Pistazienkerne aus Bronte 7 %, Kakaopulver 5 %, Meersalz, Backtriebmittel (Ammoniumbikarbonat)
Bewertung (1-10):  9
Pro:
Einen Pluspunkt gibt es für die elegante Verpackung mit dem pistazienfarbenen Glanzlacksiegel! Einen weiteren für das Olivenöl – das hat meinen Horzont erweitert und mich als Butteralternative überzeugt. Schmecken tut man es allerdings nicht. Außerdem eröffnen diese Kekse ganz ohne tierische Inhaltsstoffe (keine Milch, keine Eier, keine Butter)  Allergikern neue Möglichkeiten. Auch die Konsistenz der Kekse hat ebenso überzeugt wie der Duft.  Toll ist der tiefschokoladige Geschmack, obwohl laut Zutatenliste gar mehr Pistazien als Kakao enthalten sein sollen.
Contra: Eindeutig fehlte mir geschmacklich der Pistazienanteil.

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Kekse im Test Klassiker

Mini Cookies von Griesson

Griesson Minis - Cookies Classic w/ Penguin

Spontan auf einem wärmenden Tee vorbei gekommen, brachte die Freundin ein Tütchen Mini Cookies mit. Eine gute Idee!

Als “Mürbegebäck-Kekse mit großen Schokoladen Stückchen im Miniformat.” bewirbt der Hersteller sein Werk nicht nur im Internet.  Aus der Tüte befreit, sorgten die Kekslein allerdings erst einmal für heruntergezogene Mundwinkel: zu verstaubt kamen die Cookies daher, kaum sah man die, auf der Packung so deutlich hervorstechenden, Schokoladenstückchen! Der erste Biss versöhnte uns dann etwas, ja, da ist ehrlich viel Schokolade drin, aber ob die 40 %  stimmen? Erstaunlicherweise hält sich die Gesamt-Süße in Grenzen!
Trotzdem, diese Minis sehen nicht nur staubig aus, sie schmecken auch leicht pappig oder doch zumindest alles andere als frisch.

Griesson Minis - Cookies Classic

Positiv aufgefallen ist mir persönlich das Keksformat Mini, das ich gerade bei Cookies oft sehr vermisse. Zuweilen sind die im Handel erhältlichen ja gar mit einem Stück Kuchen vergleichbar! Allerdings kostet das “Spezial-Format” auch extra – 90 statt 59 Cent.

Name: Griesson Chocolate Mountain Cookies Minis mit 40 % Schokolade (Zartbitter)
Keksdealer: Freundin
Preis: 0,90 EUR
Packungsgröße: 125 g
Bewertung (1-10): 3
Inhaltsstoffe: Zucker, Weizenmehl, Kakaomasse, pflanzliches Fett, flüssiges Vollei, Kakaobutter, Magermilchpulver, Glukosesirup, Weizenstärke, Backtriebmittel: Dinatriumdiphosphat und Natriumhydrogencarbonat, Butterreinfett, Salz, Emulgator: Sojalecithine, Aroma, Karamelzuckersirup, Vollmilchpulver, Hühnereiklarpulver. Hinweis für Allergiker: Kann Spuren enthalten von: Nüssen, Mandeln, Erdnuss.
Pro: Schokoladige Kekse im praktischen Mini-Format für unterwegs. Nicht zu süß.
Contra: Angefangen vom wohl zu bröseligen und daher ungeeigneten Teig für Kekse “für unterwegs”, der für staubige Kekse sorgte. Über die nicht wiederverschließbare Tüte – für unterwegs also auch nur bedingt geeignet, scheint das Kekskonzept hier nicht ganz ausgereift. Bin hin zum Geschmack – zwar schokoladig aber alles andere als frischer, knuspriger Mübeteig.

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Kekse im Test Klassiker

“Erst Gaudy”: Cantuccini

Cantuccini

Als ich kurz vor Weihnachten die Schönhauser Allee entlang stolperte, auf der Suche nach letzten Geschenken, fiel mir glücklicherweise trotz der vielen Menschen ein schlichtes Hinweisschild zum neu eröffneten Café “Erst Gaudy” auf. Da es sich nur in wenigen Metern Distanz zum Schild befand, entschloß ich mich zum Spontan-Test!
Hereingestolpert, fiel mein Blick sofort auf die zentrale Theke, auf der es sich Tütchen mit selbstgemachten Keksen neben Croissants gemütlich gemacht hatten. Ansonsten wirkte das Café noch nicht allzu einladend auf mich –  war ich zu sehr in Eile oder war die mangelnde Atmosphäre der anfänglichen Improvistaion und Unsicherheit geschuldet?
Cantuccini noch verpackt

Riesen-Cantuccinis gab es jedenfalls, und Kekse mit Hafer, erinnere ich mich heute dunkel. Und ein Tütchen klassischer Cantuccini nahm ich mit. Es gab zwar auch welche mit Schokolade statt Mandeln, aber da ich sie meinem Cantuccini-liebenden Mitbewohner und nicht chocoholic me mitbringen wollte, griff ich zu den klassischen. Cantuccini gigantesque müßten die ja eigentlich heißen, waren sie doch mindesten dreimal so groß, oder besser so lang, wie die üblichen!
Da Weihnachten mit all seinen Plätzchen, Lebkuchen und Spekulatius vor der Tür stand, freute sich der Mitbewohner zwar sehr, sehr, sehr, die Cantuccini wurder aber ersteinmal in der Speisekammer zwischengelagert.

Heute nachmittag aber war Weihnachten definitiv passé und der Kekshunger des Mitbewohners frisch erwacht, und so durften die Cantuccini aus ihrer Verpackung auf den Keksteller flüchten, um von dort, zuweilen über einen kleinen Umweg durch die Kaffeetasse, verspeist zu werden. Wie konnten wir damit nur so lange gewartet haben?!
Cantuccini

Nicht nur der Mitbewohner und leidenschaftlicher Mittester, nein, auch ich, die ich ja eigentlich gar keine Cantuccinis mag, waren spontan überzeugt, geradezu verliebt und eifrigst am Krümeln!


Name: Cantuccini, selbstgebacken
Keksdealer: Café Erst Gaudy, Gaudystr. 1, 10437 Berlin / Prenzlauer Berg
Preis: ~ 2 EUR

Packungsgröße: 10 Stück
Bewertung (1-10): 9
Pro: Schmeckbar selbst gebacken, mit vielen Mandeln, warneediese Cantuccinis auch nach 4 Wochen unfreiwilliger Zwischenlagerung ein Garant für einen sonntagnachmittäglichen italienischen Moment. Intensiv mandlig auch das Aroma und nicht zu süß, dabei knackig, fast möchte ich sage, krachig, ohne hart zu sein. Ideal auch von der Größe, die sich viel besser zum Tunken eignet als die üblichen Verdächtigen ;-) Preislich dabei vollkommen in Ordnung und charmant, ohne jedes Gehabe serviert.
Contra: Einen Minuspunkt muss ich wegen der mangelnden Café-Atmosphäre geben. Ich wünsche mir sehr, dass sich das möglichst schnell ändert. Montagabends gibt es übrigens Tango.

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Kunst am Keks Weihnachtsbäckerei

Wunsch-Keksdose

Honigkuchen Irgendwie kam die hauseigene Weihnachtsbäckerei nicht so richtig in Gang dieses Jahr, woran auch immer das lag. Was aber prima klappte, war das Stöbern in anderen Foodblogs und das Bookmarken leckerster Rezepte. Und so gibt es an dieser Stelle heute meine virtuelle Wunsch-Keksdose, auch weil Listen wohl mal wieder en vogue (noch eine zum Thema Keks) sind.
Da ich bis auf eine Ausnahme keins der folgenden Rezepte tatsächlich nachgebacken habe, erfolgte meine Auswahl zu großen Teilen aufgrund der verführerischen Fotos und meiner Ahnung davon, wie sich die Summe der angegeben Zutaten letztendlich geschmacklich macht.

  1. Stained Glass Window Cookies – zimtige Verführung mit bunten Fensterchen aus Chele’s chocolatepot!
  2. Schwarz-Grün-Gebäck aus dem Hause Deichrunner, weil ich den Geschmach und die Optik von leider zu seltenen Pistazien liebe
  3. Lavender Shortbread von Jen aus London. Shortbread geht immer und schmeckbarer Lavendel? Das muss ich probieren.
  4. Chocolate-Espresso Snowcaps – Cookies, “lieke little snow coveres mountains, ich bitte euch, wer wollte da widerstehen?!
  5. Agnesia-Plätzchen, einfach und gut: Rezepte mit wenigen prägnanten Zutaten, wie in diesem Falle Hagebuttemark dürften nicht nur Jessie, sondern auch mir schmecken :-)
  6. Mohn-Orangen-Plantain-Plätzchen der Hedonistin. Hier kann ich zwar nichteinmal den Namen ausprechen, geschweige denn buchstabieren, aber das sind die einzigen Plätzchen, die ich nicht nur ausgesucht, sondern auch tatsächlich nachgebacken habe. Mit großem Erfolg!
  7. Rosmarin-Heidesand von Meat&Greet, weil ich diesen einfachen Mürbeteig-Heidesand-Butterplätzchen eigentlich so rein gar nichts abgewinnen kann, aber noch 2 Gläser handgepflückten Rosmarin aus der Provence rumstehen habe, und das die Chance für Heidesand sein könnte. Immerhin gibt es den ja auch mit Schokolade!
  8. Bärentatzen aus Ruby’s Küche. Weil die auch zum alljährlichen Repertoire meiner  Oma gehörten, zusammen mit Springerle übrigens, die seit diesem Jahr leider nicht mehr backen kann.
  9. Schokoladenkipferl – das ich dan icht selbst drauf gekommen bin! Statt der altbekannten und von vielen außer mir ja auch heißgeliebten Variante einfach eine schokoladige Version zu backen! Danke Petra!
  10. Karamellisierte Haferflockenknusperchen aus dem Kleinen Kuriositätenladen, die so raffiniert wie schlicht daherkommen. Karamellisiert! Haferflocken! Und ich würde Schokostücken mit reintun und Cranberries. Na gut, da wäre es dann vorbei mit schlicht.

(Sollte ich also nächstes Jahr beim Keks-Geisel-Austausch mitmachen, meine Wunschliste hätte ich hiermit schonmal eingereicht…)

Weihnachtskekse, sortiert

Gerade als wir also schon fürchteten, dass der 4. Advent ohne Weihnachtsplätzchen an uns vorübergehen würde, erbarmte sich Paula unser mit einer gehörigen Portion liebevollst dekorierter, weihnachtlicher Backkunst, inklusive Honig- und Lebkuchen! Herzlichen Dank an dieser Stelle! ( Und wer noch Weihnachtsrezepte sucht,. bediene sich.)