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Im Test: Wiener Keksdesign

Schäfchen-Kekse zur Guten Nacht

Nach Frankreich wagt sich nun auch Österreich. Und zwar nicht irgendein Österreicher, nein, Österreichs erste und einzige Kekswerkstatt gibt sich die Ehre und schickte ein dick gepolstertes Päckchen, in dem alle Kekse unzerbrochen in der Kekstesterei ankamen!

Eingereicht wurden Mürbeteigplätzchen in unterschiedlichen Formen, Dosen und Farben.  Denn Die Kekswerkstatt macht aus Keksen Lifestyle-Produkte und Geschenkartikel. Wer hier Kekse kauft, möchte sie verschenken. Darum gibt es die “Kekserl” auch speziell geformt zu allen Anlässen von Geburt über Geburtstag, Valentinstag, Halloween, Ostern und Weihnachten und selbstverständlich auf Wunsch auch mit individuellem Firmenlogo.

In der Kekswerkstatt entstehen Kekse, die handgebacken und liebevoll verziert ihre Botschaften in die Welt tragen: 20 dag Reiselust etwa, 20 dag Mode oder etwa 20 dag Tu Dir Gutes. Die 20 dag stehen immer für ebenso sorgfältig wie liebevoll zubereitete Kekse in sorgfältig ausgetüftelten Design. Hier ist eine Keksbäckerin aus Leidenschaft mit Sinn für Ästhetik am Werk!

Nur gut übrigens, dass die österreichischen Maßangaben “dag” viel leichter umzurechnen sind, wie die amerikanischen “cups”: 1 dag ≙ 10 Gramm, 20 dag ≙ 200 Gramm, etc.

Glücksschweinchen aus der Kekswerkstatt

Renate Gruber, ihre Schöpferin, schrieb mir:

“Wichtig ist mir dabei, dass ausschließlich Zutaten in den Teig kommen, die ich vertreten kann. Butter aus der Wiener Umgebung (und nicht aus Tirol oder der EU mit langem Transportweg) und Eier ausschließlich Bio und Freiland. Ich backe nur auf Bestellung, um erstens immer frische Kekse zu haben, aber andererseits auch, um keinen Überschuss zu produzieren, den ich dann wegwerfen muss wenn was überbleibt. Nachhaltigkeit und Spaß an der Sache ist mein Motto für die Kekswerkstatt.”

Denn ebenso viel Wert wie auf die Qualität der Zutaten legt Frau Gruber, von Hause aus Graphikdesignerin, auf das Design der einzelnen Kekse und der Keksdosen.
“20 dag Herzklopfen”, zum Beispiel, sind liebevollst rot, weiß und rosarot betupfte Herz-Kekserl  in einer edlen Etuidose arrangiert, die sich jederzeit zweckentfremden oder weiterverwerten lässt – der nächste Valentinstag kommt bestimmt:

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Und während mein Liebster hin und weg von den “ganz einfachen” Mürbeteigplätzchen ist, sind die Zuckerguss-Herzen nicht nur Frau Grubers heimliche Favoriten. Ich glaube, jedes romantische Herz lässt sich hiermit aus dem Stand weg verzaubern.
Meine persönlichen Lieblinge aber sind die Traumschäfchen, die, so winzig klein (~1,5cm Länge) sie auch sind, mich mit ihrer Standfestigkeit beim Fotoshooting überrascht haben!

Übrigens sind sie alle online zu erwerben und werden auch nach Deutschland und in die Schweiz versendet!

Name: Süße Träume / 20 dag Glück / 20 dag Herzklopfen ( in der hier erschienen Reihenfolge)
Keksdealer: Kekswerkstatt, für Wiener auch zur Selbstabholung: Ringstraßen-Galerien, Top 67, 1010 Wien
Preis: 12 EUR / 20dag bei schlichten Mürbeteigplätzchen; die glasierten Herzklopfen kosten 25 EUR; jeweils mit Dose
Zutaten: 300g gesiebtes Weizenmehl,  200g Butter, 100g Puderzucker, 1 Eigelb, 1 Päckchen Vanillezucker
Bewertung (1-10): 8,5
Pro / Contra: Diese Kekse sind wahrlich schwierig zu bewerten, da ihr Wert nicht allein in ihrer Eigenschaft als Kekse zu bemessen ist. Als Kekse an sich, sind es geschmacklich sehr gute, selbst gebackene und nicht industriell gefertigte Mürbeteigplätzchen aus natürlichen Zutaten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Weder würde das allein aber ihren Preis rechtfertigen noch Frau Gruber oder mich zufriedenstellen.
Außergewöhnlich werden sie erst durch das gelungen Zusammenspiel von Keks, Design und Vermarktung. Und als Gesamtkunstwerk, als Geschenkidee und Designobjekt, überzeugen sie!

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WunschKeks im KeksTest

Glückskeks oder Wunschkeks?

Im Keks-Universum geht der Trend 2010  eindeutig Richtung Glückskeks. Und wen wundert es – Glück und Süße machen gerade in diesem, bereits im Januar durch Finanzlöcher und andauernden Schneefall schwer geschüttelten, Neuen Jahr so einiges leichter erträglich!

Dabei ist die Herkunft der  Glückskekse bislang nicht endgültig geklärt. Sicher ist nur, dass es sich entgegen aller romantischen Vermutungen nicht um eine überlieferte Tradition aus dem alten China, sondern vielmehr um eine Marketing-Idee aus den USA handelt. Vor etwa 100 Jahren kamen findige Manager auf die Idee, ihre Werbebotschaften massenhaft – und erfolgreich –  in süße Kekse zu verpackt unters Volk zu bringen. Der Film “The Fortune Cookie” von Billy Wilder (1966) erzählt dann auch die Geschichte eines Glückspilzes, jemandem, “dem viel Glück beschieden ist”.

Beim Sturmkind lässt sich gerade eine handgenähte Version der Glückskekse gewinnen – nicht essbar dafür unbegrenzt haltbar! Ich weiß nicht, wie sie einzeln wirken, aber so ein bunt gemischter Korb voll, macht durchaus einiges her.

Die “individuellen Kekse” von Sweet & Lucky versprechen Erfolg – biozertifiziert und mit Mehl aus  der familieneigenen Getreidemühle, der HECK-Mühle! Allerdings sind die Kekse nur in Stückzahlen ab 250 zu bestellen und eignen sich daher eher für Unternehmen als für Einzelpersonen.

In unseren KeksTest haben es letztendlich aber die Wunschkekse von Kai und Alexander geschafft.

Wunschkeks im Kekstest

Das rheinische Startup bietet personalisierbare Glückskekse im Online-Versand. Mit wenigen Klicks lassen sich auf wunschkeks.de Botschaften in Kekse verpacken. Bunt und verspielt macht die Website Lust, die Texte in kursiv gestelltem Pink oder neongrünem Fettdruck zu verfassen,  statt schnödem schwarz auf weiß.

Wunschkeks mit Profil

Und wie man sieht, überzeugt dabei auch der Versand: schlicht, aber pragmatisch gut. Die Kekse lassen sich kennzeichnen, so dass man, auch wenn man wie ich 5 Kekse auf einmal bestellt, weiß, welcher die Liebeserklärung und welcher die Gratulation enthält!
Schön, dass die beiden Macher auch in ihrer Nische Mut zum Profil beweisen und Unternehmen, die Großbestellungen zu Marketingzwecken tätigen möchten, an Ihre Partner von Sweet & Lucky verweisen. Das ermöglicht es ihnen, tatsächlich den Einzelnen und sein ganz persönliches Anliegen anzusprechen.

Wunsch- statt Glückskeks

Und da unterscheidet sich der Wunsch- vom Glückskeks: Während sich im Glückskeks werbewirksame Slogans oder allgemein gültige Plattitüden finden, versteckt sich im Wunschkeks die auf den Empfänger zugeschnittene Botschaft, der “gute Wunsch” des Senders. Und dafür sind ihm keine Grenzen gesetzt: ob Liebesbekundung,  Heiratsantrag,  Mutzusprechung, Orakelspruch oder Verfluchung!

Kekstest? bestanden!

Unser Wunschkeks enthielt das heutige Urteil. Und das lautete einstimmig:

KeksTest bestanden!

Name:  Wunschkekse
Keksdealer: Wunschkeks.de
Preis: 3,50 EUR/ Einzelkeks – je mehr, desto günstiger
Packungsgröße: 1 Keks
Bewertung (1-10): 9
Zutaten: Weizenmehl, Zucker, Glucosesirup, Emulgator: Sojalecithin, pflanzl. Öl, Aroma, Speisesalz, Natriumhydrogencarbonat, Farbstoff: Riboflavin
Pro:  Das Unternehmen: Tolle Idee, sympathische Aufmachung, hohe Usability und unkomplizierter Umgang. Die Kekse: in der schlichten Chinanudelpfannen-Schachtel optimal für den Versand verpackt; individuell betextbar (der Text ist auch style- und farbmäßig variierbar); knuspriger Teig, der sich sowohl zum Aufbrechen als auch zum Verzehr eignet.
Contra: Einzig kritisch anzumerken bleiben mir die künstlichen Aromastoffe und Emulgatoren und naja, für einen Glückskeks mögen die ja gut schmecken, aber ein KeksTester ist eben doch andere Kekse gewöhnt :-)

PS: Wem das alles noch nicht individuell genug ist: Ja, man kann Glückskekse auch selber machen.