„Nur echt mit 52 schwarz-weissen Zähnen!“ oder: seit wann ist der Keks ein Keks?

By , 27 September, 2014, 2 Comments

Keks in Schwarzweiss

Es gibt ihn in Gold. Mit guter Butter. Bei meiner Mutter gar auf’s Butterbrot. Zum Pausenbrot, Wandertag und am liebsten unzerkrümelt. Nur echt ist er mit 52 Zähnen, auch wenn diese mitunter eine Schokohaube tragen. Mit 52 wird seit 1889 gekrümelt. Denn damals begann diese Geschichte, die heute in schwarzweiss erzählt wird …

Im Vereinigten Königreich nämlich. Dort arbeitete Hermann Bahlsen als Zuckerhändler und liess sich von den englischen Cakes zu seiner eigenen krümeligen Gechäftsidee verführen: 1889 gründete er dieHannoversche Cakesfabrik und während die Konkurrenz ihr Gebäck ohne Verpackung, alsolose verkaufte, bot er seine 52zähnige Ware bereits abgepackt in Tüten an!

1892 musste ein Name her und wer sich immer schon gefragt hat, warum die Leibniz-Kekse Leibniz heissen: Tatsächlich stand der langjährig in Hannover als Hofbibliothekar und Philosoph tätige Gottfried Wilhelm Leibniz Pate. 1898 wurde der erste Werbeslogan unters Volk gebracht: „Was ißt die Menschheit unterwegs? Na selbstverständlich Leibniz Cakes!“ Die deutschen Kunden sprachen das Wort Cakes aber wie „Keks“ aus, daher passte Bahlsen die Schreibweise kurzerhand auf Keks an.

Keks in Schwarz und Weiss

2014 nun hüllt sich ebenjener Klassiker – der deutsche Butterkeks schlechthin — in Black’n’White. Als ob er das nötig hätte! Schwarz-Weiss-Denken ist dem Keks an sich ja ziemlich fern. Überhaupt hat er es wenig mit Farbe und Chichi, vergnügt sich stattdessen stilsicher im buttrigzarten Gelbtönen und das wunderbar standhaft. Und nun das: Dunkler Keks unter altweisser Schokohaube – hinreissend.

Schönerweise ist sein Weiss ein cremiges Altweiss und das Schwarz kein hartes sondern eher ein zartbitteres Braun. Aber darf man das? Den Klassiker in den Farbtopf werfen? Man sollte sogar. Kekse sind zum Krümeln da. Zum Spielen. Zum Vernaschen. Zum Kredenzen auch. Und das macht sich schwarz-weiss edelst!

PS: 1913 gab es gar eine Briefmarken-Serie rund um die Leibniz-Crumbles. Ich finde, die Idee von Keksen als Protagonisten könnte man ruhig nochmal aufgreifen und verfeinern. Obwohl, vielleicht doch lieber gleich knuspern. Denn eines blieb bislang ungesagt, das neue Antlitz steht Monsignore Cookie de Beurre ausgezeichnet!

DISCLAIMER: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Firma

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    2 Responses {+}
    • Ulrike

      Für mich ist der nur echt mit 52 Zähnen, hieß nicht auch die Werbung ‚mal so? Die 32er Variante klingt für mich sehr gewöhnungsbedürftig, wahrscheinlich bin ich eine zu reife Genießerin ;-)

    • Sylvi

      Sehr schöne Fotos :)

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