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Berlin Brownies Kunst am Keks

Kekse versüßten Berlins ersten Blogslam

Circus Bookazine #1 Fashion

Eine tiefe Sehnsucht fast eines jeden Bloggers besteht darin, gedruckt zu werden. Für einige Fashion-Blogger wurde dieser Traum dank des Herznote-Verlags in Darmstadt Wirklichkeit: Er veröffentlichte in liebevoller Kleinstarbeit das 345 Seiten schweres Circus Bookazine #1 Fashion. Zur Release-Party wurde im Vice Versa-Showroom in Berlin ein Blogslam ausgerufen, bei dem sich sechs Blogger der Beurteilung einer Jury stellen durften. Als Hauptgewinn lockte ein Ipod Nano von schaulaufen.net , außerdem bekam jeder Lesende einen der wunderhübschen Kekse aus dem Hause Olivia, denn…

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Kekse im Test Neuheiten

Wenn ich nur aufhör’n könnt’: Keksi des Jahres aus der Manner-Faktur

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Es ist mir gerade zu warm zum Backen und eigentlich auch zu warum für Schokoglasur. Eigentlich! Man kennt ja das Klischee des männlichen Studenten, der am liebsten jedes Gericht mit Käse überbacken möchte. So ähnlich geht es mir mit Schokoladenüberzug (SÜ). Ich mag Nüsse mit SÜ, Erdnüsse, Mandeln, Haselnüsse und Macadamia zumindest. Schokoladenüberzogen mag ich sogar Rosinen, die ich sonst gerne aus Speisen – Kaieserschmarrn, Mohnkuchen, Hefezopf – verdamme und in Rezepten gleich ganz weglasse. Auch getrocknete Cranberries, frische Erdbeeren, kandierte Orangenscheiben oder Ingwer mit SÜ: alles lecker für mich. Klar also, dass man mir auch mit schokolierten Keksstückchen eine Freude macht. So prinzipiell jedenfalls.

Die Keksis (sic!) der österreichischen Firma Manner rannten also geradezu offene Türen bei mir ein, als sie so im Trio infernale – Classic, Milchschokolade und Banane – bei mir aufmarschierten. Auf den Keksi mit Bananengeschmack, seines Zeichens Keksi des Jahres, war ich besonders neugierig. Durchschnittlich eine Banane stirbt täglich für mich.

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Ähnlich wie mit Chips während eines spannenden WM-Spiels, kaum ist die Tüte offen, wandert Keksi für Keksi in den Mund. Das Motto auf der Packung “Wenn ich nur aufhör’n könnt'” übertreibt kaum, es fällt schwer, nach einem Keksi zufrieden und glücklich die Tüte bis zum nächsten Tag beiseite zu legen. Das gilt insbesondere für die Classic-Variante der Dragee Keksi von Napoli, in der sich Kekse mit dunkler Schokolade und Milchschokolade finden.  Nicht dass sie besonders raffiniert schmeckte, nicht dass sie besonders gut schmeckten. Aber sie sind klein, da ist Schokolade und da ist knuspriger Keks. Und vermutlich jede Menge Zucker, Fett und Chemie, repektive suchterzeugende Substanzen? Erfunden wurde dieser österreichische Keks-Klassiker übrigens bereits im Jahr 1974, bare bis 2010 hatte ich keine Ahnung von ihrer Existenz.

Klein sind diese Keksis, halbrund und dick mit Schokolade überzogen, dragiert sozusagen. Die Schokolade wurde mit Gelatine (und Schellack und Gummi Arabicum!) versetzt und schmilzt so nicht in der Hand, sondern erst im Mund. Der Keks-Kern ist knusprig, und bei den klassischen Varianten ohne Eigengeschmack. Die Bananenvariante ist mir dann aber doch zu süß, der Geschmack zu künstlich und kann mich leider nicht von ihren Qualitäten überzeugen. Schade! Erst letzten hatte ich göttliches Bananen-Eis mit Kokos und Schokosplittern, ganz ohne künstliche Aromen. Aber so eine Kugel Eis muss ja auch nicht lange halten. Bei den Keksis schaut man am besten nicht auf die Zutatenliste, sondern hält es ähnlich wie mit Kartoffelchips: Lieber wenige Male exzessiv genießen und die restlichen Tage im Jahr Abstand halten und lieber gleich zur Banane greifen.

Keksi des Jahres: Banane

Fazit: Konsistenz und Größe – sowohl der einzelnen Keksis als auch der Packungsgrößen –  sind gut. Geschmacklich bieten die Keksis nichts besonderes, sondern Schokoladen- und Keksqualität ind Discountermanier. Bis auf den Bananenfall immerhin nicht deutlich unangenehm künstlich, Milchschokolade aber natürlich süßer als dunkle Schokolade. Ich mag die ausgewogene Kombination von süßer Schokolade und knusprigem Keks, könnte mir aber durchaus etwas mehr geschmackliche Raffinesse und Qualität bei beiden Produktteilen vorstellen. Auch die wohl der industriellen Herstellung geschuldeten Zutaten schmälern den Genuß der Dragees.

Zutaten: Zucker, Weizenmehl, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Kakaomasse, ungehärtetes Pflanzenfett, Süßmolkenpulver, Maisstärke, Magermilchpulver, Glukose-, Fruktosesirup, Aromen, Emulgator: Sojalecithin, Überzugsmittel, Gummi Arabicum und Schellack, Feuchthaltemittel, Sorbit, Gerstenmalzextrakt, Salz, Backtriebmittel: Natriumhydrogencarbonat und E503ii, Gelatine.
Kann Spuren von Nüssen und Erdnüssen enthalten. Seit jeher wird bei der Herstellung von Napoli Dragee Keksi auf den Einsatz von Farb- und Konservierungsstoffen verzichtet.

Packungsgröße: 175g (bei einem Keksgewicht von etwa 2,7g, ergibt sich eine durchschnittliche Anzahl von 65 Stück  pro Packung)

Keksdealer: In Österreich sind die Manner Produkte in vielen Geschäft erhältlich. Für alle anderen gibt es sie im Online-Shop.

Urteil: 5,0 von 10

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Ausgestochene Plätzchen Besondere Kekse Kekse im Test

Ungewöhnlich gut: Lakritz auf Keksen

Lakritzkekse

Endlich mal wieder Kekse backen! Im großen WWW finden sich ja mittlerweile für fast alles die tollsten Rezepte, da gibt es Butterplätzchen, Schokoladenkekse, Nusskekse, Doppelkekse, zweifachgebackene Kekse, Kekse mit Haferflocken, mit Cranberries, mit Smarties und mit Parmesan. Ich aber habe soeben meine Leidenschaft für echtes Lakritz wiederentdeckt!

Aber finde mal ein Rezept für leckere Lakritzkekse, dabei gibt es sie zumindest in Schweden zu kaufen.  So schwierig hatte ich mir das nicht vorgestellt, als ich im Potsdamer Lakritzkontor letzthin auf meine Frage nach einem empfehlenswerten Rezept den Tipp mit dem WWW bekam. Ich kaufte trotzdem eine große Tüte Lakritzstreusel und ein wenig Lakritzpulver, mit dem sich alles mögliche zubereiten ließe, wie man mir versicherte. Insbesondere für Fleischsoßen sei das Pulver gerne genommen. Aber ein Keksrezept wollte sich nicht so richtig finden lassen, ich meine, Anis ist kein Lakritz!

Lakritzkekse

Dann kam mir die glorreiche Idee, die Streusel erst einmal pur zu testen! Zum Glück, denn deren salzig-lakritzige Intensität sollte definitiv ausreichen, um straighte Butterplätzchen in leckere Lakritz-Kekse zu verwandeln.  So habe ich die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen, Roberts Mailänderli nachzubacken. Die schlicht- guten, buttrig-mürben Ausstechplätzchen sind eine der erklärten Favoriten des Mittesters. Ich habe tatsächlich nichts am Rezept geändert, außer die Ruhezeiten des Teiges zu verkürzen. Und wer Mailänderli oder Butterplätzchen backen möchte, möge doch bitte auf Roberts liebevolle Anweisungen zurückgreifen.

Wer wie ich einem Hauch Lakritz nicht abgeneigt ist und dem kulinarischen Erbe der Schweiz einen süßherbe Note Skandinavien verpassen möchte, wird hiermit freundlich dazu aufgerufen, die Plätzchen nicht noch ofenwarm von Backblech wegzunaschen. Vielmehr gilt es einen zarten Zuckerguß (2-3 EL Puderzucker und soviel Zitronensaft wie nötig) anzufertigen und dann nach Belieben Lakritzstreusel darüberzugeben. Halleluja!

Lakritzkekse

Fazit: Auch pure Butterplätzchen haben ihren Reiz, für mich gaben diesen Plätzchen aber die wirklich sehr intensiven Lakritz-Streusel den Kick. Farblich ein Hit, sind sie mir pur zu intensiv, mit einem feinen Mailänderli darunter aber goldrichtig. Die Zubereitung verlangt außer der Grundlage jeder Weihnachtsbäckerei auf Roberts Anraten noch ein wenig Geduld, die ich nicht hatte. Die Kekse sind trotzdem herrlich mürbe, süß und zart in Einem und nach meinem letzten Desaster mit Ausstechplätzchen bin ich froh um die Wahl dieses Rezepts!

Urteil: gute 8 von 10, ein wenig fehlte mir Raffinesse.

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gekaufte Kekse Kekse im Test

Sa(b)lés de Michel et Augustin

Petits sa(b)lés de Michel Et Augustin
Erstmalig: Ausländer in “da House” – Pariser Kekse stellen sich dem KeksTest! Mit Michel et Augustin wagen sich zwei französische Keksbäcker in den Ring um die KeksKrone 2010!

Ihr Trumpf? Feinste Sablés, alias französische Butterplättzchen, einmal in süßer und einmal in salziger Version. Die Salzigen gibt es mit Thymian und Rosa Pfeffer, die Süßen wurden mit Orangenblüten verfeinert.

Aber was sind eigentlich Sablés? Und wer sind Michel und Augustin?
Sablés, um mit der einfachen Frage zu beginnen, sind die klassischen französischen Plätzchen. In der Urform schmecken sie umwerfend buttrig, vanillig und zart, aus Butter, Zucker, Mehl, Vanille und einem Hauch Salz gebacken. Und es gibt viele Überzeugte, die sie nur in dieser Form akzeptieren!
Nichtsdestotrotz gibt es sie auch in allen nur erdenkliche Variationen. Mit Schokoladestückchen, Nüssen, Mandeln, kandierten Früchten, Schalenabrieb von Zitrusfrüchten etc. pepe. Und es gibt sie eben auch in herzhaften Varianten. Dann sind sie genauso zart, schmecken aber besser zum Bier oder Wein, als zum Kaffee oder Tee. Oder zur “trinkbaren Kuh“, wie Michel et Augustin ihre Trinkjoghurts betiteln.

Petits Salés ronds au thym et aux baies roses

Humor ist eine ihrer Stärken. Eine andere ihre Lust auf der Beziehung zu ihren Konsumenten. In der Kombination führt das dazu, dass Verpackungsdesign und Marketing insgesamt erfrischend ideenreich daherkommen, und, was im Kekskontext ja wirklich selten ist, nicht nur knallig bunt, sondern voller Fotos, echten und erfundene Geschichten, Mailadressen und Comics sind. Dass sogar ein Blog geführt wird, es eine Facebook-Gruppe gibt, ja sogar einen aktiven Twitter-Account. Und lustige Videos, eines sogar mit Bill Gates.
So werden ihre leckeren Produkte zu Liebhaber-Artikeln, die Spaß machen, zu wunderbaren Geschenken, denn natürlich sind die Kekse mit Liebe und vor allem nach einfachen Rezepten gebacken, deren genaue Zutatenliste (alles frisch und ohne Konservierungsstoffe) man übrigens auch direkt auf der Packung findet.

Die schlechte Nachricht: c’est tout en français! Alles nur auf französisch!

Petits Sablés fleur d'oranger

Name: “Petits sablés ronds et bons, fleur d’oranger” und “Petits salés ronds et bons au thym et aux baies roses”
Preis: 1,95 EUR / 120g / 25 Stück
Keksdealer: Michel et Augustin, in Deutschland im ausgewählten Feinkosthandel erhältlich, z.B. im KaDeWe oder den Galerie Lafayette
Zutaten: Für 6 “Petits sablés ronds et bons, fleur d’oranger” braucht man z.B. 2 Suppenlöffel Weizenmehl, 1 walnussgroßes Stück frische Butter, 1Esslöffel Rohrzucker, 1 Tropfen Eigelb und 1 Tropfen Ei, 1 Tropfen natürliches Orangenblütenaroma (0,4%), 1 Prise Fleur de Sel (Guérande) .
Bei den Herzhaften finden sich übrigens ganze Rosa Pfefferkörner im Teig, die sowohl sichtbar als auch schmeckbar, und sich fein mit dem Thymian ergänzen.
Bewertung (1-10): 9,5
Pro: Top im Geschmack (wirklich nahe dran am selbst gebacken), top in der Konsistenz, natürliche Zutaten, 1A Verpackung, sympathisches humorvolles Konzept, frische Ideen, französischer Charme. In der Folge: Viel Lust auf mehr!
Contra: Ganz klar, dass ich nicht weiß,  wie ich ad hoc nicht-französisch-sprechenden Freunden den Charme der Michel-et-Augustin-Ideen beibringe.

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Kekse im Test Klassiker

“Erst Gaudy”: Cantuccini

Cantuccini

Als ich kurz vor Weihnachten die Schönhauser Allee entlang stolperte, auf der Suche nach letzten Geschenken, fiel mir glücklicherweise trotz der vielen Menschen ein schlichtes Hinweisschild zum neu eröffneten Café “Erst Gaudy” auf. Da es sich nur in wenigen Metern Distanz zum Schild befand, entschloß ich mich zum Spontan-Test!
Hereingestolpert, fiel mein Blick sofort auf die zentrale Theke, auf der es sich Tütchen mit selbstgemachten Keksen neben Croissants gemütlich gemacht hatten. Ansonsten wirkte das Café noch nicht allzu einladend auf mich –  war ich zu sehr in Eile oder war die mangelnde Atmosphäre der anfänglichen Improvistaion und Unsicherheit geschuldet?
Cantuccini noch verpackt

Riesen-Cantuccinis gab es jedenfalls, und Kekse mit Hafer, erinnere ich mich heute dunkel. Und ein Tütchen klassischer Cantuccini nahm ich mit. Es gab zwar auch welche mit Schokolade statt Mandeln, aber da ich sie meinem Cantuccini-liebenden Mitbewohner und nicht chocoholic me mitbringen wollte, griff ich zu den klassischen. Cantuccini gigantesque müßten die ja eigentlich heißen, waren sie doch mindesten dreimal so groß, oder besser so lang, wie die üblichen!
Da Weihnachten mit all seinen Plätzchen, Lebkuchen und Spekulatius vor der Tür stand, freute sich der Mitbewohner zwar sehr, sehr, sehr, die Cantuccini wurder aber ersteinmal in der Speisekammer zwischengelagert.

Heute nachmittag aber war Weihnachten definitiv passé und der Kekshunger des Mitbewohners frisch erwacht, und so durften die Cantuccini aus ihrer Verpackung auf den Keksteller flüchten, um von dort, zuweilen über einen kleinen Umweg durch die Kaffeetasse, verspeist zu werden. Wie konnten wir damit nur so lange gewartet haben?!
Cantuccini

Nicht nur der Mitbewohner und leidenschaftlicher Mittester, nein, auch ich, die ich ja eigentlich gar keine Cantuccinis mag, waren spontan überzeugt, geradezu verliebt und eifrigst am Krümeln!


Name: Cantuccini, selbstgebacken
Keksdealer: Café Erst Gaudy, Gaudystr. 1, 10437 Berlin / Prenzlauer Berg
Preis: ~ 2 EUR

Packungsgröße: 10 Stück
Bewertung (1-10): 9
Pro: Schmeckbar selbst gebacken, mit vielen Mandeln, warneediese Cantuccinis auch nach 4 Wochen unfreiwilliger Zwischenlagerung ein Garant für einen sonntagnachmittäglichen italienischen Moment. Intensiv mandlig auch das Aroma und nicht zu süß, dabei knackig, fast möchte ich sage, krachig, ohne hart zu sein. Ideal auch von der Größe, die sich viel besser zum Tunken eignet als die üblichen Verdächtigen ;-) Preislich dabei vollkommen in Ordnung und charmant, ohne jedes Gehabe serviert.
Contra: Einen Minuspunkt muss ich wegen der mangelnden Café-Atmosphäre geben. Ich wünsche mir sehr, dass sich das möglichst schnell ändert. Montagabends gibt es übrigens Tango.