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Kekse im Test Klassiker

Fondente Nocciolato – Haselnuss zartbitter

Loacker Fondente Nocciolato

Seit der ISM schon liegt dieses Paket aus dem Hause Loacker unbeachtet bei mir im Regal, irgendwie machten mich die gefüllten Waffeln so gar nicht an. Was will ich mit zartbitter und dann auch noch Waffeln! Heute aber entschloss ich mich dann doch zum Öffnen. Gut so, denn die Teilchen sind viel leckerer als ich befürchtet hatte.

Das mag daran liegen, dass die Loacker AG ein alter Hase im Waffelgeschäft ist. 1925 als Konditorei in Bozen gegründet, ist sie seit 1985 nicht nur Marktführer in Italien sondern vertreibt ihre süße Ware auch international. Und zwar so erfolgreich, dass ihr 2003 der “Süßwaren-Oskar”, der European Candy Kettle Award verliehen wurde. Was es nicht alles gibt auf dieser Welt!
In Zahlen: Jährlich setzt der italienische Edelwaffelhersteller rund 21.900 Tonnen seiner Waffelprodukte ab, 55% davon gelangen ins Ausland, 2009 ergab das einen Umsatz von 162,7 Mio. EUR! Und das alles mit Waffeln.

Loacker Fondente Nocciolato

Zurück zur feierlichen Packungs-Öffnung, die die Wallblätter offenbart: Kleiner sind sie, als die Verpackung suggeriert, dafür duften sie sehr fein. Ob das an den echten italienischen Haselnüssen, an der Verwendung echter Vanille oder aber an der Südtiroler Bergluft liegt? Ich beiße erst einmal ab und entscheide mich dann für die Haselnüsse.

Nachdem ich allerdings der Zutatenliste ansichtig wurde, ziehen sich meine Geschmacksnerven verschüchtert zurück. Was ist eigentlich Emulgator? Was sind Sojalecithine? Und wie soll ich da noch die echte Vanille hervorschmecken?

Name: Loacker Gran Pasticceria Fondente Nocciolato / Haselnuss zartbitter
Keksdealer: Loacker AG
Packungsgröße: 100g
Preis: 1,99 – 2,99 EUR
Zutaten: Zartbitter-Schokolade 27%, (Kakaomasse, Zucker, Butterreinfett, Kakaobutter, Emulgator Sojalecithine), pflanzliches Öl, Glukosesirup, Haselnüsse 9%, Weizenmehl, Milchschokolade (Zucker, Milchpulver, Kakaobutter, Kakaomasse, Emulgator Sojalecithine, Vanilleextrakt), Zucker, magerer Kakao, Zartbitterschokolade 8% in der Creme (Kakaomasse, Zucker), Dextrose, Süßmolkenpulver, Sojamehl, Magermilchpulver, Gerstenmalzextrakt, Salz, Emulgator Sojalecithine, Backtriebmittel (Natriumhydrogencarbonat, Dinatriumdiphosphat), Bourbon Vanilleschoten
Kann Mandeln und Hafer enthalten
Bewertung (1-10): 7,5
Pro: Schokolade und Haselnuss bilden ein schlagkräftiges Team fast unabhängig vom Kontext. Diese Variation mit dunkler Schokolade,Creme und Waffelblättern überzeugt durch die ausgewogene Kombination der einzelnen Bestandteile. Nicht zu süß, sehr dunkel-herbe, cremige Schokonote und durch die Waffeln und Haselnüsse angenehmer Biss.
Contra: Die chemisch gepimpte Zutatenliste räumt jedoch schnell damit auf dass es sich hierbei um ein natürliches Produkt handeln könnte. Das wird schon durch die massentaugliche Verpackung im Supermarkt-üblichen Pappkarton deutlich. Schade.

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Kekspolitik

ISM 2010 revisited

Too much sweets will kill you

Gestern war der süßeste Tag des Jahres. Meiner jedenfalls, denn ich war von morgens bis abends auf der ISM unterwegs.  Ich habe viel gesehen, gegrübelt, gestaunt und gelernt. Zum Beispiel,

  • dass Süßigkeiten heute nicht nur zucker- und glutenfrei, sondern mindestens auch nussfrei, transfettfrei und am besten sowieso gesund sein sollten.
  • Dass aus Hong-Kong federleichte Frühlingszwiebel-Cracker kommen, die so intensiv schmecken, dass ich mir eine Packung Frischkäse herbeigewünscht hätte.
  • Dass Pepperidge Farm-Cookies am besten nach einem 20-30sekündigen Aufenthalt in der Mikrowelle schmecken.
  • Dass Süßwaren häufig aus generationenübergreifenden Familienunternehmen stammen.
  • Dass eine dänische Firma Popcorn Riegel produziert, die, obwohl mit Karamell zusammengeklebt, nicht zu süß schmecken.
  • Dass es bald auch in Deutschland solch unendlich süßen, in kreischend bunten Zuckerfarben dekorierten Cookie-Varianten gibt, die bisher nur Amerikanern vorenthalten waren.
  • Oder, dass Dirk Bach ein Faible für die Kombination Schokolade/ Curry Ananas hat.

Cookies, Kekse, Feingebäck - in Überlebensgröße

Es gab zwar viele, viele Kekse zum Probieren, aber leider muss ich sagen, dass enttäuschenderweise die Kekse nicht das Beste dieser ISM waren!  Denn diese tauchten allzu häufig in Form massenproduzierter Kaffeekekse auf, wie man Sie in jedem Café, in jedem Meeting  als Zugabe zum favorisierten Heißgetränk  bekommt. Originell ist anders. Leider bin auch kein explizieter Fan von Waffelgebäck, denn auch davon gab es jede Menge. Ich mag Waffeln, wenn, dann frisch gebacken, mit Obst oder Eis oder Apfelmus.

Meine persönlichen Highlights der diesjährigen Süßwarenmesse sind daher buntgemischt, soll mir ja keiner nachsagen, ich schaute nicht rechts noch links:

  1. Schokoladige Patronenhülsen Schokoladige Patronenhülsen – als edel-aromatische Eyecatcher nicht nur originell sondern auch jedes Bondfilms würdig. Ich ließ mir Apple-Tatin auf der Zunge explodieren bzw. zergehen, aber ich bin mir sicher, auch Tequila 007 und Caramel Sea Salt schmecken.
  2. Power Breakfast Cookies American-Style Cookies, produziert in Großbritannien, verkostet in Deutschland: Urteil gut. Und zwar insbesondere der Granola bzw. Power Breakfast Cookie à 55g!
    (Kekse zum Frühstück? Das nenne ich mal eine gute Idee!)
  3. Chocolate Frites Keine optische Täuschung sind diese Schokoladen-Pommes mit Mayo! Die Idee mag schon älter sein, ich bin ihr hier zum ersten Mal verfallen! Mit Ketchup kann ich sie mir zwar nicht vorstellen, diese Pommes. Umso besser allerdings aus Keksteig. Der passt doch von der Konsistenz her noch viel besser!
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Kekse im Test Sandwich-Cookies

Grapefruit Sandwich Cookies!

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Schöne Schuhe, leckere Kekse und der Tag ist dein Freund. Wenn die Schuhe dann noch petrolfarben und die Kekse erfolgreich zartbitter die Grapefruit zelebrieren, dann kann sich draußen der Schneematsch türmen, dann geht es mir gut.

Solch ein Tag wollte der heutige Tag werden und kredenzte mir beim frühmorgendlichen Einkauf ein paar unwiderstehliche Pumps. Und dann lauerte da ja noch die Herausforderung der erstmaligen Teilnahme an einem FoodBlogger-Event, für die ich mir das Grapefruit-Koch-Event des Gärtner-Blogs auserkoren hatte:

Garten-Koch-Event

Als ich das erste Mal davon las, gluckste mein Magen selig: Grapefruit, wie wundervoll! Wie ich sie liebe, diese frische Bitternis, diese herbe Herausforderung, diese fruchtfleischigen Wachmacher auch nach durchzechter Nacht!
Erst dann kamen die Zweifel: Grapefruit, was in Gottes Namen kocht oder bäckt man mit Grapefruit?! Mir fiel nichts ein. Nichts! Ein Gericht mit Grapefruit war mir bis dato nicht untergekommen. Sicher, man könnte einen Salat mit Grapefruit-Filets bereichern, aber erstens genügte mir das nicht und zweitens wollte ich wenn schon, denn schon Kekse einreichen!

Die Rettung brachte mir eine Koryphäe der amerikanischen Küche, Martha Stewart, mit ihren, gegenüber meinen Nussstängeli doch schon deutlich raffinierteren, Pink Grapefruit Sandwich Cookies:

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Die klangen überzeugend, wenn auch alles andere als simpel. Im Gegenteil, das klang nach Aufwand und es traf sich äußerst gut, dass just vorgestern erst ein Mixer in unseren Haushalt Einzug gehalten hatte. Den würde ich brauchen. Und frisch ans Werkt gemacht, sah die Küche bald alles andere als jungfräulich aus, aber der Reihe nach:

Zuerst galt es den Teig zuzubereiten, und zwar aus (ja, ich habe das Rezept nach meinem Geschmack abgewandelt, die amerikanischen Vorgaben ungefähr nur übersetzt und nach meiner Intuition auch verändert, beispielsweise weniger Zucker genommen):

  • Geriebener Schale einer unbehandelten Grapefruit Ruby Red und gut 100ml Saft
  • 100g Zucker
  • 250g Weißmehl
  • 1TL Backpulver
  • 0,5TL Salz
  • 125g Margarine
  • 2 Eigelb

Eigelb, Schalenabrieb, Salz, Zucker und Butter habe ich schaumig gerührt und dabei den Mixer eingeweiht. Dann habe ich Mehl und Backpulver untergerührt, den Teig zu einer Kugel zusammengeknetet und zum Kühlen, für eine halbe Stunde etwa, auf den Balkon verfrachtet.

Derweil ging es an die Füllung. Dass hierfür nochmal Butter benötigt werden würde, hatte ich ungeschickterweise übersehen. Da ich aber zwischenzeitlich auch diese Variation mit Ingwer entdeckt hatte, der auch nicht vorhanden war, lohnte sich der kurze Einkaufsausflug wenigstens. Jedenfalls freut sich die Füllung über:

  • 125g Butter
  • 125g Puderzucker (Achtung das Original-Rezept spricht von deutlich mehr)
  • 1TL Honig
  • 3El Grapefruitsaft (das Original spricht von 3 TL, das war mir zu wenig)
  • 1TL Ingwer (nächstes Mal nehme ich mehr, den schmeckt man kaum raus)

Alle Zutaten bis auf den Honig und den Saft werden schaumig geschlagen, dann der Honig und nach und nach der Saft untergemixt. (Ruhig kräftig mixen, da sich der Saft nicht freiwillig mit der Butter vermengt.)  Danach sollte man unbedingt probieren, ob Süße und Grapefruitgeschmack ausreichen und kühl stellen.
Jetzt ist die Zeit gekommen, sich ein wenig Vorfreude zu gönnen, die passende Ausstechform auszuwählen und sich zu überlegen, was man mit den fertigen Keksen alles anstellen könnte, einen vorzeitigen Valentinsgruß etwa?…

Vierblättriger keksiger Valentinsgruß (mit Zitrusnote)

Erwähnte ich bereits, dass die Kekse nicht ganz unkompliziert sind? Beim Auswellen und Ausstechen der Kekse bin ich zumindest kurz ins Zweifeln gekommen, ob ich mit diesem Rezept die richtige Wahl getroffen hatte. Der Teig war sehr feucht und klebte entsprechend nicht nur an den Ausstechformen. (Ich hatte zuerst Palmen im Sinn, diese erwiesen sich aber als eindeutig zu filigran für die Konsistenz des Teigs).
Dünn sollte man ihn auswellen – leichter gesagt als getan. Ich entschied mich für die Zuhilfenahme jeder Menge Mehl, einer einfachen runden, nicht zu großen Form und portionsweises Vorgehen. Der Plan ging auf und mit viel Geduld füllte sich das erste Blech, das sogleich für 20 Minuten in den 180°Grad heißen Ofen wanderte. Nahtlos folgte ein zweites, und beim Dritten wagte ich dann, Herzen auszustechen.

Die fertigen Kekslein sollten blass bleiben und nur am Rand leicht golden anbräunen. Hernach müssen sie abkühlen bevor man sie zu Paaren zusammenfügt und mittels reichlich Creme zusammenklebt. Die Creme reichte bei mir gut für alle, da also nicht zu sparsam sein, das würde man später nur bereuen :-)

Und ja, jetzt sind sie fertig, jetzt darf angebissen werden. Und lecker sind die! Auch wenn ich zugeben muss, dass man um die Grapefruit wissen muss, um sie eindeutig zu identifizieren.  Die Plätzchen schmecken aber deutlich nach Zitrusfrucht, säuerlich herb und angenehm erfrischend. Einen tollen Kontrast bieten die zitruscremige Füllung mit den mürben, zarten Plätzchen.

Übrigens: Alle Überlebenden Cookies  sollte man unbedingt luftdicht verschlossen im Kühlschrank aufbewahren und auch das nur wenige Tage. Durch die Buttercreme ist die Haltbarkeit deutlich begrenzt.

Red-Grapefruit-Cookies in Herzform

Name: Pink Grapefruit Sandwich Cookies
Preis: vernachlässigbar
Zutaten: Mehl, Zucker, Butter, Puderzucker, Grapefruit, Ingwer
Bewertung (1-10): 9,5
Pro: Dank toller Inspiration durch das Gärtnerblog und professioneller  guter Rezeptvorlagen gelangen diese raffinierten Kekse zu den besten, die ich bisher gebacken habe.
Contra: Einzig, dass die Grapefruit nicht eindeutig zu identifizieren war, bzw. ihr Geschmack nicht dominant genug. Dass die Zubereitung nicht kinderleicht war, möchte und kann ich ihnen schlecht zum Vorwurf machen.

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Kekse im Test Neuheiten

Rittersportliche Enttäuschung: Spekulatius

Rittersport Spekulatius

Ich weiß nicht, warum ich dieser Sorte erst jetzt habhaft wurde. Frau Shopping schaffte dies bereits im September! Aber ich muss gestehen, ich wusste bis dato nichts von ihrer Existenz (also weder der Sorte noch des Blogs der eben erwähnten Dame). Aber bei einem Spurt durch die erste Drogerie, die am Wege lag,  griff ich zu. Ich meine, Spekulatius und Schokolade!

Die ersten Stücke waren, obwohl schwierig abzubrechen, schnell verspeist. Nochmal nachgegriffen, ob denn der erste Eindruck sich bestätigen ließ, und tatsächlich, leider, ja. Da ist viel Keks drin, keine Frage, es krümelt ordentlich und man schmeckt auch Spekulatius. Aber noch mehr schmeckt man geschmacksverstärkte Gewürzcreme, als ob die Gewürze statt im Spekulatius schmeckbar, doppelt und dreifach um den Spekulatius herumgespachtelt wurden.

Schokoladenseite: Rittersport Spekulatius im Querschnitt
Schokoladenseite: Rittersport Spekulatius im Querschnitt

So halte ich es wie der Autor von “Allem Anfang“: “Alles in allem bin ich jedenfalls mit einem Tütchen handgemachter Butter- oder Mandelspekulatius vom Bäcker und einer Tafel Vollmilchschokolade deutlich besser bedient.”


NameRittersport Spekulatius
Firma:  Rittersport
Preis:  95 Cent

Einkaufsort:  Drospa
Packungsgröße:  100 g
Inhaltsstoffe:  Zucker, pflanzliches Fett, Kakaobutter, Kakaomasse (8,9%), Weizenmehl, Sahnepulver (8,2%), Magermilchpulver, Milchzucker, Süßmolkenpulver, Butter, Butterreinfett, Emulgator: Lecithine (Soja), Weizenstärke, Gewürze (0,3%), Glukose-Fruktose-Sirup, Zimt-Extrakt, natürliches Aroma, Salz, Maltodextrin, natürliches Zimtaroma
Bewertung (1-10):  7
Pro:
Einen Pluspunkt gibt es für die Originalität der keks-Sorte: Butterkeks war gestern, stattedessen Spekulatius, also Keks mit Geschmack in Schokolade! Auch die weihnachtliche Note fand ich gut, und natürlich die Optik im Querschnitt.
Contra:  Der Spekulatius wird von zu viel Creme erdrückt und kommt nicht zur Geltung. Daher ist die Schokolade vom Gesamteindruck geschmacklich nicht überzeugend und auch nicht ausreichend keksig! Wirkte  im Gegenteil sogar überladen und speckig.

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Kekse im Test Klassiker

Oreo Momente

Have a heart, don’t tear them apart

Oreos also, der Kultkeks aus den USA. Unser erstes Testobjekt ist damit alles andere als ein Unbekannter, im Gegenteil äußerst filmerfahren. Wir aßen ihn entgegen aller Tradition zum Kaffee statt zu Milch, wir tunkten nicht, wir genossen pur.

Doppelter Oreo an Sonntagskaffee
Doppelter Oreo an Sonntagskaffee

Seit 1912 gibt es die schon, lese ich, und erinnere mich an den Oreo-Cheese-Cake, den ich unbedingt mal backen wollte. Sollte ich es vor Weihnachten noch schaffen, werde ich hier natürlich berichten. Überhaupt will ich mich dieser amerikanische Back-Art, statt Kuchenboden einfach Kekskrümel zu verwenden, in nächster Zeit ausgiebig widmen. Da tun sich ja ungeahnte Möglichkeiten auf!
Zurück zum Keks, der schmeckte wie er immer schmeckte: lecker! Leider hielt die Optik da nicht ganz mit. Man sah den Keksen an, dass sie in Spanien produziert und verpackt, quer durch Europa transportiert, diverse Male zwischengelagert, waren schließlich von mir gekauft und zum Abschluss ein paar ungemütliche Stunden in meiner Handtasche zubringen mussten. Aber hei, da sind wir tolerant :-)

Für alle, die gerade keinen Oreo zur Hand haben, aber Lust auf einen Oreo-Moment, voilà Oreo an Elefant.