Kategorien
Besondere Kekse Glutenfrei Kekse im Test Müsli-Kekse Sandwich-Cookies

So wertvoll wie ein kleines Steak: Avocado Banana Oatmeal Sandwich Cookie!

Banana + Chocolate + Avocado = Sandwich. Cookie!!

Avocado in Keksen lautete die Herausforderung und was ihr da oben seht ist das Ergebnis: Reichhaltig, erdig und auf Wunsch eisgekühlt! Diese Sandwiches sind nicht nur so wertvoll wie ein kleines Steak – sie sind auch ebenso saftig.

Kategorien
Besondere Kekse Kekse im Test Weihnachtsbäckerei

Ein schokoladiger Happen Neuseeland: Afghan Cookies zum 2. Advent 2012

Afghan Cookies

Ich und Weine ist ja eine dieser Liebesgeschichten, die mit zwei Königskindern beginnt und bei den Tapas endet. Ich liebe die Weinberge, die Lese, die Reben, die Weinsorten, ihre Namen, die Sprache der Weinkenner, die Gläser und Flaschen, Farbe, Duft und Aromen der einzelnen Sorten, allein: Bis vor nicht allzu langer Zeit schmeckte mir Wein nicht einmal zu Keksen.

Kategorien
Kekse im Test Neuheiten

Wenn ich nur aufhör’n könnt’: Keksi des Jahres aus der Manner-Faktur

P6112906

Es ist mir gerade zu warm zum Backen und eigentlich auch zu warum für Schokoglasur. Eigentlich! Man kennt ja das Klischee des männlichen Studenten, der am liebsten jedes Gericht mit Käse überbacken möchte. So ähnlich geht es mir mit Schokoladenüberzug (SÜ). Ich mag Nüsse mit SÜ, Erdnüsse, Mandeln, Haselnüsse und Macadamia zumindest. Schokoladenüberzogen mag ich sogar Rosinen, die ich sonst gerne aus Speisen – Kaieserschmarrn, Mohnkuchen, Hefezopf – verdamme und in Rezepten gleich ganz weglasse. Auch getrocknete Cranberries, frische Erdbeeren, kandierte Orangenscheiben oder Ingwer mit SÜ: alles lecker für mich. Klar also, dass man mir auch mit schokolierten Keksstückchen eine Freude macht. So prinzipiell jedenfalls.

Die Keksis (sic!) der österreichischen Firma Manner rannten also geradezu offene Türen bei mir ein, als sie so im Trio infernale – Classic, Milchschokolade und Banane – bei mir aufmarschierten. Auf den Keksi mit Bananengeschmack, seines Zeichens Keksi des Jahres, war ich besonders neugierig. Durchschnittlich eine Banane stirbt täglich für mich.

P6112905

Ähnlich wie mit Chips während eines spannenden WM-Spiels, kaum ist die Tüte offen, wandert Keksi für Keksi in den Mund. Das Motto auf der Packung “Wenn ich nur aufhör’n könnt'” übertreibt kaum, es fällt schwer, nach einem Keksi zufrieden und glücklich die Tüte bis zum nächsten Tag beiseite zu legen. Das gilt insbesondere für die Classic-Variante der Dragee Keksi von Napoli, in der sich Kekse mit dunkler Schokolade und Milchschokolade finden.  Nicht dass sie besonders raffiniert schmeckte, nicht dass sie besonders gut schmeckten. Aber sie sind klein, da ist Schokolade und da ist knuspriger Keks. Und vermutlich jede Menge Zucker, Fett und Chemie, repektive suchterzeugende Substanzen? Erfunden wurde dieser österreichische Keks-Klassiker übrigens bereits im Jahr 1974, bare bis 2010 hatte ich keine Ahnung von ihrer Existenz.

Klein sind diese Keksis, halbrund und dick mit Schokolade überzogen, dragiert sozusagen. Die Schokolade wurde mit Gelatine (und Schellack und Gummi Arabicum!) versetzt und schmilzt so nicht in der Hand, sondern erst im Mund. Der Keks-Kern ist knusprig, und bei den klassischen Varianten ohne Eigengeschmack. Die Bananenvariante ist mir dann aber doch zu süß, der Geschmack zu künstlich und kann mich leider nicht von ihren Qualitäten überzeugen. Schade! Erst letzten hatte ich göttliches Bananen-Eis mit Kokos und Schokosplittern, ganz ohne künstliche Aromen. Aber so eine Kugel Eis muss ja auch nicht lange halten. Bei den Keksis schaut man am besten nicht auf die Zutatenliste, sondern hält es ähnlich wie mit Kartoffelchips: Lieber wenige Male exzessiv genießen und die restlichen Tage im Jahr Abstand halten und lieber gleich zur Banane greifen.

Keksi des Jahres: Banane

Fazit: Konsistenz und Größe – sowohl der einzelnen Keksis als auch der Packungsgrößen –  sind gut. Geschmacklich bieten die Keksis nichts besonderes, sondern Schokoladen- und Keksqualität ind Discountermanier. Bis auf den Bananenfall immerhin nicht deutlich unangenehm künstlich, Milchschokolade aber natürlich süßer als dunkle Schokolade. Ich mag die ausgewogene Kombination von süßer Schokolade und knusprigem Keks, könnte mir aber durchaus etwas mehr geschmackliche Raffinesse und Qualität bei beiden Produktteilen vorstellen. Auch die wohl der industriellen Herstellung geschuldeten Zutaten schmälern den Genuß der Dragees.

Zutaten: Zucker, Weizenmehl, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Kakaomasse, ungehärtetes Pflanzenfett, Süßmolkenpulver, Maisstärke, Magermilchpulver, Glukose-, Fruktosesirup, Aromen, Emulgator: Sojalecithin, Überzugsmittel, Gummi Arabicum und Schellack, Feuchthaltemittel, Sorbit, Gerstenmalzextrakt, Salz, Backtriebmittel: Natriumhydrogencarbonat und E503ii, Gelatine.
Kann Spuren von Nüssen und Erdnüssen enthalten. Seit jeher wird bei der Herstellung von Napoli Dragee Keksi auf den Einsatz von Farb- und Konservierungsstoffen verzichtet.

Packungsgröße: 175g (bei einem Keksgewicht von etwa 2,7g, ergibt sich eine durchschnittliche Anzahl von 65 Stück  pro Packung)

Keksdealer: In Österreich sind die Manner Produkte in vielen Geschäft erhältlich. Für alle anderen gibt es sie im Online-Shop.

Urteil: 5,0 von 10

Kategorien
Berlin Individualisten Kekse im Test Kunst am Keks

Farbenfroh dekorierte Schoko-Kekse aus dem “Olivia Tartes & Schokoladen”

Olivia - Tartes & Schokoladen

Endlich auch Berlin im Kekstest! Seit 2005 gibt es das allseits zurecht gelobten Schoko- und Süßkram- Lädelchen und Café “Olivia Tartes & Schokoladen” , das somit im Gegensatz zu den meisten Schokoläden der Stadt schon eine eingesessene Institution darstellt. Kekse stehen im Repertoire gar nicht mal im Vordergrund, berühmt ist Olivia für die erlesene Schokoladenauswahl aus allen Herren Ländern, vielerlei selbst gebackene Tartes und Torten, guten Kaffee und für Berlin ganz wichtig: Oft ein Plätzchen in der Sonne!

Dass die von der Hausherrin handgefertigten Kekse aber durchaus unserem Kekstest gewachsen sind, verwundert ob der reichhaltigen süßen Erfahrung nicht, darf aber hiermit gerne nochmals bestätigt werden: Diese Keks-Schönheiten müssen sich neben keinem Tortenstück verstecken, im Laden heißen sie übrigens Jolis! Daher sind es mitnichten Kekse zum zwischendurch knabbern- Sie sind zur Zelebration des Keksgenusses gemacht.

Olivias Matrouschka-Keks

“Der Keksteig besteht aus Kakao, Weizenmehl, guter Butter und Eiern, manchmal gebe ich noch ein paar Gewürze dazu. Im Winter beispielsweise Kardamom oder Orangenessenz, je nach Lust und Laune. Die Glasur ist Zuckerguss, den ich mit etwas natürlichem Vanillearoma verfeinere. Die Farben: Lebensmittelfarbe, ist klar… Jeder Keks ist ein Unikat und so ist jeder Schmetterling oder Vogel wieder anders, als in der vorherigen Serie. Die Formen fertige ich größtenteils selbst an, aber nicht nach Kundenwünschen, das würde den Rahmen sprengen. So eine Form ist ja nicht eben mal schnell gemacht, ebenso wie die Kekse.”

sagt die Besitzerin dieses süßen Traums im Berliner Friedrichshain, Olivia Kaufmann. Dass sie über ein ausgewachsenes Faible für Süßes und insbesondere Schokolade verfügt, strahlt ihr Lädelchen und ihre Produkte aus jeder Pore aus. Ob Matruschka, Schmetterling oder Vögelchen, sie alle hätte ich fast lieber weiter verschenkt, als selbst verkostet.

Schmetterling und Vögelchen (Kekse)

Fazit: Das sind die aufwändigst dekorierten Kekse seit Bestehen des Kekstesters. Dazu noch selbst gebacken. Und mit Kakao. Vielleicht vom Teig her nicht wirklich Sommerkekse, aber wer konnte schon ahnen, dass Monsieur Sommer sich tatsächlich bereits im Juni die Ehre geben würde. Das Dekor aber: zuckersüß und kunterbunt! Etwas besonderes, ideal zum Verschenken, für die Lieblingsoma beispielsweise,  oder aber als süßer Hingucker zum romantischen Picknick am See. Trotz des liebevoll gestalteten Dekors der Kekse wird auch dem Geschmack Aufmerksamkeit geschenkt und das schmeckt man:  Gute Zutaten als Basis, Kakao als Tribut an die Schokoladenliebe und Gewürze je nach Lust und Laune. Beim Preis allerdings, muss man vielleicht doch erstmal schlucken, obwohl der angesichts des Arbeitsaufwandes bestimmt auch gerechtfertigt ist.

Preis: 3,95 – 4,95 EUR pro Keks (wie gesagt, kein Keks zum nebenher knabbern, außerdem sind sie handtellergroß)

Keksdealer: Olivia, Tartes & Schokoladen, Wühlischstraße 30, 10245 Berlin, www.olivia-berlin.de
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-18 Uhr, So 12-18 Uhr

Urteil: 9,0 von 10

Kategorien
Individualisten International Kekse im Test

Wiener Bröselkekse mit Schmäh!

Broeselkekse im Reinformat

Brösel. Während der Deutsche Brösel ausschließlich in Form von Semmelbröseln kennt und auch dieses oft genug Paniermehl nennt, weiß der Österreicher um saftigen Bröselkuchen, gekochte und gebackene Bröselknödel als Suppeneinlagen, steirischen Bröselkäse und seit neuestem auch Broeselkekse!

Seit 2010 ist der Bröselkeks in Wien in Umlauf und wunderbarerweise fand sich bereits in diesen Tagen in meiner Post ein liebevoll geschnürtes Bröselkeks-Testpaket:

Wiener Broeselkekse

Bei den Broeselkeksen handelt sich nämlich wie bei ihren designten Mürbeteignachbarn aus der Kekswerkstatt um handgefertigte Lieblingskekse mit einzig qualitativ hochwertigen Zutaten.

Aber auch die Form ihrer Kekse liegt der Bäckerin am Herzen. Sie schrieb mir dazu:

“ich lasse den keksen gerne ihre freiheit und verwende selten ausstechformen. bröselkekse werden hauptsächlich gerollt oder geschnitten. unterstützt wurde dies von der nordamerikanischen variation der drop-cookies. ich empfinde das rollen als eine sehr angenehme, ja nahezu meditative tätigkeit. ich nehme mir dafür sehr viel zeit und werde des öfteren mit eigenwilligen formen und oberflächenstrukturen belohnt. mein sortiment holt sich ideen aus dem nordamerikanischen aber auch dem europäischen kulturkreis. als gebürtige südtirolerin ist mein kulinarischer zugang seit eh und je mehrsprachig und international. bröselkeks zeigt sich daher weltoffen für alles, was optisch wie geschmacklich interessant und schön ist.”

Haferflockenkeks aus dreierlei Körnigem

Dies also ein individuell geformtes Parade-Exemplar des “Haferflockenkeks aus dreierlei Körnigem (Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen und Leinsamen), sowie Cranberries & Zimt”. Einer unserer Lieblingskekse aus diesem äußerst fotogenen Sortiment.

Einen guten zweiten Platz machte erstaunlicherweise der “Ingwerkeks mit kandiertem Ingwer und Zuckerrübensirup”, im ersten Bild ganz oben zu sehen. Erstaunlich deshalb, weil er von allen Keksen am gewöhnlichsten und blassesten daherkam, sich aber mit dem ersten Bissen geschmacklich klar nach vorne katapultierte.

Die beiden schokoladigen Kandiaten, der “Kakaokeks aus Dinkelvollmehl und ungesüßtem Kakao” sowie der “Orangenkeks aus Edelbitterschokolade und Orangenöl” teilen sich damit den dritten Platz. Mir gefiel der Orangenkeks ob des ausgewogenen Aromas besser, der Mittester bevorzugte den puren Kakaokeks und zwar aufgrund der Absenz anderer Aromen oder Gewürze. Mich erinnerte dieser an die Bärentatzen der Adventszeit.

Cantuccini aus dem Hause Broeselkeks

Den Abschluss bildeten zweierlei Cantuccinis:

  • Zweifach Gebackenes aus Buchweizenmehl und Cranberries
  • Zweifach Gebackenes aus Orangenschale & Mandeln mit leicht karamellisiertem Zuckerzimt

Diese überzeugten mich als Cantuccinis nicht so ganz, sowohl Konsistenz als auch Geschmack erwiesen sich als viel zu keksig. Das Buchweizenmehl erdrückte die Cranberries, während bei den Zimtenen die Orangenschale kaum schmeckbar war.

Insgesamt stellten die Kekse eine positive Erfahrung dar. Spürbar selbst gebacken, ist schon allein der beim Öffnen der Packung entsteigende Duft der unterschiedlichen Zutaten und Gewürze ein Genuss. Sie sind schmeckbar unterschiedlich und auch wenn ich nicht alle Zutaten heraus schmecken konnte – die Produzentin bestand auf eine Blindverkostung! -, waren sie sorgfältig zu einzelnen Keksvariationen kombiniert.
Die Konsistenz ist entsprechend verschieden, der Ingwerkeks zum Beispiel zergeht fast auf der Zunge, der Haferfockenkeks hingegen hat jede Menge körnigen Biss und der Kakaokeks wiederum ist wie die Amerikaner es lieben: chewy!
Contra: Geschmacklich nicht überzeugen konnten also nur die Cantuccinis, wobei wir sie einzig pur und nicht in Milchkaffee getunkt verkostet haben.  Nicht unbedingt ein Nachteil, aber wichtig zu wissen ist die ob der frischen Zutaten sehr begrenzte Haltbarkeit der Kekse von 7 Tagen! Das wiederum führt dazu, dass die Kekse nur bedingt versendbar sind. Momentan erhältlich sind sie auf Anfrage für alle Anlässe in Wien und außerdem in einer wachsenden Anzahl an Wiener Örtlichkeiten, deren Publikum gute Kekse zu schätzen weiß. Z.B. in der OZ Videothek oder im Filmcasino.
Preis: 1,20 EUR pro Keks bei einer Mindestbestellmenge von 20 Keksen
Zutaten: qualitativ hochwertig (biologisch, regional)
Bewertung (1-10): 8,5

Kategorien
Ausgestochene Plätzchen Weihnachtsbäckerei

Frühlingsplätzchen schwarzweiss

Butterplätzchen mit Streuseln

Oh Frühling, where are though? Oder wie Paul so schön schrieb “Let’s keep praying for spring!”

Auch wenn auf den Straßen wieder Schnee liegt, der Frühling ist spürbar im Anmarsch! In den Blumenläden gibt es wieder mehr als immer nur Tulpensträuße, nämlich auch welche mit Ranunkeln oder Anemonen und in den Lebensmittelgeschäften liegen bereits die Osterhasen auf der Lauer.

Zeit also für Frühlingsplätzchen! Während man sich in den USA zu solch aufwendigen wie bezaubernde CookieBlümchen aufschwingt und Englands Spring Cookies am seidenen Band baumeln, ging es mir dieses Mal rein um den Keks. Und nur sehr zweitrangig um die Optik. So habe ich statt zu frühlingshaften Förmchen auf die altbewährten zurück gegriffen: Herzchen, Sternchen, Glückchen, Rauten und Co.

Da mich Kälte und Tristesse immer noch Möhre-Ingwersuppe kochen machen, war mir auch nicht nach quietschfidelen Limetten-Keksen. Stattdessen flößte ich Butterplätzchen mit Zitronensaft und -schale einen angemessen zarten Frühlingshauch ein und dekorierte in zurückhaltendem schwarzweiss. Die von Stil- und Farbberatern gerne als Frühlingsfarben titulierten Pastelltöne liegen mir allgemein nicht so sehr, schon gar nicht auf Keksen.

Butterplätzchen mit Streuseln

So duftet die Wohnung nun adrett nach Zitrone und zarte Mürbeteigplätzchen drängen sich als Begleitung des nachmittäglichen Kaffees oder mitternächtlichem Kakao nur scheinbar auf! In Wahreheit bieten sie die willkommenste Ergänzung und versüßen das Warten auf den Frühling aufs Angenehmste!

Frühlingsvariante der klassischen Butterplätzchen:

  • 300 Gramm Mehl
  • 150 Gramm Butter
  • 100 Gramm Zucker
  • Mark einer 1/2 Vanilleschote
  • abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
  • 2 Eier
  • 1/2  Päckchen Backpulver

Zutaten zu einem duftenden Mürbeteig vermengen und in Folie für 1-2 Stunden auf den immer noch ausreichend kalten Balkon packen.  Möglichst dünn ausrollen, nach Lust und Laune ausstechen und die Ergebnisse auf backpapiernes Backblech setzen. Dieses gut gefüllt bei 180 Grad für etwa 10 Minuten in den Ofen schieben. Dabei bitte Sichtkontakt halten, denn die Plätzchen sollten möglichst hell bleiben!
Sind Die Plätzchen abgekühlt gilt es, je nach aktueller Ausprägung der Frühlingslaune das Dekor zu entscheiden. Ich habe 1 Eigelb mit 2 Esslöffel Milch vereinigt, die Plätzchen bepinselt und großzügig mit meinen Lieblingsstreuseln versehen.

Prädikat: Immer wieder und kinderleicht!

Kategorien
Kekse im Test Klassiker

Fondente Nocciolato – Haselnuss zartbitter

Loacker Fondente Nocciolato

Seit der ISM schon liegt dieses Paket aus dem Hause Loacker unbeachtet bei mir im Regal, irgendwie machten mich die gefüllten Waffeln so gar nicht an. Was will ich mit zartbitter und dann auch noch Waffeln! Heute aber entschloss ich mich dann doch zum Öffnen. Gut so, denn die Teilchen sind viel leckerer als ich befürchtet hatte.

Das mag daran liegen, dass die Loacker AG ein alter Hase im Waffelgeschäft ist. 1925 als Konditorei in Bozen gegründet, ist sie seit 1985 nicht nur Marktführer in Italien sondern vertreibt ihre süße Ware auch international. Und zwar so erfolgreich, dass ihr 2003 der “Süßwaren-Oskar”, der European Candy Kettle Award verliehen wurde. Was es nicht alles gibt auf dieser Welt!
In Zahlen: Jährlich setzt der italienische Edelwaffelhersteller rund 21.900 Tonnen seiner Waffelprodukte ab, 55% davon gelangen ins Ausland, 2009 ergab das einen Umsatz von 162,7 Mio. EUR! Und das alles mit Waffeln.

Loacker Fondente Nocciolato

Zurück zur feierlichen Packungs-Öffnung, die die Wallblätter offenbart: Kleiner sind sie, als die Verpackung suggeriert, dafür duften sie sehr fein. Ob das an den echten italienischen Haselnüssen, an der Verwendung echter Vanille oder aber an der Südtiroler Bergluft liegt? Ich beiße erst einmal ab und entscheide mich dann für die Haselnüsse.

Nachdem ich allerdings der Zutatenliste ansichtig wurde, ziehen sich meine Geschmacksnerven verschüchtert zurück. Was ist eigentlich Emulgator? Was sind Sojalecithine? Und wie soll ich da noch die echte Vanille hervorschmecken?

Name: Loacker Gran Pasticceria Fondente Nocciolato / Haselnuss zartbitter
Keksdealer: Loacker AG
Packungsgröße: 100g
Preis: 1,99 – 2,99 EUR
Zutaten: Zartbitter-Schokolade 27%, (Kakaomasse, Zucker, Butterreinfett, Kakaobutter, Emulgator Sojalecithine), pflanzliches Öl, Glukosesirup, Haselnüsse 9%, Weizenmehl, Milchschokolade (Zucker, Milchpulver, Kakaobutter, Kakaomasse, Emulgator Sojalecithine, Vanilleextrakt), Zucker, magerer Kakao, Zartbitterschokolade 8% in der Creme (Kakaomasse, Zucker), Dextrose, Süßmolkenpulver, Sojamehl, Magermilchpulver, Gerstenmalzextrakt, Salz, Emulgator Sojalecithine, Backtriebmittel (Natriumhydrogencarbonat, Dinatriumdiphosphat), Bourbon Vanilleschoten
Kann Mandeln und Hafer enthalten
Bewertung (1-10): 7,5
Pro: Schokolade und Haselnuss bilden ein schlagkräftiges Team fast unabhängig vom Kontext. Diese Variation mit dunkler Schokolade,Creme und Waffelblättern überzeugt durch die ausgewogene Kombination der einzelnen Bestandteile. Nicht zu süß, sehr dunkel-herbe, cremige Schokonote und durch die Waffeln und Haselnüsse angenehmer Biss.
Contra: Die chemisch gepimpte Zutatenliste räumt jedoch schnell damit auf dass es sich hierbei um ein natürliches Produkt handeln könnte. Das wird schon durch die massentaugliche Verpackung im Supermarkt-üblichen Pappkarton deutlich. Schade.

Kategorien
Kekspolitik Kunst am Keks

Kekskrümel to go – Vol. 1

Life's short... - Eat Cookies

(Dank an M.)

Bei meinen Streifzügen durch das Netz stolpere ich oft über lustige, interessante, beeindruckende Fundstücke zum Thema Keks. Diese möchte ich nicht weiter ungeteilt lassen, sondern eröffne mit der ersten Folge “Kekskrümel to go – (m)eine subjektive Hitlist”! Wie es aussieht werden der heutigen Ausgabe in unregelmäßigen, aber nicht allzu seltenen Abständen weitere folgen…

  • Stichwort Ernährung: Katha von esskultur.at schreibt durchaus lesenswert über Zuckersorten und ihre Eigenarten. Vielleicht nicht erschöpfend, sicher aber anregend: Des Zuckers weiße Weste!
  • Süße Männlichkeit: Kraska philosphiert angenehm uneitel über Neue Männer: In der Naschanlage und stellt die Frage nach  einer die Verbindung zwischen Männlichkeit und ausgeprägter Naschlust.

You're my favourite Cookie

  • Süß oder Salzig: Drei Rezepte hinterließen beim alltäglichen Keks-Blog-Surfen einen tieferen Eindruck:
  1. Die ebenso herzhaften wie Herzigen Parmesankekse bei Einfach Guad ! Die kommen nicht nur der aufdringlichen Süßlichkeit des Valentinstags mit rotem Pfeffer und intensivem Rosmarinduft bei, sondern erinnern mich auch angenehmst an jene ebenfalls herzhaften Sablés. Wo mich alles Scharfe in Schokolade stört, kommt es mir im Keks erstaunlicherweise zuweilen regelrecht gelegen.
  2. Umgekehrt überraschten mich die Süßen Polentasterne der Süßen Hex, kenne ich Polenta bisher doch nur in der deftigen Variante. Sie aber hat sie nicht nur Apfelsaft gekocht und mit Rosinen verfeinert, sondern auch noch liebevollst mit Kiwi (1) dekoriert. Respekt! (Es gibt wohl weit mehr süße Polentagerichte, z.B. diesen verführerischen Polentakuchen bei Deichrunners)
  3. Die nächste Blog-Hexe dachte sich zu recht, Kalter Hund war gestern, ich probiere dessen Prinzip an Schokoladenpudding. Und Zack, postete sie letzten Freitag das Rezept für Schokoladenpudding mit Butterkeks, das wundervoll opulent daher kommt und sich mit anderen Keksen sowie Puddingsorten sicherlich endlos variieren lässt!
  • Keks ‘n’ Gadgets: Auch Keksbäcker lieben ihre Tools, allem voran solche, die das Endprodukt origineller, schöner oder leckerer zu machen wissen.  Keines davon braucht man wirklich, haben will man jedes aber ersteinmal  sofort.  Diese zwei stechen dabei ihre Konkurrenten spielend aus:
  1. Tool 1 macht Kekse zu Früchten, und zwar ganz nach Wunsch zu Äpfeln, Birnen, Pflaumen oder Erdbeeren. Also gesund, also jederzeit ohne schlechtes Gewissen genießbar.
  2. Tool2 lässt Kekse sprechen. Egal ob Liebesschwüre, Witze, Slogans oder ihren Mörder to be direkt bei seinem Namen nennend. Und das in 4 verschiedenen Formen.
  • Wetten dass?! Amerikanische Wissenschaftler haben eine elektronische Nase , prosaisch ausgedrückt einen Sensor entwickelt, die zehn verschiedene, im Handel erhältliche Kaffee sorten erkennen kann. Hattet ihr das auch gelesen? (Ich stelle mir bei einer solchen Nachricht ja gleich einen etwas steifen Roboter vor, der sich über eine Kaffeetasse beugend deren malerische Duftwölkchen in die metallene Nase fächelt. Der sich nach wenigen Sekunden aufrichtet, um mit blecherner Stimme  das Ergebnis, die zeitgleich auf dem flackernden Display auf seiner Brust, zu verkünden: 2 Stunden lang geröstete Melitta Krönung aus West- Ecuador to go…)

Das Highlight ist aber zweifellos dieses kleine Filmchen, in dem eine unschlagbare Idee mit viel Geduld und noch mehr Liebe zum Detail umgesetzt wurde. Stellt euch einfach vor, mit Adobe Photoshop könnte man in Zukunft nicht nur digitale Bildbearbeitung betreiben, sondern auch ganz andere Dinge. Beispielsweise Kekse backen…

Übrigens handelt es sich bei jeder einzelnen Vorstellung um tatsächliche Fundstücke und nicht etwa um bezahlte Schleichwerbung. Solche würde und wird auf Kekstester.de natürlich jeweils gekennzeichnet.

Kategorien
Kekse im Test Neuheiten

Alnatura Noisette & Chocolat

Alnatura Noisette & Chocolat
Was auf den ersten Blick wie Kekse mit Schokoladenüberzug aussieht, schmeckt erstaunlich wenig nach Keks. Heißt auch nicht so, sondern “Alnatura Sélection Noisette & Chocolat“.  Und hinter diesem klingenden Namen verbirgt sich  ein luftig-leichtes Gebäck mit Zartbitter-Kuvertüre.

Diese sorgt nicht nur für eine aufregende Optik, sondern auch für einen runden, zartherben und doch sehr schokoladigen Geschmack. Dass man von den Teilchen mit der vollen Schoko-Dosis mit Leichtigkeit mehrere hintereinander weg knuspern kann, liegt neben ihrer Leichtigkeit an ihrer knusprigen Konsistenz. Mich erinnern sie zudem ein wenig an Schweizer Schoko Schuemli.

Fakt ist, sie schmecken Gott sei dank alles andere als nach Bio (und sie sehen auch nicht so aus). Leider allerdings auch nicht nach Haselnuss.
Einzig der Verpackung merkt man überhaupt an, dass es sich bei Alnatura um einen der ersten Vermarkter für natürliche Lebensmittel handelt. Und dieser produziert mittlerweile einerseits eine Premium-Linie namens Sélection andererseits aber auch erfolgreich Tiefkühlkost.
Es geht um mehr als um 100 % Bio, es geht auch um Fairness: für den Handel Handel und bei den Konditionen für die  Mitarbeiter. Aber das nur am Rande!

Alnatura Sélection Noisette & Chocolat

Name: Alnatura Sélection Noisette & Chocolate
Keksdealer: Alnatura, mitunter aber auch erhältlich bei DM oder Budnikowski
Packungsgröße: 100g oder 12 “Kekse”
Preis: 2,95 EUR (unverbindliche Preisempfehlung)
Zutaten: Zartbitterschokolade* 39% (Rohrzucker*, Kakaomasse*, Kakaobutter*), Rohrzucker*, Palmöl*, Haselnüsse*10%, Magermilchpulver*, Hühnereiweißpulver*4%, Weizenmehl, Kakaopulver*, Vollmilchpulver*, Kakaomasse*, Kakaobutter*, Weizenstärke*, Butterreinfett*, Butter*, Vollei*,Salz, Säuerungsmittl: Weinsäure, Vanilleextrakt*
*aus ökologischer Landwirtschaft
Bewertung (1-10): 8,0
Pro: Wirklich schokoladige, äußerst knusprige Gebäckteilchen aus, bis aufs Salz, aus ökologischer Landwirtschaft stammenden Zutaten. Prädikat Bio, Geschmack: Konfiserie. Der hohe Kakaoanteil kommt geschmacklich stark zum Tragen. So zergeht das Testobjekt  zart herb auf der Zunge, knuspert sich locker luftig, und ratz fatz bleiben von diesen edel dekorierten Makronen, denn um solche handelt es sich viel mehr als um Kekse, nichts als Krümel und vereinzelte Schokosplitter.
Contra: Der Hersteller spricht im Kleingedruckten von “Haselnusseiweißgebäck mit Kakaocremefüllung”, um Kekse handelt es sich bei genauerer Betrachtung nicht. Aber so kleinlich wollen wir nicht sein, ob nun Kleingebäck oder Kuchen, Makrone oder Schokoriegel! Nur wenn da nussig draufsteht, Haselnüsse abgebildet, erwarte ich Nuss. Gerade bei einem Bio-Produkt.

Alnatura Noisette & Chocolat

Nussig & schokoladig seien sie

Kategorien
Individualisten Kekse im Test

Olivenölkekse von Gustini

Deseo Biscotti all'Olio Extravergine, Cacao e Pistacchi di Bronte

Stand da doch tatsächlich eine Packung Toskanischer Olivenölkekse vor mir auf dem Tisch. Nur gut, dass die Verpackung so hübsch und die Pistazien darauf so verführerisch blinzelten, dass mir auf den ersten Blick die namensgebende Zutat Olivenöl glatt entgangen war. Denn sonst hätte es das Päckchen Kekse nie auf meinen Tisch geschafft. Wo ich doch Jahre benötigt hatte, um Olivenöl auch nur in meiner Salatsoße zu dulden.

Die Verpackung versprach einiges, doch als ich das schillernden grünen Siegel ausreichend verletzt hatte, um den Deckel zu öffnen, fanden sich darin natürlich nicht sofort die Kekse.

Toskanische Olivenölkekse mit Kakao und PistazienNein, es galt eine weitere Verpackung zu öffnen, aromadicht versteht sich. Kaum war diese auch nur minimal angerissen, entströmte ihr ein reichhaltiger, dichter Schokoladenduft. Dieser eine, den ich von den dickflüssigen italienischen Trinkschokoladen kenne:
schokoladig-herb!
Der erste Blick in das Tütchen barg zwar Enttäuschung: so klein hatte ich mir die Kekse nicht vorgestellt (zum Größenvergleich siehe die Tulpenblüte oben auf dem Bild). Trotzdem habe ich natürlich zugegriffen – Gott sei Dank! Und dabei festgestellt, dass die Kekse nicht nur kleiner als gedacht, sondern auch extrem leicht sind.
Denn sie sind unsagbar mürbe, geradezu kross gebacken, ideal also zum Tunken in cremigen Cappuccino. Und der Duft bewahrheitet sich in zweierlei Hinsicht: sie sehen nicht nur gut, fast wie selbst gebacken aus, sie schmecken auch intensivst nach guter, nicht zu süßer Schokolade.

Nahaufnahme mit PistazienDie Pistazien allerdings sehen zwar auch an den tatsächlichen Keksen gut aus, man schmeckt sie aber nur bei höchster Konzentration. Und so bleibt mein diesmaliger Keksgenuß  zwiespältig aber lehrreich:

1) Man kann mit Olivenöl (und Kräutern bzw. Wein) auch leckerst süß backen!

2) Das hat natürlich mediterrane Tradition, nicht nur in Italien, auch in Griechenland!

3) Die Optik der Kekse – dunkler Schokoladenkeks kombiniert mit reichlich Pistazienkernen – stimmt für mich nicht ganz mit dem Geschmack überein, aber der Reihe nach:

Name: Deseo Olivenölkekse mit Kakao und Pistazien / Deseo Biscotti all’Olio Extravergine, Cacao e Pistacchi di Bronte
KeksdealerGustini – köstlich italienisch
Preis: 8,95 EUR

Packungsgröße: 160 g (1 Keks hat etwa 15 Gramm)
Zutaten: Weizenmehl,Zucker, Natives Olivenöl Extra 14 %, Pistazienkerne aus Bronte 7 %, Kakaopulver 5 %, Meersalz, Backtriebmittel (Ammoniumbikarbonat)
Bewertung (1-10):  9
Pro:
Einen Pluspunkt gibt es für die elegante Verpackung mit dem pistazienfarbenen Glanzlacksiegel! Einen weiteren für das Olivenöl – das hat meinen Horzont erweitert und mich als Butteralternative überzeugt. Schmecken tut man es allerdings nicht. Außerdem eröffnen diese Kekse ganz ohne tierische Inhaltsstoffe (keine Milch, keine Eier, keine Butter)  Allergikern neue Möglichkeiten. Auch die Konsistenz der Kekse hat ebenso überzeugt wie der Duft.  Toll ist der tiefschokoladige Geschmack, obwohl laut Zutatenliste gar mehr Pistazien als Kakao enthalten sein sollen.
Contra: Eindeutig fehlte mir geschmacklich der Pistazienanteil.