Lassen noch den stärksten Argentinier krümeln: Alfajores de Maicena

By , 4 Januar, 2015, 2 Comments

Al Fajor de Maicena

Das Wienerle heisst in Wien Frankfurter, der Berliner in Berlin Pfannkuchen und der Alfajor, dieses sündige Sandwich aus zwei Scheiben Keks und einer fingerdicken Schicht Dulce de Leche in Argentinien Maizena.

Zumindest der Klassiker ohne Schokoladenschicht, dafür mit Kokosraspeln, der dessen Kekshälften spätestens im Mund schmelzen, wenn sie dir nicht vorher Pullovern Hose vollgekrümelt haben. Und wenn wir Deutschen meinen, wir hätten mit dem 52Zähne Bahlsenkeks einen Nationalkeks, werden wir hier eines Besseren belehrt. Denn die Dulce de Leche Huldigung gibt es in Argentinien landesweit als Souvenir in Pralinenschachteln, in Variationen zum Kaffee und zwar nicht nur in Konditoreien sondern auch in jedem Strassencafé.

Konkurrenz bekommt er nur von einem ähnlich süßen Kompagnon, dem hier als Medialuna meist als Dreigestirn angebotene Standard-Frühstücksvariation: dem Hefecroissant. Überhaupt spielt Gebäck eine grosse Rolle – süß mit Pudding, Marmelade und Kokos (und Dulce de Leche versteht sich), herzhaft als Sandwich. Die Größenskala ist nach oben offen.

Ach Argentinien, wen jetzt noch deine Kaffee gut wäre! Wir würden glatt auf Mate verzichten, was natürlich Frevel wäre, aber hej, zum Croissant muss Kaffee drin sein. Und zum Alfajor ebenso. Zum Filet und ja, hier gibt es verdammt gutes Fleisch, das sage ich als jemand, der in seinem Leben bisher vielleicht 10 Steaks gegessen hat, aber das was das Barilla Pena uns aufgetischt hat, hat selbst mir die Lust auf Gemüse vergehen lassen, nichtmal Kartoffeln wollte ich noch, der Beilagensalat war es genug. Der einzige, der noch ein Plätzchen auf unserem Tisch abbekam, war der empfohlene Rotwein, Ton in Ton mit dem Fleisch, dass die Jungs uns frisch vom Grill auf den Teller hoben.

Sandwich

Zurück zum Keks. Ja, auch Argentinien ist ein Land mit vielen Bäckereien, Konditoreien, mit einer Liebe für Naschwerk und Süsses allgemein. Wobei auch die Sandwich Kultur ist hier gross. Was aber nicht heisst, dass man hier um Brot in seiner Vielfalt wüsste, Toastbrot rules. Aber, und das sage ich als seit einiger Zeit glutenfrei lebender, Reiswaffeln erfahren hier eine ungeahnten Variantenreichtum, es gibt sie in Grössen und Formen, süss und salzig, mit unterschiedlichsten Getreiden und natürlich Mais! Und wo Mais, da Popcorn und zwar in rauhen Mengen und unbekannten Formen (und Farben!)

Popcorn

Zurück zum Alfajor, den man, will man ihn in der Variante wie oben mit Maismehlkekschen oben und unten und Dulce de Leche dazwischen, ein paar Kokosraspeln kokett auf der nackten Haut in Argentinien als Maicena bestellen muss. Alfajores werden die schokoüberzogenen Kumpanen genannt. Der Alfajor hat nämlich eine Geschichte auf Lager, die sich gewaschen hat und weit über Argentinien hinaus geht, ein paar Jahrhunderte und die 7 Weltmeere gleich mit locker auf die Hüften stemmend. Aber das ist eine Geschichte fürs nächste Mal.

Ein paar mehr Postkarten von Argentinien, von der berückenden Landschaft, von Pinguinen und Seelöwen, Gletschern und Kürbissen gibt es dafür heute schon zum Durchblättern.

2 Responses {+}
  • KochBock

    Tolle Seite! Hat Spaß gemacht diesen Artikel zu lesen! Beste Grüße vom Münchner Kochbock!

  • Das erste K’extra des Jahres: Der Rückblic auf 2014! - KeksTester

    […] ich das mal so sagen darf! Kekse umarmten Pekannüsse, die Kekstesterin probierte sich durch Argentinien und nicht zuletzt backte ich mit Enie van de Meiklokjes und ganz zum […]

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